Schatten
10.05.2011

Startschuss für die Aktion "7 Schicksale - 7 Schatten"

Bewusstseins-Kampagne startet am 11. Mai

In den vergangenen Jahren konnten die Unfallzahlen bei jungen Lenkern durch Verbesserungen wie Mehrphasen-Führerschein und 0,0 Promille signifikant gesenkt werden. Trotzdem ist das Risiko, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, bei jungen Fahranfängern bedeutend höher als bei anderen Verkehrsteilnehmern. Im Jahr 2010 gab es in Österreich unter den 15- bis 24-Jährigen 14.069 Verletzte, 129 junge Lenker verunglückten tödlich. Fast 31 Prozent aller im Straßenverkehr Verunglückten stammen aus dieser Altersklasse.

Schicksale von jungen Unfallopfern

Mit der Aktion "7 Schicksale – 7 Schatten" beschreitet der ÖAMTC einen neuen Weg für präventive Verkehrssicherheit bei Jugendlichen: Die Schicksale von Gleichaltrigen sollen junge Verkehrsteilnehmer persönlich ansprechen. "Ziel ist, den Jugendlichen den Sicherheitsaspekt im Straßenverkehr bewusst zu machen. Oft hat man selbst als Verkehrsteilnehmer sein Schicksal in der Hand. Diese Aktion soll Jugendliche anregen, ihr Verhalten im Straßenverkehr zu überdenken", erklärt ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold, selbst Vater von zwei Kindern im Teenager-Alter.

Start der Ausstellung in 5 Landeshauptstädten

Die Bewusstseins-Kampagne startete am 11. Mai zeitgleich an fünf Schulen in fünf österreichischen Landeshauptstädten. Der Start für Wien, Niederösterreich und das Burgenland fand an der HTL Rennweg im 3. Wiener Gemeindebezirk statt. "Gerade in der Altersgruppe der über 15-Jährigen ist es schwierig, mit allgemeinen Sicherheitsappellen zu punkten. Daher ist es mir ein Anliegen, neue Wege zu gehen, um Jugendliche zu erreichen, um sie zu sensibilisieren", begrüßt Schuldirektor Martin Weissenböck die Initiative.

"Decade of Action for Road Safety"

Eingebettet ist das Projekt "Schatten" in die "Decade of Action for Road Safety". Dieser Zehn-Jahres-Aktionsplan wurde im Jahr 2010 auf Initiative von ÖAMTC und FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) von der UNO (Vereinte Nationen) ausgerufen. Ziel ist, weltweit die Zahl der Verkehrstoten zu reduzieren. "Es geht darum, endlich das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Verkehrssicherheit uns alle betrifft. Mit den richtigen Maßnahmen könnten bis zum Jahr 2020 weltweit fünf Millionen Todesopfer und 50 Millionen Schwerverletzte im Verkehr verhindert werden", betont ÖAMTC-Präsident Werner Kraus. Er ist als FIA-Präsident der Region 1 für Europa, Afrika und den Nahen Osten verantwortlich.

Wir wollten leben! 7 Schicksale - 7 Schatten

Im Mittelpunkt der Aktion "Schatten" stehen sieben lebensgroße Figuren. Jede Silhouette steht für einen jungen Menschen aus Österreich, der in den vergangenen Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Betroffen macht, dass all diese Fälle wirklich passiert sind. Die Texte, die sich auf den Schattenfiguren befinden, erzählen die Schicksale der verunglückten Jugendlichen und enthalten auch persönliche Angaben. Damit wird für den Betrachter aus einem gerade noch anonymen Opfer ein Gleichaltriger, der Freund, Schulkollege, Nachbar sein könnte.
Was auf den Schattenfiguren zu lesen ist, sind die Worte der Angehörigen. "Für Angehörige und Freunde ist nach solchen Schicksalsschlägen nichts mehr, wie es war. Sie verfassten die Texte selbst, suchten Fotos aus, stimmten der Veröffentlichung zu. Sie wollen dazu beitragen, dass andere junge Menschen über das richtige Verhalten im Straßenverkehr nachdenken und sicherheitsbewusst handeln. Unser Dank gilt daher in besonderem Maße den Angehörigen. Sie ermöglichen, dass es diese Aktion gibt", erklärt ÖAMTC-Vebandsdirektor Oliver Schmerold.

Unterrichtsbegleitung und Eigeninitiative

Die Ausstellung der Schattenfiguren bleibt für einige Wochen an der Schule. Die Themen Unfall, Unfallursache, Unfallprävention und Eigenverantwortung können von den Lehrern im Unterricht aufgenommen werden.
Die Jugendlichen können die Aktion im Online-Forum der Website kommentieren und auf der ÖAMTC-Facebook-Seite ihre Meinung posten. "Möglicherweise kommt beim Betrachten der Ausstellung ein Dialog unter den Jugendlichen zustande. Möglicherweise gibt es Resonanzen in den Klassen oder in sozialen Netzwerken. Idealerweise gibt es positive Auswirkungen im Verkehrsverhalten", so der ÖAMTC-Verbandsdirektor abschließend.

Alle Infos zur Aktion gibt es auf: www.oeamtc.at/schatten