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    Ausgabe: September 2010

    Frosch-Perspektiven

    Dauertest-Start: Der kompakte Citroën C3 unterscheidet sich wohltuend von den meisten seiner Konkurrenten, ohne mit Gewalt anders zu sein. Obendrein bietet der froschgrüne Fünftürer mit seiner Frontscheibe völlig neue Blickwinkel.

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    Farbenfroh. Das Grün ? offiziell ?Cidulé? genannt ? steht dem C3 ausgezeichnet und es verbreitet allerorten gute Laune.
    Jahrzehnte lang stand Citroën für ausgefallene, avantgardistische, mitunter sogar exzentrisch-gewagte Technik. Auch in punkto Design mied man prinzipiell den Mainstream. Das hat sich mittlerweile geändert: Um mit dem jüngsten C3 zurecht zu kommen, braucht man keine umfassende Einschulung und dank vieler praktischer und charmanter Details ist er dennoch unverwechselbar. Ob Verbrauch, Haltbarkeit und Servicefreundlichkeit ebenfalls auf modernstem Niveau liegen, werden wohl die nächsten Monate zeigen.

    Außen & Innen

    Kaum vier Meter Außenlänge und dabei ein stattlicher Radstand von fast 2,5 Metern - schon das Datenblatt verrät, dass der aktuelle Citroën C3 auf ein Maximum an Innenraum ausgerichtet ist. Tatsächlich ist man überrascht, wie viel Bewegungsfreiheit Fahrer und Passagiere geboten bekommen: Dank sattem Verstellbereich sitzen auch Großgewachsene vorn ausgesprochen kommod. Für langbeinige Sitzriesen wird es dann im Fond allerdings ziemlich eng. Hinten gibt es zwar drei vollwertige Plätze mit Dreipunktgurten und höhenverstellbaren Kopfstützen, in der Breite reicht's allerdings nur für zwei normal gebaute Passagiere oder zwei Kinder. Und genau dazu sind auch zwei Isofix-Kindersitz-Befestigungen vorgesehen.

    Für ausgedehnte Familienurlaube ist das Gepäckabteil zweifellos zu klein - 300 Liter Fassungsvolumen genügen einer vierköpfigen Familie allenfalls für einen Wochenendausflug. Ist man freilich nur zu zweit unterwegs, gibt's dank der asymmetrisch geteilten und klappbaren Rückbank genügend Transportkapazität für mancherlei Freizeitspaß. Erfreulich auch, dass der C3 mit einem überraschend geräumigen (sogar kühlbaren!) Handschuhfach und etlichen praktischen Ablagen gesegnet ist - inklusive einer Lade unterm Platz des Copiloten.

    Blickfang am C3 ist natürlich die weit ins Dach hinauf gezogene Windschutzscheibe, der man bei Citroën den Beinamen Zenith gegeben hat. Mit dem verschiebbaren inneren Dachhimmel, an dem auch die zwei (Make-up-Spiegel-losen) Sonnenblenden montiert sind, reguliert man stufenlos den Blick nach oben. Ein mehr oder weniger nutzloser Gag, außer in den raren Momenten, in denen man unter einer hoch hängenden Ampel aufs Grünlicht wartet.

    Ähnlich unnötig ist wohl der Parfumspender, der neben den Instrumenten im Armaturenbrett steckt und bei Bedarf den Innenraum über die Lüftung etwa mit dem Geruch von Popcorn, Vanille oder Kaugummi flutet. Fürs Reserverad zahlt man dagegen extra.
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    Aufgeräumt. Armaturenlandschaft und Bedienungselemente liegen wohl geordnet unter der riesigen Windschutzscheibe.

    Fahren & Sicherheit

    In Exclusive-Ausstattung ist der C3 aber nicht nur für jede Menge Spompanadeln gut, sondern auch für ein gerüttelt Maß an Sicherheit: Front-, Seiten- und Kopfairbags - letztere auch hinten - gehören da ebenso dazu wie Gurtstraffer, die automatische Aktivierung der Warnblinkanlage bei einer Notbremsung oder eine elektrische Kindersicherung der hinteren Türen. Natürlich sind auch Bremsassistent, ESP und Antischlupfregelung serienmäßig vorhanden. Noch liegt kein aktueller Crashtest für die jüngste Version des C3 vor, aber da sein Vorgänger mit vier von fünf Sternen bestanden hat, sind auch vom Neuen Top-Ergebnisse in punkto passive Sicherheit zu erwarten.

    Seinen kompakten Abmessungen entsprechend lässt sich der Citroën C3 erwartungsgemäß leichtfüßig durch den Großstadtdschungel dirigieren. Sein relativ großzügiger Radstand und die gelungene Fahrgestellabstimmung sorgen aber auch überland für ansprechenden Reisekomfort. Der bei gehobenen Drehzahlen brummige Motor könnte freilich zur Lärmreduktion ein Sechsganggetriebe vertragen. Fazit: Ab Tempo 120 wird die Unterhaltung ein bisserl mühsam.

    Geld & Umwelt

    Die noch junge C3-Flotte bekommt zur Zeit bei den Citroën-Händlern Starthilfe in Form von Aktionspreisen für einige Modellvarianten. So kriegt man den billigsten C3 bereits um weniger als 12.000 Euro. Der Testwagen mit seiner Top-Ausstattung ist freilich um gut die Hälfte teurer. Auch wenn nicht alle Ausstattungsdetails unbedingt notwendig und sinnvoll sein mögen, ist der Preis doch angemessen.

    Ebenfalls durchaus im Rahmen liegt der Benzindurst: Auf den ersten 10.000 km schluckte der Franzose im Schnitt 6,8 l Eurosuper auf 100 km. Wie bei diesem Kilometerstand nicht anders zu erwarten, gibt's bisher keine besonderen Vorkommnisse zu melden und auch die ersten Servicearbeiten stehen noch bevor.

    Unterm Strich

    PLUS
    Überkomplette Ausstattung, relativ großer Innenraum, praktische Staufächer.

    MINUS
    Zum Teil recht verspielte Details, Reserverad nur gegen Aufpreis, lauter Motor.