2011 wurden bei 3.441 Unfällen mit Motorradbeteiligung 3.580 Lenker und Beifahrer zum Teil schwer verletzt, 67 Biker starben - so die ernüchternden Zahlen der Statistik Austria. Die ÖAMTC-Unfallforschung hat sich daher intensiv mit der Auswertung von Motorradunfällen auseinandergesetzt, um so das für viele schönste Hobby der Welt sicherer zu machen. "Die Schlussfolgerung ist eindeutig", erklärt ÖAMTC-Verkehrsexperte Markus Schneider. "In rund 21 Prozent der Fälle hätte ein ABS den Unfall verhindert oder zumindest die Folgen gelindert."
Sicherheit
ÖAMTC-Unfallforschung: Motorrad-ABS ist dringend notwendig
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Etwa ein Fünftel aller Motorradunfälle könnte damit verhindert werden
Fahrfehler als häufige Unfallursache
"Die Analyse des Datenmaterials der ÖAMTC-Unfallforschung hat gezeigt, dass der Anteil der Alleinunfälle mit 40 Prozent relativ hoch ist", erläutert der ÖAMTC-Experte. Auffällig dabei ist, dass in vielen Fällen ein Fahrfehler Auslöser für einen Motorradunfall ist. "Diese treten hauptsächlich beim Befahren von Kurven und in Verbindung mit Bremsmanövern auf", weiß der ÖAMTC-Verkehrsexperte. Gerade in diesen Situationen könnte ein ABS helfend eingreifen und Schlimmeres abwenden. Ein Überbremsen in Schrecksituationen könnte durch das Fahrerassistenzsystem wirksam ausgeglichen und Stürze durch blockierende Räder verhindert werden. "Leider hat die Untersuchung aber auch gezeigt, dass die ABS-Ausstattungsquote in Österreich noch immer sehr gering ist", kritisiert Schneider.
Club fordert serienmäßiges ABS bei Motorrädern
Der OAMTC fordert daher, dass in allen Klassen von Motorrädern inklusive Rollern serienmäßig ABS eingebaut ist und der Aufpreis für dieses wesentliche Sicherheitsfeature gering ist. Hinzu kommt, dass das Angebot an Trainingskursen zum richtigen Umgang mit der ABS-Technologie ausgeweitet werden muss. "Durch praktische Bremsübungen im kontrollierten Rahmen werden Biker besser auf kritische Verkehrssituationen vorbereitet", erklärt der ÖAMTC-Verkehrsexperte und verweist diesbezüglich auf das Motorrad Aktiv Training der ÖAMTC Fahrtechnik.
Detaillierte Analyse für mehr Sicherheit
33 Prozent der 1.507 durch die ÖAMTC-Unfallforschung detailliert untersuchten Motorradunfälle wurden als Einbiege- bzw. Kreuzungsunfälle identifiziert. Weitere 32 Prozent waren Abkommensunfälle, gefolgt von Auffahrunfällen und Gegenverkehrskollisionen. "60 Prozent der Unfälle ereigneten sich mit anderen Verkehrsteilnehmern wie etwa Pkw oder Lkw", berichtet der ÖAMTC-Experte. Diese Kollisionsunfälle werden sehr häufig durch die andere Verkehrsteilnehmer verursacht. "So nehmen Pkw-Fahrer Motorradfahrer beim Linksabbiegen, Wenden, Einbiegen oder Kreuzen erst sehr spät wahr und unterschätzen mitunter auch die Annäherungsgeschwindigkeit", beschreibt Schneider einen typischen Unfallhergang.
Die Ausstattung von Motorrädern mit ABS ist daher bei weitem nicht ausreichend, um die Verkehrssicherheit insgesamt zu erhöhen. "Motorradfreundliche Straßenbau-Maßnahmen, wie etwa das Beseitigen von Sichtbehinderungen an Kreuzungen, gehören ebenso dazu", formuliert der ÖAMTC-Experte einer weiteren Forderung des Clubs. "Und last but not least ist auch unaufhörliche Aufklärungsarbeit für Motorrad- und Autofahrern über die 'Eigenheiten' des jeweils anderen unumgänglich."
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