Lärmmessung unter Motorradhelm
Test zeigt: Geräusche beim Motorradfahren können gesundheitsschädlich sein
Beim Motorradfahren geht es laut zu. Trotzdem verzichten die meisten Motorradfahrer auf einen Gehörschutz. Ein ÖAMTC-Test zeigt, dass das schlimme Auswirkungen haben kann. Auf Messfahrten bei 80, 100 und 130 km/h hat der Club die akustische Belastung beim Biken sowie deren Ursachen untersucht.
Wahl des Helms
Mittels Messgerät wurden die Lärmbeeinträchtigungen bei drei verschiedenen Helmen erhoben: mittels Schuberth C3-Klapphelm, Jet-Modell sowie Arai-Vollvisierhelm sollten allfällige systembedingte Unterschiede ermittelt werden. Zur Messung wurde ein Mikrofon seitlich gleich neben dem Ohr im Helm platziert.
Spitzenwerte von 108 Dezibel
Die Ergebnisse des Tests sind alarmierend. Mit Abstand am lautesten geht es unter dem Jethelm zu. Bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h wurde ein Wert von 108 Dezibel verzeichnet. Zum Vergleich: die Arbeit mit einem Presslufthammer bedeutet eine Lärmbeeinträchtigung von 100 Dezibel. Aus arbeitsmedizinischer Sicht beträgt die maximal zulässige Einwirkdauer dieser Lärmquelle bei Tragen eines zertifizierten Gehörschutzes eine Stunde - und zwar pro Woche. Diese Obergrenze ist bei längeren Motorradausfahrten schnell überschritten.
Die Ergebnisse der Lärmmessungen im Detail
| Tempo | Jethelm | Integralhelm | Klapphelm |
|---|---|---|---|
| 80 km/h | 91 dB | 84 dB | 85 dB |
| 100 km/h | 102 dB | 88 dB | 91 dB |
| 130 km/h | 108 dB | 97 dB | 101 dB |
Gehörschutz für Motorradfahrer dringend empfehlenswert
Obwohl das subjektive Lärmempfinden von Mensch zu Mensch variiert, ist die reale Gefährdung durch zu laute Lärmquellen weitgehend gleich. Eine Lärmeinwirkung von 150 Dezibel verursacht schon nach wenigen Sekunden irreparable Schäden.
Dauerlärm macht krank
Lärm wirkt sich dabei nicht nur auf das Ohr, sondern auf den ganzen Organismus sowie auf die Psyche negativ aus. Die Folgen können über Schlafstörungen bis hin zum Herzinfarkt reichen. Im Straßenverkehr kann Dauerlärm den Stresspegel erhöhen, aggressiv machen und somit das Unfallrisiko massiv erhöhen. Das Tragen eines professionell angepassten Gehörschutzes sollte deshalb für Motorradfahrer genauso selbstverständlich sein, wie das Tragen eines Helms.