Sicherheit

Risiko: Laute Musik im Auto

Musik und andere Abenteuer im Kopf als gefährliche Beifahrer.

Am 19. August 1932 ertönten die ersten Klänge eines Autoradios in Europa. In der Zwischenzeit hat sich bei der Entwicklung viel getan und das Autoradio ist nicht mehr wegzudenken. Doch wie beeinflusst Musik das Fahrverhalten? Inwieweit spielt die Lautstärke eine Rolle? Eine kanadische Untersuchung zeigte, dass Autofahrer um bis zu 20 Prozent langsamer reagieren, wenn sie laute, schnelle Musik hören. "Je lauter die Musik, desto verlangsamter die Reaktion", erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin .

Permanenter Stresszustand

Laute Musik versetzt den Körper in einen permanenten Stresszustand, was sich auf die Leistungsfähigkeit beim Autofahren auswirkt. Es wird schwieriger sich zu konzentrieren und es steigt die Gefahr, wichtige Informationen im Straßenverkehr zu überhören und zu übersehen. "Je komplexer die Situation, desto höher die Störanfälligkeit", weiß die ÖAMTC-Expertin. Doch nicht nur die Lautstärke ist für die Verkehrssicherheit ausschlaggebend, sondern auch das Tempo der Musik.

Eine israelische Studie am Fahrsimulator beweist, dass mit zunehmendem Tempo der Musik auch die virtuelle Fahrgeschwindigkeit und die Zahl der Verkehrsübertretungen zunehmen und das Unfallrisiko steigt. "Darum ist es wichtig, dass Autofahrer mit Musik im Auto bewusst umgehen und eine Sensibilität für die Auswirkungen von Musik auf das Fahrverhalten entwickeln", sagt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.

Gefährliche Abenteuer im Kopf

Viele Autofahrer konsumieren auf dem täglichen Weg zur Arbeit oder auf langen Fahrten die neuesten Krimis oder Biografien via Hörbuch. Auch das birgt Risiken. Beim Autofahren müssen der Straßenverkehr und die anderen Verkehrsteilnehmer immer oberste Priorität haben. "Weder Musik noch gesprochenes Wort dürfen beim Autofahren ablenken oder übermäßig Aufmerksamkeit beanspruchen. Von sehr komplexen Inhalten und fesselnden Erzählungen ist daher abzuraten. Anspruchsvolle oder sehr emotionale Inhalte können einen derart in den Bann ziehen, dass man alles rund um sich vergisst", erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.

Wer sich derart in Hörbücher vertieft, muss bei einer unvorhersehbaren Situation im Straßenverkehr gedanklich erst wieder auf die Straße zurückgeholt werden, und das kostet wichtige Reaktionszeit. Bei Hörbüchern also unbedingt auf einfache Inhalte achten, in schwierigen Verkehrssituation besser ganz darauf verzichten.

Gefährliches Hantieren am Radio

Übrigens: Auch das Hantieren am Radio ist gefährlich. "Wer nur schnell die CD wechseln will und dabei sechs Sekunden von der Straße wegschaut, bewegt sich bei Tempo 130 auf der Autobahn schon 200 Meter im Blindflug", warnt die Expertin abschließend.