ÖAMTC-Flugrettung: Rasche Blutstillung rettet Leben

Bei Erwachsenen bedeutet der Verlust von rund zwei Litern Blut bereits Lebensgefahr

Gerade während der warmen Jahreszeit beobachten die Notärzte der ÖAMTC-Flugrettung ein Ansteigen von Einsätzen nach schweren Verletzungen bei der Gartenarbeit. "Es passiert beim Rasenmähen, beim Heckenschneiden oder beim unachtsamen Hantieren mit scharfen oder spitzen Werkzeugen", berichtet Herbert Heissenberger, leitender Notarzt von Christophorus 9. "Stark blutende Wunden stehen leider viel zu oft am Ende eines arbeitsreichen Tages im Garten."
Prinzipiell unterscheidet man zwischen leichten, kontrollierbaren und starken, oft nur schwer kontrollierbaren Blutungen. "Leichte Blutungen, wie etwa kleinere Schnittverletzungen, können häufig einfach und selbst desinfiziert und versorgt werden", weiß der ÖAMTC-Notarzt. "Ergießt sich Blut jedoch schwallartig oder in großen Mengen aus einer Wunde, ist Gefahr im Verzug." Eine starke Blutung kann nämlich, wenn sie nicht bzw. nicht rechtzeitig gestoppt wird, zum Tod führen. Bei einer durchschnittlichen Blutmenge von sechs Litern im Körper eines Erwachsenen kann der Verlust von einem Drittel, das heißt von etwa zwei Litern Blut, bereits lebensbedrohlich sein.
Durch starken Druck von Außen auf die Blutungsquelle lässt sich beinahe jede sichtbare Blutung stillen. "Sterile Kompressen, so vorhanden, oder saubere Tücher kräftig auf die Wunde drücken", beschreibt der ÖAMTC-Notarzt den Blutstillungs-Vorgang. "Das setzt dem austretenden Blut ausreichend Druck entgegen." Die verletzten Blutgefäße werden zusammengepresst und das Blut kann nicht mehr weiter ausströmen. Generell sollen Blutungen am liegenden Verletzten gestillt werden. "Werden verletzte Arme oder Beine hochgehalten, so kann das die Blutungsstillung unterstützen", erläutert Heissenberger. "Die Wunde liegt dann nämlich höher als das Herz." Nur in absoluten Notfällen und bei mit anderen Maßnahmen nicht beherrschbarer Blutung darf man als letzte Möglichkeit mit breiter Binde "abbinden". Bei jeder Verletzung sollte auch überprüft werden, ob eine Auffrischung des Tetanus-Impfschutzes erforderlich ist. Daher auch nach scheinbar harmlosen Verletzungen unbedingt den Hausarzt aufsuchen.
Für den Eigenschutz sollten Ersthelfer bei jeder Wundversorgung wegen potenzieller Infektionsgefahr immer Einmalhandschuhe verwenden. "Spätestens nach erfolgter Erstversorgung muss aber über den Rettungsnotruf 144 professionelle Hilfe angefordert werden", rät der ÖAMTC-Notarzt.