Vorsicht Stau – Unfallrisiko durch Kolonnenverkehr

2011: 18 Getötete bei Auffahrunfällen und Spurwechsel im hochrangigen Straßennetz

Wer in den Sommermonaten mit dem Auto auf Urlaub fährt, muss mit Staus rechnen. Neben Zeitverlust und Ärger bringt das Fahren im Kolonnenverkehr aber auch ein erhöhtes Unfallrisiko. Die größten Gefahren drohen beim Spurwechsel sowie beim Zufahren auf eine stehende Kolonne.

Typische Gefahrenstellen

Wenn ein Lenker stehende Fahrzeuge zu spät wahrnimmt, kommt es immer wieder zu gefährlichen Auffahrunfällen. Typische Gefahrenstellen für Staus und Auffahrunfälle sind Fahrbahnverengungen, unübersichtliche Straßenabschnitte nach Kurven oder Kuppen sowie Beginn und Ende von Baustellenbereichen.
Das Unfall- und Verletzungsrisiko steigt mit der Geschwindigkeit. Auf Autobahnen zum Beispiel passieren Auffahrunfälle mit größerem Resttempo. Das kann dramatische Auswirkungen haben.

Unfälle 2011

Im vergangenen Jahr passierten in Österreich 805 Auffahrunfälle auf Autobahnen und Schnellstraßen. Dabei wurden 1.346 Personen verletzt, 14 getötet. Beim Spurwechseln ereigneten sich im hochrangigen Straßennetz 191 Unfälle. 279 Personen wurden dabei verletzt, 4 getötet. (Quelle: Statistik Austria, Bearbeitung ÖAMTC-Unfallforschung)

Mindestabstand 2 Sekunden

Um gefährliche Situationen zu vermeiden, sind Konzentration und eine berechenbare, defensive Fahrweise unerlässlich. Wer prinzipiell den Fahrstreifen beibehält, bei einem notwendigen Wechsel den Blinker benutzt und andere einordnen lässt, ist stressfreier und sicherer unterwegs. Das Um und Auf für eine sichere Fahrt sind die richtige Geschwindigkeit und der passende Abstand. Der Abstand zum vorderen Fahrzeug sollte mindestens zwei Sekunden betragen. In Metern entspricht das etwa dem halben Tachowert.

Notbremsung – so funktioniert's

Kommt es zu einer brenzligen Situation, dann bleibt nur mehr wenig Zeit zu reagieren. Viele Autolenker wissen nicht, wie eine Notbremsung wirklich funktioniert und steigen anfangs zu zögerlich auf die Bremse. Bei hohen Geschwindigkeiten wird der Bremsweg oft unterschätzt. Man sollte schon dann kraftvoll bremsen, wenn es kritisch werden könnte. Der Druck gehört während des gesamten Bremsvorgangs gehalten und sogar erhöht.

Warnblinkanlage am Stauende warnt Nachfolgeverkehr

Die eingeschaltete Warnblinkanlage am Stauende warnt nachfolgende Autofahrer optisch – Auffahrunfälle können so vermieden werden. Die Warnblinkanlage sollte bereits aktiviert werden, wenn man sich dem Ende des Staus nähert. So kann der Nachfolgeverkehr rechtzeitig bremsen. Jeder Autofahrer sollte wissen, wo der Schalter der Alarmblinkanlage ist, damit er in einer Stresssituation gleich gefunden wird. Manche Autos haben diese Sicherheitseinrichtung bereits mit der Bremsanlage gekoppelt. Bei einer Vollbremsung wird die Warnblinkanlage automatisch aktiviert. Andere Bremsleuchten passen ihre Leuchtkraft sofort dem Bremsdruck an

Übung hilft – Fahrtechniktraining verkürzt Reaktionszeit

Bei einem Training in einem der neun ÖAMTC Fahrtechnik Zentren kann man das richtige Verhalten in Notsituationen perfektionieren. Man lernt, richtig und fest auf die Bremse zu steigen. Mit der Anzahl der Übungen sinkt die Reaktionszeit, weil die richtige Reaktion im Kopf abgespeichert ist. Dadurch wird der Anhalteweg signifikant kürzer. Auf dem Programm steht auch die Wirkung elektronischer Sicherheitseinrichtungen wie ABS oder ESP. Das Training findet auf verschiedenen Fahrbahnverhältnissen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten statt.