Luftfahrzeuge müssen leicht sein. "Daher sind ihre Bestandteile so konstruiert dass sie für einen definierten Zeitraum ihre Funktion erfüllen und danach entweder generalüberholt oder verschrottet werden", erklärt der Technische Direktor der ÖAMTC-Flugrettung, Wolfgang Burger. Nur durch diese bewusste Einschränkung der Lebensdauer ist es möglich auch Bauteile mit geringem Gewicht herzustellen.
Für jeden Bauteil gibt es seitens des Herstellers eine genau vorgegebene Betriebszeit. "Um diese exakt einzuhalten werden in sogenannten Logbüchern Flugzeiten und Landungen detailliert eingetragen", weiß Burger. Die ÖAMTC-Flugrettung verwendet hierfür ein von der Luftfahrtbehörde zugelassenes elektronisches Logbuch in das der Pilot jeden Flug einträgt. Die Daten werden dann täglich in das Programm der Betriebszeitenüberwachung überspielt. Die Aufgabe der Techniker der HeliAir, dem Wartungsbetrieb der ÖAMTC-Flugrettung, ist, mit diesen Daten den Ausbau fälliger Bauteile zu planen und darauf zu achten, dass die neu einzubauenden Bauteile auch auf Lager liegen.
"Um unnötige Standzeiten zu vermeiden, wird der Ausbau eines solchen Teiles meist mit einer geplanten Wartung verbunden", erläutert der Technische Direktor der ÖAMTC-Flugrettung. Ein Techniker baut den Bauteil aus und übergibt ihn ans Lager. Von dort wird der Bauteil gemeinsam mit der Lebenslaufakte an den Hersteller zum Overhaul versandt. "Beim Overhaul wird dann der Bauteil komplett zerlegt gereinigt und befundet", beschreibt Burger den Vorgang. "Je nach Verschleiß und Abnützung werden die Teile durch Neuteile ersetzt oder auch für einen Wiedereinbau aufbereitet."
Nachdem alle erforderlichen Einzelteile für den Einbau vorbereitet sind, wird der Bauteil wieder zusammengebaut. "Jeder einzelne Arbeitsschritt muss exakt dokumentiert werden und schlussendlich wird ein JAR FORM 1 (Echtheitszertifikat) ausgestellt", führt Burger aus. "Zusätzlich wird der Overhaul in die Lebenslaufakte des Bauteils übertragen."
In den Wartungsunterlagen werden die Zeiten für den Overhaul publiziert. Diese Intervalle können sich auch je nach Verschleiß im Betrieb ändern. Bei der Neuentwicklung eines Hubschraubers werden die Intervalle für Overhaul berechnet bzw. durch Versuch getestet. "Zu Beginn eines Hubschrauberlebens sind die Intervalle kürzer um die Sicherheit zu gewährleisten", hält Burger fest. Der Hersteller prüft dann beim Overhaul die Teile sehr kritisch auf ihren Zustand. Ist der Zustand besser als erwartet wird die Laufzeit des Bauteils erhöht. Das Getriebe der EC135, dem Einsatzhubschrauber der ÖAMTC-Flugrettung, hatte zu Beginn ein Intervall von 3.000 Flugstunden. Mittlerweile wurde dieser auf 4.000 Flugstunden erhöht.
Dieser regelmäßige Austausch einzelner Bauteile führt dazu, dass ein Hubschrauber einfach länger lebt als beispielsweise ein Auto. "Die Hülle bleibt die gleiche, das Innenleben wird jedoch ständig erneuert", bringt es Burger auf den Punkt.
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