Flugrettungsverein
04.05.2011

Häufige Fragen

ÖAMTC Flugrettung

1) Allgemeines

Wie viele Hubschrauber hat die ÖAMTC-Flugrettung?
Der CFV als gemeinnütziger Verein betreibt 16 Ganzjahresstandorte und hat 18 Hubschrauber. Im Winter kommen 6 Winterstandorte hinzu.

Wie viele Einsätze fliegen die Christophorus-Hubschrauber pro Jahr?
2010 flogen die Hubschrauber der Christophorus Staffel 14.816 Einsätze.

Wie wird ein Notarzthubschrauber alarmiert?
Die Anforderung der Notarzthubschrauber erfolgt über den Notruf 144 und somit über die Einsatzleitzentralen des Österreichischen Roten Kreuzes bzw. in Wien über die Wiener Rettung sowie in Niederösterreich und Tirol über Landesleitstellen. Der Hubschrauber kann nicht direkt vom Notrufmelder angefordert werden. Die Entscheidung, welches Rettungsmittel zum Einsatz kommt, trifft der Leitstellendisponent auf Basis der beim Notruf erhaltenen Informationen.

Wann ist der Christophorus-Notarzthubschrauber einsatzbereit?
Die Crews befinden sich täglich von Beginn des Sonnenaufgangs bis zum Ende des Sonnenuntergangs in permanenter Einsatzbereitschaft am Stützpunkt (Ausnahme: Im Hochsommer, bei sehr zeitigem Sonnenaufgang, beginnt der Dienst bei Christophorus 1, 2, 3, 8, 9, 10, 11 und 12 um 6 Uhr und bei Christophorus 4, 5, 6, 7,14, 15, 16 und Europa 3 um 7 Uhr. Bei Alarmierung zu einem Primäreinsatz startet der Hubschrauber innerhalb von drei Minuten.

Wie viele Mitarbeiter hat die ÖAMTC-Flugrettung?
49 Piloten,
35 Mitarbeiter in Wartung und Technik,
5 Mitarbeiter für Ground Operation und Flugplatzbetriebsleitung,
6 Mitarbeiter in der Einsatzverrechnung,
1 Quality Manager
und weitere 9 Mitarbeiter in Geschäftsleitung und Administration.
Die 325 Ärzte und 200 Flugrettungssanitäter bzw. Flugretter sind freie Mitarbeiter bzw. werden von den jeweiligen Ländern gestellt.
 

2) Finanzierung

Was kostet ein Hubschraubereinsatz?
Ein durchschnittlicher Hubschraubereinsatz kostet rund € 2.500,-.

Wie viel wird tatsächlich dafür bezahlt?
Die Sozialversicherungen ersetzen jedoch nur € 948,27, wenn sie sich nach erfolgtem Einsatz entschließt, aufgrund ausreichender Schwere der Erkrankung/Verletzung, diesen Betrag auch tatsächlich zu zahlen (expost Beurteilung).

Ein Beispiel aus der Verrechnungspraxis: nur 11 Prozent der Einsätze werden aufgrund von Verkehrsunfällen nötig, die mit einer Pauschale von € 1.821,97 abgegolten werden. (Auszug aus der Mustersatzung der Sozialversicherungsträger: Die Kasse übernimmt die Kosten der Beförderung im Inland mit einem Luftfahrzeug in die nächstgelegene geeignete Krankenanstalt, wenn die medizinische Notwendigkeit des Lufttransportes durch eine ärztliche Bescheinigung nachgewiesen und diese Notwendigkeit von der Kasse anerkannt worden ist).

Bei alpinen Einsätzen mit ausschließlich sehr schweren Verletzungen (z.B. Oberschenkelbruch, Bruch mehrerer Wirbelkörper, schweres Schädel-Hirn-Trauma) werden nur € 894,93 von der Sozialversicherung ersetzt.

Muss der Patient für den Einsatz zahlen?
Grundsätzlich werden vom ÖAMTC keine Rechnungen an Patienten gestellt. Einzige Ausnahme bilden Sport- und Freizeitunfälle im alpinen Bereich. Über 95 Prozent der Patienten besitzen zusätzlich eine private Versicherung, die in den meisten Fällen die Kosten refundiert. Häufig sind solche Versicherungen bei Mitgliedschaften in diversen Vereinen (z.B. Alpenverein, Naturfreunde,...) bzw. bei Kreditkarten inkludiert. Beim ÖAMTC ist man mittels Schutzbrief, beim ARBÖ mittels Sicherheitspass für solche Eventualitäten versichert.

Wer bezahlt den Einsatz, wenn er sich als nicht gerechtfertigt herausstellt?
Für den Melder eines Notfalles entstehen keine Kosten.

Anders verhält es sich natürlich bei böswilliger Alarmierung - also wenn sich jemand einen üblen Scherz erlaubt. Sollte derjenige ermittelt werden können, so muss er den Einsatz bezahlen und bekommt darüber hinaus eine Strafanzeige.

Was kostet ein Rettungshubschrauber?
Ein EC 135 kostet mit kompletter Ausrüstung dzt. ca. € 4 Mio.

Wie teuer ist die Wartung der Hubschrauber?
Ein Beispiel: Eine 400-Stunden-Kontrolle (durchschnittlich 1x jährlich pro Hubschrauber fällig) kostet bis zu € 94.000,-- - Ersatzteile nicht eingeschlossen.