06.12.2011

Test: Dachboxen für den Schitransport

Wer eine Fahrt in den Schiurlaub plant, sollte sich rechtzeitig Gedanken über die Transportmöglichkeiten für seine Brettln machen. Neben dem klassischen Schiträger bietet sich eine Dachbox als Stauraum an.

Teuerste Box mit "gut", günstigstes Modell mit "nicht genügend" beurteilt

Wer eine Fahrt in den Schiurlaub plant, sollte sich rechtzeitig Gedanken über die Transportmöglichkeiten für seine Brettln machen. Neben dem klassischen Schiträger bietet sich eine Dachbox als Stauraum an. Der ÖAMTC hat daher in Zusammenarbeit mit seinen Partnerclubs rechtzeitig zu Saisonbeginn acht Modelle (Thule Dynamic 800, A.T.U. Jetbag Family 455, Hapro Probox 460, Kamei Husky XXL, Mont Blanc Vista 450, Atera Certo Design 560, Rameder Xtreme 450, MAC Daytona 500) genau unter die Lupe genommen.

Video: Dachboxentest 2011

Test-Kategorien

Die Boxen wurden in den Kategorien Gestaltung, Handhabung, Fahr- und Crashsicherheit auf Herz und Nieren geprüft. "Die Höchstnote wurde von allen getesteten Produkten verfehlt. Immerhin vier Modelle erreichten ein 'gut', drei ein 'befriedigend'. Testverlierer ist die MAC Daytona 500, die günstigste Box im Test. Aufgrund einiger gefährlicher Mängel wurde dieses Modell mit 'nicht genügend' bewertet", fasst ÖAMTC-Techniker Thomas Stix die Ergebnisse zusammen. Als Sieger ging die teuerste Dachbox, die Thule Dynamic 800 aus dem ÖAMTC-Test hervor. Dieses Modell präsentierte sich in Verarbeitung und Handhabung nahezu fehlerlos. Die Höchstwertung wurde allerdings durch ein um 30 Prozent von den Herstellerangaben abweichendes Volumen verhindert.

Zusammenfassung der Testergebnisse nach einzelnen Anforderungen

  • Die Gebrauchsanweisungen boten bei allen Dachboxen hinreichende Erklärungen und Übersichtlichkeit. Nur die Anleitung der MAC Daytona 500 fiel aus dem Rahmen, da essentielle Hinweise zur sicheren Montage und Angaben zur Maximalgeschwindigkeit fehlten.
  • Bei der Volumenüberprüfung wurden teilweise erhebliche Diskrepanzen zu den Herstellerangaben festgestellt. Vor allem der Testsieger von Thule fiel negativ auf. "Statt der angegebenen 420 Liter fasst die Box nur 290 Liter. Noch dazu ist durch die spitze Form nicht einmal dieses Volumen voll nutzbar, was letztlich zur Abwertung führte", erklärt der ÖAMTC-Experte.
  • Die Kältefestigkeit der Boxen wurde bei einer Temperatur von -20 Grad Celsius überprüft. Die meisten Produkte hielten dem Schlag eines 2,5 kg schweren Fallkörpers problemlos stand. Die Mont Blanc Vista brach an einer Stelle, noch wesentlich schlimmer erwischte es die MAC Daytona. "Das Produkt erlitt an mehreren Stellen Schäden und war nach der Prüfung völlig defekt", so der ÖAMTC-Techniker.
  • In der Kategorie Fahrsicherheit leisteten sich nur die Atera Certo Design und die MAC Daytona im Ausweichtest echte Schwächen. "Beide Modelle verrutschten bis zum seitlichen Anschlag der Dachträger. Da die Boxen sehr hoch sind, bekam das Fahrzeug dadurch einen seitlichen Impuls, der Kippen verursachen kann", erklärt der ÖAMTC-Experte. Durch hohe Zuladungen verstärkt sich dieser Effekt.
  • Beim Crashtest öffnete sich bei allen Boxen durch die Dynamik der Verzögerung der vordere Teil, meist jedoch ohne die Ladung wirklich zu verlieren. Bei den Spanngurten besteht allgemeiner Verbesserungsbedarf. Entweder rissen die Gurte oder sie wurden von scharfkantigen Gurtösen durchtrennt. Besonders schlecht schnitt die MAC Daytona im Crashtest ab, durch fehlende Montagehinweise wurde die Box zum 70 kg schweren Geschoss. "Auch eine alternative Montagemöglichkeit hilft nicht. Werden die Halter anders montiert, durchschlagen die Schier die Box und landen auf dem Boden", so der ÖAMTC-Experte.
  • Die Dachboxen haben – egal ob leer oder beladen – ein gewisses Gewicht und beeinflussen die Aerodynamik. Beim Verbrauchstest des ÖAMTC wurde auf der Autobahn ein allgemeiner Mehrverbrauch von fast 20 Prozent festgestellt.

Expertentipps zu Kauf und Nutzung von Dachboxen

  • Vor dem Kauf der Box testen, ob das Modell den persönlichen Ansprüchen genügt (z. B. Verschlüsse, Handhabung, Größe).
  • Beim Einfahren in Garagen nicht vergessen, dass das Auto mit Box höher ist.
  • Beim Fahren mit Dachbox ändert sich das Fahrverhalten des Autos. Durch die größere Gesamthöhe ist das Fahrzeug bei Seitenwind empfindlicher. "Besonders nach Waldstücken und auf Brücken droht Gefahr durch plötzlich auftretende Windböen", warnt der ÖAMTC-Experte.
  • Die größere Windangriffsfläche führt zu einem höheren Spritverbrauch. "Leerfahrten mit der Box sollten im Interesse von Umwelt und Brieftasche vermieden werden", so der ÖAMTC-Techniker abschließend.