ÖAMTC-Test: Reifenpannensets

Platzsparen! Aber: Pannensets können den klassischen Reservereifen nicht ersetzen.

© ÖAMTC
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Eine Reifenpanne auf der Urlaubsfahrt gehört wohl zu den unangenehmen Ferienerlebnissen. Das Auto vollgepackt, die Kinder müde und dann noch Reifen wechseln. Aber hat man überhaupt einen vollwertigen Reservereifen im Kofferraum?

Club hat Reifenpannensets getestet - keines schnitt mit "sehr gut" ab

Vor der Urlaubsfahrt sollte man daher einen Blick in den Kofferraum werfen, um vor Überraschungen gefeit zu sein. "Aus Platz- und Gewichtsersparnisgründen wird der klassische Reservereifen von der Autoindustrie immer häufiger durch andere Systeme ersetzt", sagt ÖAMTC-Reifenexperte Friedrich Eppel und listet einige Reifenpannensysteme auf.

Am besten ist, wenn man keines braucht: Runflat-Reifen können auch ohne Luft mit 80 km/h noch viele Kilometer weit gefahren werden. "Doch Vorsicht, bei der Verwendung von Runflat-Reifen ist ein automatisches Reifendruckkontrollsystem zwingend vorgeschrieben, weil man einen etwaigen Luftverlust oft gar nicht bemerkt", erläutert Eppel.

Vollwertiger Reservereifen: Der Klassiker bietet uneingeschränkte Weiterfahrt, allerdings erst nach mühsamen Reifen wechseln. "Im Reservereifen muss allerdings genug Luft drinnen sein, besser zu viel als zu wenig, weil Luft ablassen, kann man immer", sagt der ÖAMTC-Experte.

Notlaufräder: Diese benötigen den gleichen Arbeitsaufwand wie Reservereifen, aber man darf damit nur ein paar hundert Kilometer mit maximal 80 km/h fahren. Die Notlaufräder benötigen bis zu vier bar Reifendruck.

Reifensprays: Sie können bei kleinen Undichtheiten schnell eine vorübergehende Weiterfahrt ermöglichen. "Allerdings ist oft in einer Spraydose zu wenig Dichtmittel oder Druckgas, um den Reifen genügend aufzupumpen. Darum besser gleich zwei Sprays mitnehmen", rät der ÖAMTC-Experte.

Reifenpannensets sind auf dem Vormarsch

Die Reifenpannensets bestehen aus Dichtmittel und Kompressor oder Gasflasche. Sie können allerdings nur kleinere Verletzungen des Reifens an der Lauffläche (z.B. Nagel) abdichten. Leider ist die Handhabung der Reifenpannensets nur selten klar, daher sollte man sich die Betriebsanleitung in aller Ruhe und nicht erst in einer Stresssituation durchlesen. "Ein klarer Nachteil dieser Sets im Vergleich zum guten alten Reserverad ist, dass der nächste Weg zwingend in die Werkstätte führen muss", erläutert der ÖAMTC-Experte.

Der Club hat zehn Reifenpannensets genau unter die Lupe genommen. Getestet wurden die Sets in folgenden Kategorien: Betriebsanleitung, Handhabung, Funktion und die Demontage eines mit dem Reifenpannenset reparierten Reifens. "Am besten schnitten die Systeme von Premium Seal und Continental mit einem "gut" ab. Das teuerste Set (Dunlop Fill&Go Premium) fiel wegen unvollständiger Betriebsanleitung auf den letzten Platz zurück", erklärt der ÖAMTC-Experte. Einen klaren Sieger mit der Bewertung "sehr gut" gab es aber nicht.