Biosprit
22.08.2012

Ohne Preisvorteile wird E10 scheitern

TIP E10 © by Gerd-Altmann pixelio.de
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Ethanolanteil soll voll besteuert werden

Enttäuscht zeigt sich Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, von den Aussagen des Finanzministeriums, dass es keine steuerlichen Anreize für die Einführung von Benzin mit einer Beimengung von zehn Prozent Ethanol (E10) geben soll. Diese Haltung ist für den ÖAMTC insbesondere deshalb unverständlich, weil dem bisher handelsüblichen Superbenzin bereits ein Anteil von fünf Prozent Ethanol beigemengt wird (E5), der aufgrund eines reduzierten Steuersatzes quasi von der Mineralölsteuer befreit ist. Wiesinger: "Dass man bei E10 nun den zusätzlichen Ethanolanteil voll mit Mineralölsteuer belegen will, kann man keinem Konsumenten erklären. Unter diesen Umständen wird der Club seinen Mitgliedern vom Tanken des teureren Bio-Kraftstoffes E10 abraten."

Erfahrungen in Deutschland

Wie Erfahrungen in Deutschland zeigen, greifen dort nur 15 bis 20 Prozent der Autofahrer zum E10-Zapfhahn, obwohl der biogene Kraftstoff momentan um vier Cent pro Liter günstiger angeboten wird als herkömmliches Superbenzin (E5). Beim ÖAMTC ist man davon überzeugt, dass E10 um fünf bis zehn Cent pro Liter günstiger angeboten werden muss als herkömmliches Benzin, damit der durchschnittliche Autofahrer E10 tankt.

Bedingungen für die Einführung von E10

Grundsätzlich hängt für den ÖAMTC die erfolgreiche Einführung von E10 von der Erfüllung von drei Rahmenbedingungen ab: Erstens muss für den Verbraucher klar sein, dass sein Fahrzeug E10 "verträgt". Zweitens muss sichergestellt sein, dass das Ethanol ethisch einwandfrei erzeugt wird - also ohne die Verarbeitung von Nahrungsmitteln oder die Zerstörung von Regenwald. Und drittens muss E10 eben günstiger angeboten werden als herkömmlicher Kraftstoff. ÖAMTC-Interessenvertreter Wiesinger stellt klar: "Ist einer der drei Punkte nicht erfüllt, wird E10 ein Rohrkrepierer."
Österreich muss im Verkehrssektor bis 2020 verbindlich mindestens zehn Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Quellen decken. "Das wird nur zu schaffen sein, wenn der Konsument auch einen Vorteil darin sieht, E10 zu tanken", so Wiesinger abschließend.