ÖAMTC-Schutzwege-Test 2009

Fußgängerübergänge unter der Lupe

Fußgängerübergänge unter der Lupe. Mit Video "walk safe".

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behindertengerechter Schutzweg Wien © ÖAMTC
behindertengerechter Schutzweg Wien © ÖAMTC

Europaweit verunglücken jährlich etwa 8.000 Fußgänger tödlich, ein Viertel davon auf den sogenannten "Schutzwegen". In Österreich verunglückten im Jahr 2008 insgesamt 20 Fußgänger am Schutzweg tödlich.(Quelle: BMI).

Getestet: 310 Schutzwege in Europa

Um die Sicherheit auf europäischen Schutzwegen zu erheben und Verbesserungskriterien zu eruieren, startete der ÖAMTC im Rahmen der Eurotest-Reihe gemeinsam mit europäischen Schwesterclubs im Jahr 2007 den europäischen Schutzwege-Test. 2009 wurden 310 Fußgängerübergänge in 31 Städten von 22 Ländern überprüft.

Im Gesamtranking schneidet Österreich sehr gut ab

  • Von den im internationalen Test geprüften Städten liegt Linz an zweiter Stelle, Wien auf Platz sieben", erklärt ÖAMTC-Verkehrsexperte Markus Schneider.
  • Platz eins in der Gesamtwertung hält Rotterdam, wo Fußgängerübergänge über ausgezeichnete Beleuchtung und Sichtbeziehungen zwischen Lenker und Fußgänger, und auch über visuelle Warnleuchten verfügen.
  • An dritter Stelle liegt Vorjahressieger London.
  • Der sicherste Zebrastreifen befindet sich in Bratislava - er überzeugt durch eine ausgezeichnete behindertengerechte Ausstattung.

Verlierer Italien

"Ein dickes Minus gibt es für die Schutzwege in Italien - unser südlicher Nachbar liegt sowohl bei der Gesamt- wie auch bei der Einzelwertung ganz hinten. Neapel an letzter und Rom an vorletzter Stelle sind Schlusslichter in der Gesamtwertung, die schlechteste Einzelwertung hält ein Fußgängerübergang in Mailand", erläutert der ÖAMTC-Verkehrsexperte.

Bewertungen

Insgesamt wurden von allen getesteten Fußgängerübergängen 184 (ca. 60 Prozent) mit "Gut"bis "Sehr gut" bewertet. "Leider gibt es auch 53 Bewertungen mit 'Genügend' bzw. 'Nicht genügend'", fasst Schneider die Ergebnisse zusammen.

Was geprüft wurde

Geprüft wurden jeweils zehn Zebrastreifen am Weg vom Hauptbahnhof Richtung Zentrum. Kriterien waren die Sichtbarkeit tagsüber und nachts, die Gestaltung der Schutzwege und die Eignung des Fußgängerübergangs für mobilitätsbeeinträchtigte Personen.

Falschparker und unterschiedliche Benutzungsregeln

Ein Problem ist in vielen Ländern gleich: Falschparker, die auf oder rund um Schutzwege die Sicht verstellen. Besonders problematisch für Touristen im Ausland ist außerdem, dass die Vorrangregeln und auch die Gestaltung nicht überall gleich sind. So gibt es beispielsweise in Berlin bei Fußgängerampeln keinen Zebrastreifen.

Clubexperte fordert einheitliche Gestaltung und Vorrangregeln in Europa

"Erstrebenswert sind eine europaweit einheitliche Gestaltung von Schutzwegen sowie allgemein gültige Vorrangregeln", formuliert der ÖAMTC-Verkehrsexperte die Clubforderung.