• Reise-Reportagen
    Ausgabe: Mai 2006
    11.05.2011
    Autor:
    Roland Fibich

    Ganz nah bei großen Weinen

    Unterwegs im Bordelais - im Herbst per Direktflug erreichbar.

    0506_bordeaux_a © Fibich, Images d? Aquitaine
    Bordeaux-Weine entwickeln ihre große Klasse erst nach rund acht Jahren
    © Fibich, Images d? Aquitaine
    Zunächst legt der Autor pflichtgemäß ein Geständnis ab: Er ist wahrlich nicht der größte Weinkenner vor dem Herrn. Als ihn die Einladung zur Testreise ins Bordelais ereilte, gab's zunächst nur eine Assoziation: Das ist doch dort, wo die tollen Roten wachsen!

    Nun, nach ein paar Tagen unter fachkundigster Anleitung in und um Bordeaux kann es mir nicht mehr passieren, ein "Erstes Hochgewächs" für einen besonders rasch wachsenden Wein zu halten oder ein "Château" immer mit einem riesigen Schloss gleichzusetzen. Zu ausführlich, zu intensiv und - ja - zu unterhaltsam war der Besuch bei den berühmtesten Weinen der Welt, im Médoc, im Bordelais und dem äußerst schmucken Städtchen St-Emilion.

    Keine Schwellenangst. Eine organisierte Weinreise in den Südwesten Frankreichs hat eben den großen Vorteil, dass man auch als Nicht-Franzose und ohne dicken Mercedes ganz nahe und ungezwungen an die "Großen Roten" heran kommt. Zur Überwindung einer gewissen Schwellenangst trägt zum Beispiel Nathalie Schÿler am "Château Kirwan" bei, die es "als Kind noch langweilig fand, wenn die Eltern über Wein sprachen" und seit 1995 nun selbst Führungen durch das seit 1925 im Familienbesitz befindliche Gut durchführt.

    Austern und Aussicht. Gleich hinter dem Médoc liegen am Bassin de Arcachon Frankreichs berühmte, von Ebbe und Flut durchspülte Austernbänke. In entspannter Atmosphäre verkostet man die Meeresfrüchte zum Beispiel "Chez Yvette" (59, Boulevard Général Leclerc). Anschließend kann man die Kilos beim Erklimmen der Düne von Pilat wieder runter trainieren - als Belohung winkt ein sensationeller Ausblick auf den Atlantik und die langen Sandstrände.

    Bordeaux lädt zum Bummeln durch die schicke Fußgängerzone in der Rue Ste-Catherine ein, kleine Cafés zum Verweilen findet man im Gassengewirr und auf den Plätzen hinter dem Place de la Bourse. Bordeaux ist eine Hafenstadt mit allem, was dazu gehört; das Meer beginnt allerdings erst mehr als 100 km westlich die Gironde hinunter.

    Nur gut 45 Fahrminuten sind es in das weltweit berühmte Weinstädtchen St-Emilion mit seinen mittelalterlichen Steinhäusern, Glockengebimmel und heimeligen Restaurants. Rund herum liegen wieder die Châteaux, in denen man - nach ausgiebigen Verkostungen - zu teilweise recht günstigen Preisen übernachten kann.

    Detail-Informationen:Maison de la France, Lugeck 1/1/7, 1010 Wien, Tel. 0900 25 00 15 (Euro 0,68/min.), Tourismus Aquitanien (auch in deutscher Sprache)

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