12.06.2012

Marke gegen Billigprodukt: Sieben 50er Roller im Test

Markenroller überzeugen durch bessere Qualität und höhere Sicherheit

Markenroller überzeugen durch bessere Qualität und höhere Sicherheit.

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© ÖAMTC
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City-Flitzer mit 50 Kubikzentimetern stellen vor allem für Jungendliche oft den Einstieg in die motorisierte Mobilität dar. Aber auch immer mehr Erwachsene wissen die Vorteile der 50er Roller zu schätzen. Sie überzeugen durch einen geringen Anschaffungspreis, wenig Unterhaltskosten und moderaten Kraftstoffverbrauch.

Ein ÖAMTC-Vergleichstest von Marken- und Billigrollern zeigt jedoch, dass es deutliche Qualitäts- und Sicherheitsunterschiede gibt. Außerdem lauern bei den vermeintlichen Schnäppchen oft versteckte Kosten im Service. "Als Überbrückung kann man zwar durchaus auf ein günstiges Produkt aus dem Baumarkt oder Online-Versandhandel zurückgreifen. Will man jedoch eine längerfristige Lösung, sollte man besser etwas tiefer in die Börse greifen und mindestens 2.000 Euro investieren", rät ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

7 Roller im Test

Der Club hat sieben Produkte unterschiedlicher Preissegmente getestet. Für den Aprilia SR50 R Factory, den Peugeot Speedfight 3 sowie die Vespa LX 50 gab es dabei jeweils das Gesamturteil "Gut". Es folgen Explorer Kallio 2 und REX Monza 50 Race mit der Bewertung "Befriedigend". Die Roller MZ Emmely EL2 und Novamotors GT-3 erhielten ein "Genügend".

Die Ergebnisse des Tests im Detail

Die Roller wurden in folgenden Kriterien untersucht:

Komfort

Hier wurden unter anderem Unterschiede beim Fassungsvermögen der Stauräume deutlich. Während beim Peugeot Speedfight 3 sogar ein Integralhelm einen trockenen und gut gesicherten Platz findet, lässt sich beim Novamotors GT-3 nicht einmal ein Jet-Helm verstauen. Auch der Sitzkomfort wurde bei den Markenprodukten durchwegs positiver bewertet. Die günstigen Roller Explorer Kallio 2 und REX Monza 50 Race bieten kaum Platz für größere Fahrer oder gar Fahrten zu zweit.

Sicherheit & Haltbarkeit

Der Novamotors GT-3 zeigt erhebliche Sicherheitsmängel. Die hintere Bremse ist im Test wiederholt ausgefallen. Außerdem hat der Roller Bremsflüssigkeit verloren. Bemerkenswert gute Bremsleistungen wurden hingegen beim Aprilia SR50 R Factory und beim Peugeot Speedfight 3 verzeichnet. Allerdings weisen die beiden Produkte erhebliche Mankos beim Einstellen der Rückspiegel auf. "Rückspiegel müssen größer und besser einstellbar sein", fordert der ÖAMTC-Techniker die Hersteller auf. Hier haben die Vespa LX 50 und der MZ Emmely EL2 einen Vorteil: Die Spiegel im Retro Design lassen sich schön einstellen und verleihen einen guten Rundumblick. Der Beregnungstest führt allerdings zu einem Totalausfall des MZ Hybrid Rollers.

Handhabung und Fahreigenschaften

Beim Fahren schneiden der Novamotors GT-3 und der REX Monza 50 Race durch die extrem schleifenden Ständer nur ausreichend ab. Auch der MZ Emmely EL2 erzielt durch die schwache Beschleunigung und Steigfähigkeit nur ein Befriedigend.

Verbrauch und Umwelt

Bei der Verbrauchsmessung zeigt sich die deutliche Überlegenheit der 4-Takter gegenüber der 2-Takter. Diese verbrauchen im Schnitt 1 Liter weniger als vergleichbare 2-Takter. Bei der Abgasmessung bewegen sich die meisten Roller auf ähnlichem Niveau. Einzig der Novamotors GT-3 zeigt eine extrem überhöhte Konzentration der Krebs erregenden Kohlenwasserstoffe. "Um saubere Technologien großflächig zu verbreiten, muss schnellst möglich die neue Abgasstufe Euro3 eingeführt werden", appelliert der ÖAMTC-Techniker.

Kosten und Service

Bei den Wartungskosten gibt es große Unterschiede. Der Novamotors GT-3 muss laut Händlerinformation alle sechs Monate zum Service. Im Test ist der erste Service allerdings bereits nach dem ersten Monat fällig. Der ÖAMTC-Techniker fordert in diesem Zusammenhang Hersteller dazu auf, realistische Serviceintervalle festzulegen. Am genügsamsten zeigt sich die Vespa LX 50. Erst nach 1.000 Kilometern ist der erste Service notwendig.
Eine Übersicht mit den Testergebnissen aller Modelle finden Sie in der Downloadbox links.