13.10.2011

E10 in Österreich

Risiken, Chancen und viele offene Fragen

Biosprit-Einführung: Risiken, Chancen und viele offene Fragen.

© ÖAMTC
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Zum Thema Biosprit-Einführung sind in Österreich noch viele Fragen offen. Beim Mobilitätsclub sieht man in der Erhöhung des biogenen Anteils im Sprit neben den Risiken auch Chancen. So könnten die Treibhausgasemissionen unmittelbar reduziert werden. Und auch die längst überfällige ökologische Mineralölsteuer-Reform rückt wieder in den Vordergrund.

Das fordert der Club:

  • Je bio, desto günstiger. Für die Konsumenten darf es zu keiner Teuerung kommen.

    Der Club fordert im Vorfeld der E10-Einführung eine längst überfällige ökologische Mineralölsteuer-Reform.
    Der ÖAMTC schlägt vor, zurück auf einen Basis-Steuersatz pro Spritsorte zu gehen und den Bio-Anteil de facto steuerfrei zu stellen.
  • Bevor zehn Prozent des biogenen Anteils in Benzin beigemischt werden, müssen in Österreich verbindliche Angaben der Hersteller über die Verträglichkeit der neuen Kraftstoffe vorliegen.
  • Treten trotz Herstellerfreigaben aufgrund der Verwendung von Kraftstoffen mit E10 Fahrzeugschäden auf, dürfen diese nicht dem Konsumenten angelastet werden.
  • Ab Einführung der höheren Beimischungssätze muss für mindestens acht Jahre auch E5 (Super und Super Plus) als Bestandsschutz weiter bestehen.
  • Für Biokraftstoffe müssen von akkreditierten Stellen Nachweise vorliegen, die die nachhaltige Produktion über den gesamten Herstellungsprozess belegen. Zertifizierungsstellen müssen nach einem anerkannten System die Erfüllung der Anforderungen kontrollieren.

Ökologische Mineralölsteuer-Reform

"Eine ökologische Mineralölsteuer-Reform ist längst überfällig", so ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau. Der Club schlägt vor, zurück auf einen Basis-Steuersatz pro Spritsorte zu gehen und den Bio-Anteil steuerfrei zu stellen.

Bei null Bioanteil fallen 100 Prozent Steuern an, bei 10 Prozent Bio-Anteil 90 Prozent und bei 5 Prozent Bio-Anteil 95 Prozent. Das ÖAMTC-Modell von zwei Basis-Steuersätzen und steuerfreien Bioanteilen begünstigt damit jede künftige Erhöhung des Bio-Anteils in Sprit automatisch.

Chancen für Umwelt und Mobilität

"Der ÖAMTC hat seine Forderungen zu Biosprit auf den Tisch gelegt. Jetzt muss man der Politik einmal die Chance geben, zu arbeiten und Lösungen anzubieten", sagt ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold. "Es ist jedenfalls zu früh um zu polemisieren und das Thema abzuschreiben. Das könnte auch eine vergebene Chance für Umwelt und Mobilität sein."