ÖAMTC: Sichere Urlaubsfahrt durch richtige Beladung des Autos

Club erklärt, wie das Gepäck sicher verstaut wird

Laut ÖAMTC-Reisemonitoring wollen heuer 46 Prozent aller österreichischen Urlauber mit dem Auto in den Urlaub starten. Damit Reisende sicher ans Ziel kommen, muss das Fahrzeug allerdings richtig beladen werden. Die Folgen falscher Beladung werden nach wie vor oft unterschätzt und verharmlost. "Bei einem Unfall können herumfliegende Gegenstände das bis zu 50-fache ihrer eigentlichen Masse entwickeln. Eine 2-Liter-Mineralwasserflasche kann so die Wucht eines erwachsenen Mannes erreichen", verdeutlicht ÖAMTC-Techniker Robert Czarnecki und gibt Tipps zur richtigen Ladungssicherung:
* Bevor das Auto bepackt wird, muss der Reifendruck angepasst werden. In der Betriebsanleitung finden sich Angaben zum optimalen Reifendruck bei starker Zuladung. Bei Fahrzeugen mit Halogenscheinwerfern muss zudem im beladenen Zustand die Leuchtweitenregulierung angepasst werden. Somit kann sichergestellt werden, dass einerseits die Fahrbahn korrekt ausgeleuchtet und andererseits der Gegenverkehr nicht geblendet wird.
* Die Betriebsanleitung gibt auch Aufschluss über das höchstzulässige Gesamtgewicht. Um dieses zu überprüfen, empfiehlt sich ein kurzer Check der gesamten Zuladung (Insassen plus Gepäck) auf der Waage.
* Kühlboxen oder Getränkekisten gehören nicht auf die Rückbank. Schwere Gegenstände sind besser im Kofferraum oder notfalls im hinteren Fußraum aufgehoben. Der Fußraum im Fahrerbereich gilt ebenfalls als Tabuzone. "Herumrollende Gegenstände können den Fahrer ablenken und ihn an der sicheren Bedienung des Fahrzeuges hindern", weiß der ÖAMTC-Experte. Auch die Hutablage sollte – ihrem Namen zum Trotz – niemals als Ablage dienen. Bei einer Vollbremsung können dort abgelegte Gegenstände im schlimmsten Fall schwere Kopfverletzungen hervorrufen.
* Doch auch der Kofferraum darf nicht wahllos bepackt werden. Schweres sollte möglichst unten an die Rückseite der hinteren Sitzbank gelegt werden. Leichte Gepäckstücke können darauf oder dahinter geschlichtet werden.
* Zum abschließenden Verzurren des Gepäcks eignen sich entsprechende Sicherungsgurte. Entsprechende Verankerungen sind bei neuen Fahrzeugen bereits serienmäßig vorhanden.
* Das Ladegut darf übrigens nie über die Oberkante der Rücksitzlehne ragen. "Lässt sich das nicht vermeiden, sollten Sicherheitsnetze oder Trenngitter montiert werden", sagt der ÖAMTC-Techniker. Damit die Gepäcknetze ihre volle Wirkung entfalten, müssen sie richtig einhaken.
* Beim Transport von Ladung auf dem Dach sind Fahrweise und Tempo anzupassen. Es muss sichergestellt werden, dass der Dachträger gut befestigt ist. Außerdem muss die Ladung auch innerhalb der Dachbox mit den dafür vorgesehenen Gurten gesichert werden. Ansonsten kann die Ladung die Dachbox bei einem heftigen Aufprall durchschlagen. Beim Transport von Fahrrädern müssen alle nicht fix mit dem Rad verbundenen Teile, wie z.B. Radpumpe, Kindersitz und Gepäcktasche, abgenommen und separat im Kofferraum verstaut werden.
Die Beladung des Autos sollte vor jeder Fahrt sorgfältig und ohne Hektik durchgeführt werden. "Einige Minuten Aufwand können im Ernstfall Leben retten", appelliert der ÖAMTC-Experte abschließend.