• Reise-Reportagen
    Ausgabe: Februar 2005
    11.05.2011
    Autor:
    Elisabeth Pechmann

    Intensive Inseln

    Mit der ?Legend? um Galapagos: Kreuzfahrt zu einem Zoo ohne Zäune.

    2005ecuador2_a © Hoffmann, Leidinger
    Mit der "Legend" auf ...
    © Hoffmann, Leidinger
    Insel-Erwartungen wie "Palmenstrand, weißer Sand" bitte streichen. Dieser von Unterwasser-Vulkanismus gezeugte Archipel ist nicht kitschig-niedlich, nicht "schön" im herkömmlichen Sinn, sondern einsam, einzigartig und erhebend. Man urlaubt auch nicht "auf" Galapagos, sondern drum herum, auf kleinen Booten oder größeren, vergleichsweise bequemen Schiffen wie der "Legend". Denn nur drei kleine Hafenorte und Bereiche der großen Isla Isabela sind frei erreichbar - der Rest ist Naturschutzgebiet, mit strikt reglementiertem Zugang.

    Von den Guides, die jeden Landausflug begleiten (müssen), lernt man rasch das örtliche Zauberwort: endemisch. Es bezeichnet jene Pflanzen- und Tierarten, die nur hier, manchmal sogar nur auf einem einzigen der 19 - in ihrem Charakter höchst verschiedenen, von mehreren Meeresströmungen geprägten - Eilande leben.

    Endemisch sind etwa die Kakteen, die ihrer aufgesetzt wirkenden Säulen-Spitzen wegen "Loreena Bobbit" genannt werden, seit eine ecuadorianische Auswanderin gleichen Namens ihren untreuen US-Ehemann genital verstümmelte und so zu weltweiter Berühmtheit gelangte. Endemisch entwickelten sich auch die Land- und Meeresleguane, die Pinguine oder die Finken, die Charles Darwin 1835 zu seiner Evolutionstheorie inspirierten. Und natürlich die bis zu 350 Kilogramm schweren Galapagos-Schildkröten.

    Die riesigen Reptilien sind, je nach Heimat-Insel, zu verschiedenen Unterarten mutiert, in der Darwin-Forschungsstation auf Santa Cruz werden sie nachgezüchtet, Spezies für Spezies. Ein 80jähriges Männchen verkörpert das Tragische am Endemischen: Für ihn gibt es kein Weibchen gleicher Art mehr, "Lonesome George" (der "einsame Georg") geht daher zölibatär in sein biblisches Schildkröten-Alter von bis zu 200 Jahren.

    Seelöwen, Lava-Echsen, Fregattvögel, knallrote Klippenkrabben - buchstäblich überall sind sie, ohne jegliche Scheu vor Menschen. Und wenn sich auf den jüngeren Vulkan-Inseln die Tiere vor der sengenden Hitze zurück ziehen, sind es eben die Panoramen, die den Atem rauben.

    Fazit: Wer auch nur ein bisschen naturbegeistert ist, wird hier jubeln. Schon über Wasser. Wer auch noch unterwasser-tauglich ist, sollte unbedingt eine Woche auf dem Tauchschiff anhängen, denn unter der Meeresoberfläche warten gleich noch mehr Natur-Weltwunder.

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    ÖAMTC-Länderinformationen Ecuador-Galapagos