29.06.2012

ÖAMTC: Vorsicht, heiß - Sommerhitze als Belastung für Motorradfahrer

Cool drauf mit spezieller Sommerbekleidung, Pausen und viel trinken

Sonnige Sommertage lassen Biker-Herzen höher schlagen. "Wenn man in Helm, Lederkombi, Stiefel und Handschuhen bei sengender Hitze unterwegs ist, kann das den Herzschlag beschleunigen", erklärt Georg Scheiblauer, Motorrad-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik. Ungemütlich wird's ab 30, problematisch ab 35 Grad. Eine Motorradsitzbank kann sich da auf über 50 Grad aufheizen, und auch unterm Helm droht der Hitzestau. "Wenn sich der Körper aufheizt, wird man unkonzentriert. Der Fahrtwind kühlt nur mäßig. Und wer schwitzt, verliert Flüssigkeit. Wenn man dann zu wenig trinkt, kann man zusätzlich Kreislaufprobleme bekommen", so Scheiblauer. Fahrten in Jeans und Schlapfen sind ein absolutes No-Go für den Profi und bringen spätestens bei der ersten Gefahrenbremsung den Herzschlag zum Rasen.
Auf sicheren sommerlichen Fahrspaß verzichten muss man aber trotzdem nicht. "Mittlerweile bieten viele Hersteller sichere Sommerbekleidung an, mit der Biker selbst bei großer Hitze wirklich cool bleiben", weiß der Motorrad-Profi. Er rät an heißen Tagen außerdem: "Kürzere Etappen planen, häufige Pausen machen, vor allem mittags, wenn's am heißesten ist, und viel trinken." Auf der Straße werden bei Hitze Bitumenstreifen weich und rutschig. Hier ist Vorsicht geboten - die Teerwülste, mit denen Risse ausgegossen werden, können für Motorradfahrer zur Gefahr werden.

Zwtl.: Sommerhelme, helle Farben, Cool-Leather und das richtige "Drunter"

Bei der Bekleidung gibt es von extra belüfteten Helmen über Textil- oder Lederkombis, die auf hohe Außentemperaturen ausgelegt sind, bis zu speziellen Handschuhen und Stiefeln alles, um sommerliche Hitzewallungen auf dem Motorrad zu vermeiden. Idealer Kopfschutz ist ein Integralhelm. Wer einen kühlen Kopf bewahren will, sollte zu hellen Farben greifen, sie reflektieren die Sonnenstrahlen besser. Wichtig: Auch der Beifahrer sollte nur mit passender Ausrüstung mitfahren.
Jacke und Hose (oder Kombi) müssen möglichst abriebfest sein und gleichzeitig über eine wirkungsvolle Belüftung sowie richtig positionierte, gut sitzende Protektoren verfügen. Die Bekleidung sollte nicht zu weit sein – sonst flattert sie beim Fahren und bei einem Sturz verrutschen die Protektoren. Beim Material ist Leder in punkto Sicherheit immer noch unübertroffen. "Oft wird bei der Sommerbekleidung ein Mix aus Leder und Textil verwendet. Es gibt aber auch Bekleidung aus 'Cool-Leather'. Das ist mit einer Spezialbeschichtung versehen, die den Aufheizeffekt bei Sonneneinstrahlung und Hitze reduziert", berichtet der Motorrad-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik. Profis schwören übrigens auch auf das richtige Drunter: Das gute alte Baumwoll-Shirt hat ausgedient, sommertaugliche Funktionsunterwäsche, die keine Feuchtigkeit aufnehmen kann, ist ideal bei Hitze.

Zwtl.: Fahrspaß durch richtige Einstellung und perfektionierte Fahrtechnik

Neben der geeigneten Bekleidung sind auch die eigene Einstellung und das Fahrkönnen wichtig. "Der Selbstschutz im Straßenverkehr beginnt mit einer angepassten und berechenbaren Fahrweise. Mit vorausschauendem, konzentriertem und kontrolliertem Fahren vermeidet man Risikosituationen. Im eigenen Interesse muss ein Motorradfahrer damit rechnen, dass andere Lenker Fehler machen – und das noch viel mehr, wenn es heiß ist", sagt der Bike-Profi der ÖAMTC Fahrtechnik.
Wie man auch in Extremsituationen richtig reagiert, übt man am besten in einem Fahrtechniktraining. "Im Fokus der Motorrad Trainings steht die Perfektionierung der Fahrtechnik – Bremsen, Kurvenfahren, Blicktechnik und Gefahren einschätzen. Egal wie gut man vorher war, nachher ist man besser", erklärt der Motorrad-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik. Trainiert wird mit Profis – viele der Instruktoren sind erfolgreiche aktive oder ehemalige Motorsportler.
Alle Infos & Buchungsmöglichkeiten gibt es unter www.oeamtc.at/fahrtechnik.