Zivilcourage kann Verkehrsunfälle verhindern
Junge Leute sollen füreinander Verantwortung übernehmen
Am Wochenende gab es wieder viele Todesopfer bei Verkehrsunfällen zu beklagen. Auffallend ist, dass sie vorwiegend männlich und jung sind. Grund für die tödlichen Fahrten sind meistens Alkohol und nicht angepasste Geschwindigkeit. Junge Männer sind risikobereiter als Frauen und neigen noch dazu eher dazu, sich in der Gruppe beweisen zu wollen. Also steigen sie auch eher ins Auto, wenn sie alkoholisiert sind. Und fahren aufgrund der zunehmenden Enthemmung und mit gesteigertem Selbstvertrauen durch den Alkoholeinfluss schneller und riskant, wenn Freunde im Auto mitfahren.
Zivilcourage ist gefordert
"Freunde sollten aufeinander aufpassen, sich in gewisser Weise kontrollieren und Verantwortung füreinander übernehmen", betont ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. "Wenn man sieht, dass jemand zuviel Alkohol konsumiert hat, muss man ihn dringend daran hindern, mit dem Auto zu fahren." Manchmal bedarf es dazu einiger Zivilcourage, denn die Reaktionen auf eine Warnung fallen nicht immer freundlich oder ruhig aus. Viele junge Leute haben deshalb auch Angst davor, als Spaßbremse oder als Übervorsichtige dazustehen und schweigen lieber, auch wenn sie ein ungutes Gefühl dabei haben.
Verantwortung für Freunde übernehmen
Mögliche schwerwiegende Konsequenzen, die eine Alkofahrt nach sich ziehen kann, werden gerne verdrängt, wenn man in feuchtfröhlicher Runde beisammen ist. "Es wird mir schon nichts passieren, ich kann das", ist so mancher Alkolenker überzeugt. Das trügerische Sicherheitsgefühl und die Selbstüberschätzung steigen allerdings mit wachsendem Promillespiegel. "Man kann nur an alle jungen Menschen appellieren: Seid mutig, schwimmt gegen den Strom, übernehmt Verantwortung für eure Freunde und Bekannten, wenn die dazu nicht mehr im Stande sind", sagt Seidenberger.
Erst absprechen, dann feiern
Um Verkehrsunfällen oder Strafen aus dem Weg zu gehen, kann schon ein kleiner Deal unter Freunden helfen, der mit Sicherheit kein böses Blut schafft. Man plant am besten bereits vor dem Ausgehen, wer die anderen sicher und ohne Alkoholbeeinträchtigung nach Hause bringen wird. Oder man lässt sich von einem 0,0 Promille-Lenker abholen. Jedes Mal ist wer anderer dran. Wenn das geklärt ist, macht auch das Feiern mehr Spaß.
Vorsicht bei Restalkohol!
Nach einer durchzechten Nacht ein bisschen seinen Rausch ausschlafen und dann mit dem Auto nach Hause fahren - davon ist dringend abzuraten. Der Restalkohol im Körper baut sich langsam ab, nämlich nur rund 0,15 Promille pro Stunde. Es gibt keine Tricks oder Mittel, um den Alkoholabbau zu beschleunigen. Besser ist es, das Auto auch am Folgetag stehen zu lassen.