• Reise-Reportagen
    Ausgabe: Februar 2006
    11.05.2011
    Autor:
    Claudia Kesche

    Andalusien berührt die Seele

    Flamenco, Paläste und ein Hauch Arabien.

    0602_andalusien_a © turespana (1), Eckler (3)
    Flamenco: mitreißende Mischung aus Tanz, Gesang und Gitarrenspiel
    © turespana (1), Eckler (3)
    Wenn der eindringliche Cante, der Flamencogesang, einsetzt und der Vorhang im Bühnenhintergrund den Blick auf die beleuchtete Alhambra freigibt, dann ergreift die andalusische Seele Besitz vom Granada-Besucher. Der Verstand kann dem rhythmischen Händeklatschen und Füßestampfen der Künstler nicht folgen, aber das Herz versteht - und ist verzaubert. Eine Flamenco-Vorführung am Albaicín bleibt eingebrannt in die Erinnerung. Das ehemalige maurische Viertel am Nordhügel von Granada mit unglaublich engen, steilen Gässchen und malerischen Häusern mit carménes (Terrassengärten) bietet die beste Aussicht auf das Wahrzeichen der Stadt, die genau gegenüber liegende "rote Burg" Alhambra.

    Die Alhambra ist eine einzigartige Symbiose aus Orient und Okzident, Spiegelbild des maurischen Erbes der Region. In der Anlage befinden sich der schönste arabische Palast Europas, der in der Abendsonne rot schimmernde Nasridenpalast, als christliches Pendant der Hochrenaissance-Palast Karls V. sowie die Gartenanlage Generalife ("Garten des Architekten"). Ein Spaziergang durch die Alhambra ist wie ein Streifzug durch die Welt von Kalifen und Königen. Mit jedem Schritt schlägt man gedanklich ein neues Kapitel aus Tausendundeiner Nacht auf. Von spontanen Blitzbesuchen ist abzuraten, Karten sollte man ob des großen Andrangs rechtzeitig reservieren.

    Auf Tour. Auf den Spuren von Schriftstellern und Abenteurern zieht es den Individualurlauber per Auto weiter ins Herz Andalusiens. Es ist gut, die Route vorab zu planen, zu vielfältig sind die Möglichkeiten, "hängen zu bleiben". Von den schneeweißen Gipfeln der Sierra Nevada über die farbenprächtigen Orangen- und Olivenhaine der Hügellandschaften bis zum tiefblauen Meer der Costa del Sol.

    Das historische Städtchen Carmona liegt auf einem Hügel inmitten eines der fruchtbarsten Landstriche Andalusiens. Nach einem Bummel sollte man sich einen Kaffee auf der Terrasse des Parador gönnen und die Aussicht über das Tal genießen. Auch Écija, die "Stadt der Türme", und die Ölmühlen in Montefrío sind Abstecher wert. Und Andalusien hat nur wirklich erlebt, wer in der Hauptstadt Sevilla ausgiebig durch die Tapas-Bars gezogen ist. Wer sich vom spanischen Lebensgefühl anstecken lässt, wird "Andalucía" doppelt genießen. Olé und Gute Fahrt!

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