10.07.2012

Hitzewelle und Unwetter - ÖAMTC warnt vor Aquaplaning

Bei Starkregen: Geschwindigkeit reduzieren, hektische Fahrmanöver vermeiden

Derzeit werden heftige Gewitter mit Starkregen für Autofahrer zur Gefahr. Im Vorjahr passierten in Österreich insgesamt 5.044 Unfälle mit Pkw-Beteiligung auf nasser Fahrbahn, dabei wurden 6.848 Personen verletzt, 77 getötet (Quelle: Statistik Austria, Bearbeitung: ÖAMTC-Unfallforschung). "Wenn es so stark regnet, dass das Wasser vom Asphalt nicht rasch genug abfließen kann, besteht akute Aquaplaning-Gefahr. Dabei 'schwimmen' die Reifen auf und haben keinen Kontakt zur Straße. In der Folge werden weder Antriebs- noch Brems- oder Lenkkräfte auf die Fahrbahn übertragen. Auch Fahrzeuge mit den besten Reifen sind dann nicht mehr steuerbar", erklärt Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik. Dann sind auch 80 km/h auf der Autobahn schon zu schnell.
"Die meisten Unfälle infolge von Aquaplaning passieren durch eine falsche Reaktion", weiß Frisch. Denn Notsituationen wie Aquaplaning bedeuten Stress. Und unter Stress reagieren viele Menschen zu langsam, lenken hektisch oder bremsen falsch. Um auch bei Starkregen die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten, sollte man die Geschwindigkeit reduzieren und abrupte Brems- oder Lenkmanöver vermeiden. "Besondere Vorsicht ist beim Spurwechseln und Überholen geboten, wenn man mit einer Fahrzeugseite in eine Spurrille gerät", sagt der Experte der ÖAMTC Fahrtechnik. Dabei kommt es einseitig zu Aquaplaning, das Auto beginnt in Richtung der Spurrille stark zu ziehen. "Dieses Ziehen ist mit einem starken Seitenwind vergleichbar. Richtig reagiert man in dieser Situation, indem man das Lenkrad mit beiden Händen festhält und dem Ziehen entgegenwirkt", erklärt der Fahrtechnik-Profi. Hilfreich sind in jedem Fall gute Reifen: Im Idealfall haben die Pneus nicht weniger als vier, keinesfalls aber unter drei Millimeter Profil.

ÖAMTC-Tipps: Die richtige Reaktion, wenn die Reifen nicht mehr greifen

* Kupplung treten, bei Automatik weg vom Gas.
* Lenkrad mit beiden Händen festhalten, weiter in die gewünschte Fahrtrichtung lenken.
* Bremsen nur, wenn's unbedingt notwendig ist. "Zwar ist dank ABS eine Notbremsung in einer solchen Gefahrensituation deutlich harmloser, aber eine Garantie, dass es zu keiner Fahrzeugreaktionen kommt, gibt es nicht. Automatik-Fahrer sollten sich auf die Lenkung konzentrieren und nicht versuchen, die Fahrstufe herauszunehmen", so Frisch.

Richtiges Verhalten automatisieren – Trainieren mit ÖAMTC Fahrtechnik Profis

Wie man auch in Gefahrensituationen sein Auto unter Kontrolle behält, kann man lernen. "Ziel ist, dass die richtige Reaktion automatisch abläuft. Wer in einer Gefahrensituation nachdenkt, verliert wertvolle Zeit", erklärt der Experte der ÖAMTC Fahrtechnik. Auf dem Programm stehen u.a. Ausweichen und Notbremsen bei höheren Geschwindigkeiten sowie die richtige Reaktion bei Aquaplaning. Aktiv "erfahren" wird auch die Wirkung elektronischer Fahrerassistenzsysteme wie ABS oder ESP – und das kann im Zusammenhang mit dem Thema Aquaplaning überlebenswichtig sein.
Mehr Infos zu den Trainings in den österreichweit neun ÖAMTC Fahrtechnik Zentren gibt es unter www.oeamtc.at/fahrtechnik.