Aktuelle Tests

Fahrradhelmtest

Verbesserungen bei Reflektoren und Handhabung wünschenswert

Radfahrer gehören zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern. Im Jahr 2008 verunglückten 5.621 Radfahrer auf Österreichs Straßen, davon wurden 5.559 Personen verletzt, 62 getötet.

Ein guter Fahrradhelm kann bei einem Sturz schwere Verletzungen verhindern oder zumindest die Folgen abmildern. Daher hat der ÖAMTC zehn Fahrradhelme auf Sicherheit, Komfort und Handhabung getestet.

Neun von 10 Helmen mit "Gut" beurteilt

"Das Ergebnis ist beruhigend: Abgesehen von einem Einzelfall haben alle Helme bei der Sicherheit ein hohes Niveau", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Neun der zehn getesteten Helme wurden mit Gut beurteilt, einer mit Befriedigend. Dabei sagt der Preis nichts über die Qualität. Der mit etwa 100 Euro zweitteuerste Helm liegt in der Bewertung an letzter Stelle. Verbesserungsbedarf ortet der ÖAMTC-Techniker bei der Ausstattung mit Reflektoren und bei der Handhabung.

Testergebnisse

"Testsieger mit einer Gesamtnote von 1,8 ist der Casco Daimor Road, der mit knapp 75 Euro preislich im oberen Mittelfeld liegt, vor dem teuersten Helm, dem Lazer O2 RD mit einer Gesamtnote von 2,0", fasst der ÖAMTC-Experte zusammen.

Danach folgen der uvex xenova, der KED ZENITH und GIRO RIFT (alle Note 2,1). Nur knapp abgeschlagen liegen mit der Gesamtnote von 2,2 der Abus Lane-U, der BELL CITI und der Prophete 0903, der mit etwa 20 Euro der günstigste Kopfschutz im Test ist.

Als immer noch guter Helm liegt der Alpina SPICE L.E. mit der Note 2,3 an vorletzter Stelle.

Am Schluss findet sich mit dem Scott Karma der einzige Helm, der zu Recht das Urteil befriedigend trägt. "Bei der Stoßdämpfung noch an dritter Stelle führt eine Kombination aus den Ergebnissen in Abstreiftest, der fehlenden Reflektion, des hohen Gewichtes, sowie den Ergebnissen aus Einstellbarkeit und Trageeigenschaften zur Gesamtnote 2,6. Dabei ist der Helm mit knapp 100 Euro einer der teuersten im Test", erklärt der ÖAMTC-Techniker.

Testkriterien Sicherheit und Handhabung

Die Gesamtnote des ÖAMTC-Radhelmtests ergibt sich aus den Bewertungen der Sicherheit (65 Prozent Gewichtung) und der Handhabung (35 Prozent). "Die Überprüfung der Sicherheit erfolgt mittels Schlagprüfung, Abstreiftest, Prüfung der Festigkeit des Kinnbandes, des Schutzbereichs, und dem Vorhandensein von Reflektoren", erklärt Kerbl. Kriterien für die Beurteilung der Handhabung waren das Gewicht, die Einstellbarkeit, die Trageeigenschaften, Belüftung und Insektenschutz, Verarbeitung und Gebrauchsanleitung.

Vier Helme "Top" bei Schlagprüfung

Bei den Schlagprüfungen, einem der wichtigsten Sicherheitstests, schnitten vier Helme mit einem Sehr gut ab: der Casco Daimor Road, gefolgt vom GIRO RIFT, dem KED ZENITH und dem Scott Karma. "Mit einem Gut knapp dahinter liegt der preisgünstigste im Testfeld, der Prophete 0903", stellt der ÖAMTC-Techniker klar, dass der Preis kein Argument sein kann. Ein Gut bei den Schlagprüfungen gab es noch für zwei weitere Helme, insgesamt drei erhielten ein Befriedigend. Verbesserungen bei der Sicherheit fordert der ÖAMTC-Experte bei der Ausstattung mit Reflektoren. "Bei der Bewertung der Erkennbarkeit bei Nacht hat ein einziger Helm mit einem Gut abgeschnitten, zwei Helme mit Befriedigend, der Rest mit Genügend oder Nicht genügend. Dabei sind Reflektionsfolien eine effektive und günstige Möglichkeit, die Sicherheit von Fahrradhelmen zu erhöhen", kritisiert der ÖAMTC-Experte die mangelhafte Ausstattung der Fahrradhelme mit Reflektoren.

Akzeptanz beim Träger wichtig beim Handling

Die Handhabung eines Fahrradhelmes hängt eng mit der Akzeptanz bei den Trägern zusammen - Passform und Bedienung gehören zu den wichtigsten Kaufentscheidungen. Insgesamt wurden bei der Handhabung fünf Helme mit Gut und fünf mit Befriedigend beurteilt. "Verbesserungen sind bei Einstellbarkeit und teilweise auch bei der Ausstattung mit Insektenschutz wünschenswert", sagt Kerbl. Als positives Beispiel hebt der ÖAMTC-Techniker den Lazer O2 RD hervor, bei dem die Trageeigenschaften mit einem verstellbaren Kopfband verbessert wurden.

Tipps zum Kauf eines Fahrradhelms

Ein Fahrradhelm muss passen, ohne zu drücken. "Ein Helm passt dann richtig, wenn er beim Vorbeugen auf dem Kopf bleibt, auch wenn das Schloss offen ist", lautet der Tipp des ÖAMTC-Technikers. Außerdem sollte der Helm durch gute Verstellsysteme gut einstellbar sein. Eine gute Belüftung sorgt für Komfort, ein schützendes Insektengitter sollte nicht fehlen. Wichtig ist, dass man sich für den Kauf eines Fahrradhelmes Zeit nimmt. "Bei der Verwendung von Fahrradhelmen sollten Erwachsene immer auch an ihre Vorbildwirkung für Kinder denken", appelliert Kerbl abschließend an alle Radfahrer, nie ohne Kopfschutz loszustarten.