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Wasserrettung per Heli

Notarzthubschrauber als sinnvolle Ergänzung zu den bodengebundenen Rettungsmitteln

Vier ÖAMTC-Piloten übten gemeinsam mit 18 Flugrettungssanitätern und Notärzten der Wiener Rettung sowie 30 Tauchern der Berufsfeuerwehr Wien den Ernstfall nahe der alten Donaubrücke in Tulln
Gerade weil Wasserrettungen nicht auf der Tagesordnung stehen, ist es besonders wichtig, den Ablauf immer wieder praktisch zu üben. Wichtig ist, dass alle Crewmitglieder mit den Abläufen bestens vertraut sind. Um auch die Zusammenarbeit mit der Rettungsleitstelle in diesen nicht gerade alltäglichen Einsatzsituationen weitere zu verbessern, war 144 Notruf NÖ voll in die Übung integriert und sogar mit einer mobilen Leitstelle direkt am Einsatzort vertreten. So konnte auch die Kommunikation - unerlässlich für den Erfolg jeder Rettungsaktion - zwischen den am Einsatz beteiligten Ressourcen getestet werden.
Möglich wurde diese realitätsnahe Übung vor allem aber auch durch die Unterstützung der Bezirkshauptmannschaft Tulln, der Polizei, der Landesfeuerwehrschule NÖ und dem Tauchdienst des NÖ Landesfeuerwehrverbandes, die Figuranten sowie Sicherungstaucher stellten.

Auch in der Vergangenheit kam bei Ertrinkungsunfällen die Flugrettung zum Einsatz. Primär jedoch zur Lokalisierung der Verunglückten auf großen Wasserflächen oder Flußläufen. Die eigentliche Rettung und Bergung wurden bislang hauptsächlich von anderen Rettungsorganisationen wie Feuerwehr und Wasserrettung durchgeführt. Die Crew des Notarzthubschraubers kam dann erst wieder für die Versorgung des Verunglückten zum Einsatz.

Durch eine für Österreich neu entwickelte Bergemethode ergibt sich nun die Möglichkeit, verunfallte Personen nicht nur zu orten und zu behandeln, sondern auch zu bergen.

Neue Bergemethode

Die Idee hinter der neuen Bergemethode ist denkbar einfach. Der Pilot positioniert den ÖAMTC-Notarzthubschrauber in einer Höhe von ca. 15 Metern über dem Verunglückten. Sobald der Hubschrauber die optimale Position erreicht, wirft der Flugrettungssanitäter einen offenen Rettungsring in Richtung der verunfallten Person ab. Diese zieht sich den Rettuingsring, der durch ein Seil mit dem Helikopter verbunden ist, über die Schultern.

Schnelle Hilfe

Durch das Anheben des Hubschraubers spannt sich das Seil zwischen Hubschrauber und Rettungsring und bewirkt ein Zusammenziehen des Rings. Somit ist der Verunfallte fixiert und kann vom Helikopter an der Wasseroberfläche ans rettende Ufer geschleppt werden.

Gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Wien geht die Crew von Christophorus 9 aber noch einen Schritt weiter. Taucher, die über eine Spezialausrüstung verfügen – kürzere Flossen und kleinere Sauerstoffflaschen – werden vom Hubschrauber zu weiter entfernten Einsatztorten geflogen. Dort angekommen, springt der Taucher aus geringer Höhe aus dem Hubschrauber und kann so dem Verunfallten zur Hilfe kommen.

Herausforderung

Doch so einfach wie sich die Rettungsaktion in der Theorie darstellen lässt, ist die praktische Umsetzung bei weitem nicht. Hubschrauber-Einsätze über Gewässern bedeuten hohe Anforderungen an Mensch und Maschine.

Schwebt der Hubschrauber zu hoch über dem Patienten, kann es sein, dass der Rettungsring nicht optimal platziert werden kann. Fliegt der Helikopter zu niedrig, kann aufgewirbeltes Wasser dem zu Rettenden zum Verhängnis werden oder auch die Maschine beschädigen. Bei fließenden Gewässern mit leichter Strömung kommt hinzu, dass der Pilot die Fluggeschwindigkeit exakt an die Fließgeschwindigkeit des Flusses anzupassen hat.

Einsatz

Neben Christophorus 9 aus Wien wird auch Christophorus 11 aus Klagenfurt die Ausrüstung für dieses Bergeverfahren standardmäßig an Bord mitführen. Das System ist darauf ausgelegt, dass es möglichst schnell für den Einsatz vorbereitet und eingesetzt werden kann.