• Reise-Reportagen
    Ausgabe: April 2001
    11.05.2011
    Autor:
    Jürgen König

    Urlaub einmal anders

    Sand, Wind, Wellen: Dänemarks Süd-Jütland unterscheidet von der Karibik nicht nur der Aquavit.

    Dänemark_Strand © Jürgen König, Südostjütländischer Fremdenverkehrsverband (2)
    Strandurlaub einmal anders: in Süd-Jütland
    © Jürgen König, Südostjütländischer Fremdenverkehrsverband (2)
    Wo Dänemark Mitteleuropa einen schlanken Finger entgegenstreckt, liegt Jütland. Zwischen der Nordsee und dem Kattegat ist man hier nie weiter als 55 Kilometer vom Meer entfernt.
    Der Brandung der Nordsee wirft sich Rømø entgegen, Dänemarks größte Nordseeinsel und gewissermaßen die Schwester des benachbarten Sylt. Geprägt von Wattenmeer, Kieferwäldern, Heideflächen und endlosen Sandstränden, bietet Rømø alles, was man zur Erholung braucht. Die Kleins-ten können da ihre größten Sandburgen bauen, Spaziergänger endlos wandern, Surfer sich mit dem Wind der Nordsee messen und Übermütige ein - auch im Hochsommer reichlich kühles - Bad riskieren.

    Zurück zum Festland: Hier laden bunte, mittelalterliche Städte den kulturell interessierten Besucher zum Bummeln ein: etwa Ribe mit seinem Wikingermuseum oder Tonder als Zentrum der Spitzenklöppelei.
    Im Legoland hingegen sind die Kinder in ihrem Element. Unglaublich, was man aus diesen kleinen Plastikstückchen alles bauen kann: Da gibt es Modelle vom Eiffelturm bis zum Frankfurter Airport - aufregend wie die Originale, nur halt ein wenig kleiner.

    Reisen in Dänemark ist übrigens ein reines Vergnügen: Bestgepflegte Straßen und ungezählte Radwege lassen dem Besucher die Wahl, auf welche Art er das Land kennenlernen will. Vorbei an Dünen, Wäldern, Feldern, zwischen gelbgrünen Wiesen führt der Weg an die Ostküste Jütlands. Zwischen den flach ins Land reichenden Buchten, Fjorde oder Förde genannt, ducken sich bunte Strandhäuschen in die Dünen, als ob sie sich vor dem allgegenwärtigen Wind ver-stecken wollten. Den vereinzelten Windmühlen hingegen kommt die steife Brise gerade recht - ebenso den Seglern, die sich auf den Wellen der Ostsee tummeln.

    Entlang der Flensburger Förde gewähren etwa die einstige Seefahrerstadt Abenrå oder Sønderborg Einblick in die wechselvolle Geschichte dieses Landstrichs - nicht immer lebte man mit den deutschen Nachbarn in Frieden.
    Zeigt sich das Wetter einmal von der stürmischen Seite, bietet Jütland eine Fülle lohnender Ausflugsziele: Die kunterbunten Fachwerkhäuser im Zentrum Haderlevs, klassisch skandinavisches Design im Dänisch-Interieur-Museum von Trapholt, oder Schloß Koldinghus, das während der Napoleonischen Kriege den spanischen Truppen als Unterkunft diente. Die sonnenverwöhnten Iberer heizten so lange kräftig ein, bis das Schloß in Flammen aufging. Heute, knapp zwei Jahrhunderte später, beherbergt das Koldinghus Kunstsammlungen aus vergangener Zeit.

    Prost Mahlzeit! Und da im Urlaub auch Kulinarisches nicht ganz bedeutungslos ist, dürfen Dänemarks weltberühmte Smørrebrøds und der wärmende Aquavit nicht unerwähnt bleiben. Skål!

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