Aktuelles & Einsätze
01.04.2011

10 Jahre ÖAMTC-Flugrettung in Linz

Über 9.000 geflogene Einsätze

Von 1988 bis zum 1. April 2001 erfolgte die Rettung aus der Luft in Oberösterreich durch Martin 2, den Rettungshubschrauber des Innenministeriums. Ab diesem Zeitpunkt startete dann der ÖAMTC-Notarzthubschrauber Christophorus 10 von Linz/Hörsching aus zu seinen oft lebensrettenden Einsätzen im Raum Linz und dem größten Teil des Bundeslandes.

"Über 9.000 geflogene Einsätze belegen die Erfolgsstory des ÖAMTC-Flugrettungsstandortes in Linz", freut sich Stützpunktleiter Captain Wolfgang Hießböck. "Durchschnittlich 900 Einsätze im Jahr machen Christophorus 10 zu einem unverzichtbaren Bestandteil eines modernen Rettungssystems in Oberösterreich." Mehr als 75 Prozent der geflogenen Einsätze sind Primäreinsätze, also Hilfeleistungen direkt am Notfallort. Am häufigsten, nämlich in knapp einem Drittel der Fälle, erfolgt der Einsatz nach internistischen Notfällen. "Ungefähr jeder siebente Einsatz wird aufgrund eines Verkehrsunfalls notwendig", weiß der erfahrene ÖAMTC-Pilot. Bei rund 93 Prozent aller Einsätze im Jahr 2010 lag der Notfallort in Oberösterreich.

In nur 13 Minuten am Notfallort

Maximal drei Minuten nach der Alarmierung ist das Team in der Luft. Im Schnitt vergehen gerade 13 Minuten bis Christophorus 10 am Notfallort eintrifft. "Durch die rasche notärztliche Versorgung direkt am Unfallort steigen die Überlebenschancen des Patienten und auch die Wahrscheinlichkeit, das Unglück ohne Spätfolgen zu überstehen", erklärt Hießböck. "Auch der rasche und schonende Transport durch den ÖAMTC-Notarzthubschrauber in das geeignete Spital wirkt sich positiv auf die Heilungschancen aus." Den Patienten entstehen durch einen Notarzthubschrauber-Einsatz keinerlei Kosten.

Die dreiköpfige Besatzung des in Linz stationierten ÖAMTC-Notarzthubschraubers setzt sich aus dem Pilot, dem Flugrettungssanitäter und einer Notärztin oder einem Notarzt zusammen. Die 14 Notärztinnen und Notärzte unter der Führung von Prof. Dr. Hans Gombotz werden von der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin des AKH Linz gestellt. Fünf speziell ausgebildete Flugrettungssanitäter des Roten Kreuzes, rund um den Leitenden Flugretter Werner Lang, komplettieren das Team und sind unter anderem für die, oft sehr schwierigen, Bergungen von Personen aus alpinen Notlagen zuständig.

Christophorus 10 ist täglich zwischen sechs Uhr Früh und dem Einbruch der Dunkelheit einsatzbereit und wird von der Rettungsleitstelle des Roten Kreuzes disponiert.

Hoher qualitativer Standard

"Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit unserem Partner Rotes Kreuz, sowie den perfekt ausgebildeten Notärzten, Flugrettungssanitätern und Piloten hat die Flugrettung in Oberösterreich einen hohen qualitativen Standard, der jedem Vergleich standhält", bestätigt der Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung, Reinhard Kraxner. Aber auch das Land Oberösterreich war sich zu jeder Zeit seiner Verantwortung gegenüber der Bevölkerung bewusst. Wiederholt haben die politisch Verantwortlichen die Initiative ergriffen, um einerseits den Fortbestand der Flugrettung zu sichern und um andererseits ein optimales Arbeitsumfeld für die Lebensretter aus der Luft zu schaffen.

Dem Vernehmen nach soll bereits demnächst die Kündigung der sogenannten Artikel 15a Vereinbarungen durch das Innenministerium eingeleitet werden. "Die Flugrettung fällt dann ausschließlich in die Kompetenz der Länder", erläutert Kraxner. "Wie auch immer das Land Oberösterreich die Flugrettung im Detail organisieren wird, die ÖAMTC-Flugrettung wird sich bemühen, auch in Zukunft als verlässlicher Partner zur Verfügung zu stehen."