"Kein Geld mehr nach Peitschenschlag-Syndrom. Versicherungen fühlen sich zu oft reingelegt", damit titelte eine österreichische Tageszeitung.
Alles nur Betrug?
Haftpflichtversicherer wollen Schadenersatz-Zahlungen streichen - der ÖAMTC protestiert.
Der ÖAMTC und die Ärztliche Kraftfahrvereinigung Österreichs (ÄKVÖ) wollen derartige Pauschalverdächtigungen nicht unwidersprochen hinnehmen.
Das ÖAMTC/ÄKVÖ-Symposium, das sich dem Thema "Peitschenschlag": Autofahrer - Simulant oder Opfer widmet, soll daher Klarheit bringen.
Beweisnotstand
Diskrepanzen und Widersprüche über Verletzungskausalität, Art und Dauer der Beeinträchtigung bzw. Schmerzen an sich, machen es für die Betroffenen nicht einfach. Im Kampf gegen den Missbrauch ziehen sich Versicherer gerne auf Harmlosigkeits- bzw. Geringfügigkeitsgrenzen zurück, erklärt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer.
Schwierige Diagnostik und Vorurteile
Peitschenschlag-Opfer klagen oft nicht unmittelbar nach dem Unfall über Beschwerden. Erst einige Stunden oder Tage später bemerken sie Probleme im Hals- und Nackenbereich oder Kopfschmerzen.
"Bei einem Großteil der Verletzungen sind trotz modernster Diagnostikmethoden (Computer-Tomografie, Magnetresonanz) vielfach keine objektiven Verletzungsanzeichen feststellbar," so Bertram Geigl vom Institut für Fahrzeugsicherheit der TU Graz.
Schmerzen enden aber nicht unbedingt dann, wenn im Röntgen keine Verletzung (mehr) zu sehen ist.
Versicherungen sehen eine "Peitschenschlag-Epidemie"
"Fast zehn Prozent des gesamten Aufwandes der Versicherer für Personenschäden entfallen auf 'Peitschenschlag'-Verletzungen", erklärt Roman Sadler von der Generali Versicherung. Allein in Österreich belaufen sich die Kosten für Schmerzengeld-Zahlungen nach Halswirbelsäulen-Verletzungen auf mehr als 25 Millionen Euro jährlich.
Eine gewissenhafte Prüfung qualifiziere den Verletzten nicht als Simulant.
Ursache Auto-Sicherheitstechnik?
Rechtsanwalt Markus Frank sieht die "suboptimale" Entwicklung in der Auto-Sicherheitstechnik. "Sehr steife Autos schützen beim Crash zwar vor der Beschädigung der Fahrgast-Zelle - haben aber das Risiko von Beschleunigungs-Verletzungen seit den 90er Jahren verdoppelt."
ÖAMTC-Erhebung: Kopfstützen
Dass es keinen Wildwuchs an Schmerzengeld-Forderungen geben soll, ist evident. Ein Auffahrunfall darf niemals zur automatischen "Pauschalzahlung für Peitschenschlag" führen.
"Berechtigte Ansprüche müssen aber in einem fairen und vor allem sachlichen Verfahren durchsetzbar sein", bringt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer die Club-Forderung auf den Punkt. Es darf nicht sein, dass Unfallopfer von vornherein als "Versicherungsbetrüger" oder Simulanten verdächtigt werden und Patienten zunehmend durch die sie treffende Beweislast zermürbt werden.
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Einen ausführlichen Text und alle Referate zu dem ÖAMTC/ÄKVÖ-Symposium lesen Sie in unserer Linkbox!
Alles nur Betrug?
Haftpflichtversicherer wollen Schadenersatz-Zahlungen streichen - der ÖAMTC protestiert.
Der ÖAMTC und die Ärztliche Kraftfahrvereinigung Österreichs (ÄKVÖ) wollen derartige Pauschalverdächtigungen nicht unwidersprochen hinnehmen.
Das ÖAMTC/ÄKVÖ-Symposium, das sich dem Thema "Peitschenschlag": Autofahrer - Simulant oder Opfer widmet, soll daher Klarheit bringen.
Beweisnotstand
Diskrepanzen und Widersprüche über Verletzungskausalität, Art und Dauer der Beeinträchtigung bzw. Schmerzen an sich, machen es für die Betroffenen nicht einfach. Im Kampf gegen den Missbrauch ziehen sich Versicherer gerne auf Harmlosigkeits- bzw. Geringfügigkeitsgrenzen zurück, erklärt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer.
Schwierige Diagnostik und Vorurteile
Peitschenschlag-Opfer klagen oft nicht unmittelbar nach dem Unfall über Beschwerden. Erst einige Stunden oder Tage später bemerken sie Probleme im Hals- und Nackenbereich oder Kopfschmerzen.
"Bei einem Großteil der Verletzungen sind trotz modernster Diagnostikmethoden (Computer-Tomografie, Magnetresonanz) vielfach keine objektiven Verletzungsanzeichen feststellbar," so Bertram Geigl vom Institut für Fahrzeugsicherheit der TU Graz.
Schmerzen enden aber nicht unbedingt dann, wenn im Röntgen keine Verletzung (mehr) zu sehen ist.
Versicherungen sehen eine "Peitschenschlag-Epidemie"
"Fast zehn Prozent des gesamten Aufwandes der Versicherer für Personenschäden entfallen auf 'Peitschenschlag'-Verletzungen", erklärt Roman Sadler von der Generali Versicherung. Allein in Österreich belaufen sich die Kosten für Schmerzengeld-Zahlungen nach Halswirbelsäulen-Verletzungen auf mehr als 25 Millionen Euro jährlich.
Eine gewissenhafte Prüfung qualifiziere den Verletzten nicht als Simulant.
Ursache Auto-Sicherheitstechnik?
Rechtsanwalt Markus Frank sieht die "suboptimale" Entwicklung in der Auto-Sicherheitstechnik. "Sehr steife Autos schützen beim Crash zwar vor der Beschädigung der Fahrgast-Zelle - haben aber das Risiko von Beschleunigungs-Verletzungen seit den 90er Jahren verdoppelt."
ÖAMTC-Erhebung: Kopfstützen
- Mehr als ein Drittel der Fahrzeuginsassen ist mit zu tief eingestellter Kopfstütze unterwegs, während nur einem Viertel eine richtig eingestellte Kopfstütze attestiert werden konnte.
- Bei rund einem Viertel der vermessenen Fahrzeuge konnte die Kopfstütze nicht ausreichend hoch eingestellt werden.
Dass es keinen Wildwuchs an Schmerzengeld-Forderungen geben soll, ist evident. Ein Auffahrunfall darf niemals zur automatischen "Pauschalzahlung für Peitschenschlag" führen.
"Berechtigte Ansprüche müssen aber in einem fairen und vor allem sachlichen Verfahren durchsetzbar sein", bringt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer die Club-Forderung auf den Punkt. Es darf nicht sein, dass Unfallopfer von vornherein als "Versicherungsbetrüger" oder Simulanten verdächtigt werden und Patienten zunehmend durch die sie treffende Beweislast zermürbt werden.
Lesen Sie mehr!
Einen ausführlichen Text und alle Referate zu dem ÖAMTC/ÄKVÖ-Symposium lesen Sie in unserer Linkbox!
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