In der vergangenen Woche wurden mit dem Beschluss der 22. Kraftfahrgesetz-Novelle erstmals auch gesetzliche Vorschriften zur Ladungssicherung festgelegt. "Dass für die vorschriftsmäßige Beladung somit auch der Belader mithaftet, ist eine wichtige Bestimmung zur rechtlichen Entlastung der Lkw-Lenker", sagt Gerhard Blümel, Leiter des ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrums Teesdorf. "Ein weiterer Schritt zu mehr Sicherheit im Schwerverkehr muss nun in Richtung Verbesserung der Lenkerausbildung gehen."
95 Prozent aller Unfälle mit Lkw-Beteiligung gehen auf menschliches Versagen zurück. "Der Lkw-Fahrer muss seine Güter zuverlässig, zügig und wirtschaftlich an ihren Bestimmungsort bringen. Das sind eine Menge Anforderungen, die in Summe zur Last werden können", erläutert Blümel. Maßnahmen, um die Zahl der Lkw-Unfälle zu reduzieren, müssen daher vor allem auch bei den Menschen hinter dem Lenkrad ansetzen. Das ist auch eine der zentralen Forderungen der vom ÖAMTC im März gestarteten Initiative "Sicherer Schwerverkehr". Mit Unterstützung von Verkehrsminister Hubert Gorbach lud der Club außerdem Ende Mai eine Fachrunde zur Problemerörterung an den Runden Tisch. Bei dieser Sitzung wurden Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, die sich nun den einzelnen Maßnahmen widmen.
Beim Handlungsfeld Mensch setzt sich der ÖAMTC dafür ein, dass es in Anlehnung an die Mehrphasen-Fahrausbildung für Pkw-Fahrer auch eine mehrstufige Berufskraftfahrer-Ausbildung gibt. Dazu bedarf es der raschen Umsetzung einer entsprechenden, schon vorliegenden EU-Richtlinie.
Der ÖAMTC wird außerdem sein Know-how aus den Fahrsicherheitstrainings für Berufskraftfahrer einbringen. Arbeitgeber profitieren, wenn ihre Lenker durch spezielle Fahrer-Weiterbildungskurse geschult werden. Schließlich werden die Unfall-Folgekosten - beispielsweise Schäden an Fahrzeugen oder Krankenstände - deutlich reduziert, wenn Lenker im Umgang mit Extremsituationen geschult sind.
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