Sicherheitsratgeber
31.05.2011

So machen Sie Ihr Kind fit für's Rad

Radhelmpflicht für mehr Sicherheit

Die Statistik des Innenministeriums für die ersten 20 Kalenderwochen des Jahres 2011 gibt Anlass zur Besorgnis: Bereits 14 Radler kamen auf Österreichs Straßen ums Leben, fünf mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Unter den Todesopfern war auch ein elfjähriges Kind. Die Radhelmpflicht für Kinder, die seit 31. Mai gilt, soll mehr Sicherheit bringen. "Da Radfahren erhöhte Aufmerksamkeit und Multitasking verlangt, ist die Gefahr zu verunfallen für Kinder besonders groß", erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Die Helmpflicht gilt übrigens nicht nur für Kinder, die selbst mit dem Rad fahren. "Auch wenn Eltern ihre Sprösslinge mit Kindersitz oder in einem Anhänger mitnehmen, muss der Nachwuchs zukünftig einen Helm tragen", betont Seidenberger.

Kinder langsam an die Gefahren des Straßenverkehrs gewöhnen

Der ÖAMTC empfiehlt, Kinder schon vor dem endgültigen Schritt in den Straßenverkehr an die Verwendung eines Kopfschutzes zu gewöhnen. Bereits beim Erlernen des Radfahrens können Helm, Ellbogen- und Knieschützer wertvolle Dienste leisten. "Stürze sind zu Beginn nahezu unvermeidlich. Damit kleine Missgeschicke glimpflich ausgehen und die Motivation nicht verloren geht, sollte auch beim Üben ein Fahrradhelm getragen und beim Rad auf eine sichere Ausrüstung geachtet werden", erklärt die ÖAMTC-Expertin.

Üben in geschützten Bereichen

Die ersten Übungen mit dem Fahrrad erfolgen am besten in einem geschützten Bereich (Innenhof, Park), danach bieten Radwege und Freizeitbereiche die Möglichkeit einer langsamen Annäherung an den Straßenverkehr. Erst wenn sich die kleinen Pedalritter in dieser Umgebung sicher genug fühlen und nach Einschätzung der Eltern das Gelernte "sitzt", sollte der nächste Schritt in "echte" Verkehrssituationen unternommen werden. Dabei gilt es zu beachten, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind und die Welt mit völlig anderen Augen sehen. "Wer mit seinem Nachwuchs auf Radtour geht, sollte immer hinter dem Kind fahren. Eine Ausnahme bilden schwierige Streckenabschnitte, auf denen Eltern die Vorhut übernehmen", empfiehlt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin und fügt hinzu: "Am wichtigsten ist, dass sich die Eltern immer ihrer Vorbildfunktion bewusst sind. Eine rücksichtsvolle Fahrweise und das unbedingte Einhalten der Verkehrsregeln sollten ebenso selbstverständlich sein wie das Tragen eines Helmes."

Das richtige Fahrrad für den Nachwuchs

Damit Kinder (verkehrs-)sicher mit dem Rad unterwegs sind, ist es bei der Auswahl des Drahtesels zunächst wichtig, die Rahmenhöhe optimal zu wählen. Als Faustregel gilt: das Kind muss sich mit beiden Fußballen sicher auf dem Boden abstützen können. "Die Lenkerbreite sollte ungefähr mit der Schulterbreite übereinstimmen. Um den Oberkörper zu entlasten ist außerdem darauf zu achten, dass der Lenker eindeutig höher als der Sattel sein sollte", erklärt die ÖAMTC-Expertin.
Sicherheitsvorschriften gibt es auch aus juristischer Sicht. Neben voll funktionsfähigen und leicht bedienbaren Bremsen sind beim Fahrrad eine Klingel oder Hupe und Reflektoren an der Seite, hinten und vorne erforderlich. "Nur bei Dunkelheit vorgeschrieben, aber bestenfalls trotzdem fix montiert sollten ein Scheinwerfer vorne und ein rotes Rücklicht sein", empfiehlt ÖAMTC-Jurist Andreas Achrainer. Außerdem tragen Sicherheitsgriffe, eine Polsterung am Lenker und breite, trittsichere Pedale zur Minimierung des Verletzungsrisikos bei.