19.03.2012

Rückruf mal 2 bei Mercedes

Hinterachsfedern und Kraftstofffilter betroffen

© ÖAMTC
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Die Stuttgarter Fahrzeugschmiede Mercedes Benz ordert österreichweit insgesamt 3.227 Fahrzeuge aus unterschiedlichen Baureihen in zwei gesonderten Rückrufaktionen in die Vertragswerkstätten zurück. Es können Probleme im Bereich der Hinterachse und des Kraftstofffilters auftreten.

Kraftstoffaustritt: Rutschige Angelegenheit

Im Falle des Kraftstofffilters handelt es sich mit insgesamt 3.223 fehlerhaften Fahrzeugen um die zahlenmäßig größere Rückrufaktion. Konkret davon betroffen sind die Modellreihen C-, E-, S-, G-, GL-, GLK-, ML- und R-Klasse sowie CLS, Vito, Viano und Sprinter mit Vierzylinder- und Sechszylinder-Dieselmotor aus dem Produktionszeitraum Dezember 2009 bis Juli 2011.

Wie der Sprecher von Mercedes-Benz Österreich dem ÖAMTC auf Anfrage mitteilt, könne es am Kraftstofffilter mit integrierter Kraftstoffheizung zu Undichtigkeiten kommen, die zum Verlust von Diesel-Kraftstoff führen. Sollte dieser Mangel auftreten, werden die Kunden durch entsprechenden Dieselgeruch in Fahrzeugnähe darauf aufmerksam. Die größere Gefahr geht allerdings im Fahrbetrieb hervor: Der austretende Kraftstoff könne auf die Fahrbahn gelangen und somit das Fahrverhalten des eigenen Fahrzeugs als auch das der nachfolgenden Verkehrsteilnehmer negativ beeinflussen. Als Abhilfemaßnahme wird an den betroffenen Fahrzeugen die Kraftstofffilter-Einheit kontrolliert und bei Bedarf erneuert. Laut Hersteller fallen hierfür nicht mehr als 60 Minuten an Arbeitszeit an.

Kritisches Fahrverhalten

Ein plötzlich eintretender Bruch der hinteren Fahrwerksfedern ist der Auslöser für den zweiten Rückruf im Hause Daimler: Bei insgesamt vier Mercedes Sprinter mit 5-Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, die im April 2011 vom Band gelaufen sind, wurden möglicherweise nicht den Herstellerspezifikationen entsprechende Hinterachsfedern eingebaut. Diese können aufgrund zu hoher Materialspannungen vorzeitig brechen, was zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Fahrverhaltens führt. Innerhalb eines einstündigen Werkstattaufenthalts werden an den Fahrzeugen präventiv die hinteren Fahrwerksfedern überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht.

Eine Aktion läuft, andere schon abgeschlossen

Beide Aktionen sind in Österreich vor geraumer Zeit gestartet worden, Letztere ist sogar bereits zur Gänze abgeschlossen. Die betroffenen Kunden wurden rechtzeitig über den Versicherungsverband verständigt und in die Vertragswerkstätten gebeten. Unfälle habe es nach Angaben des Importeurs in beiden Fällen keine gegeben.