Besser als mit Austrian Airlines kann man auch diese Reise kaum beginnen. In 7,5 Stunden erreicht man bequem Delhi, die Hauptstadt Indiens. Der kulturelle Überfall beginnt gleich nach der Gepäcksausgabe. Kofferträger, Taxifahrer, Hotelvermittler - jeder möchte ein paar Rupien verdienen. Ein guter Tipp: ruhig bleiben, Sie werden abgeholt!
Die Millionenmetropole hat zwei völlig konträre Gesichter: Das pulsierende, ständig wachsende, unter Smog und Verkehrslärm stöhnende Delhi. Und das Dehi der Gärten, Parkanlagen und Tempel. Der indische Verkehr ist ein Abenteuer für sich. Die wichtigste Ausstattung jedes Fahrzeugs ist die Hupe - was sonst?
Den Mittelpunkt der geschäftigen Hauptstadt bildet der Connaught Circus mit seinen Banken, Restaurants und Luxusgeschäften. Nicht weit davon durchschneidet in voller Breite die Prachtstraße Raj Path das Siedlungsbild. Mit dem Triumphbogen, dem "India Gate", erinnert sie frappant an den Arc de Triomphe in Paris. Das Rote Fort, das Humayun-Mausoleum und die in Old Delhi gelegene Freitagsmoschee Jami Masid sind absolute Fixpunkte im Sightseeing-Programm. Auch eine Rikschafahrt durch Chandi Chowk, das verwinkelte Bazarviertel, ist ein Muß.
Hier wird man, wie sooft in Indien, mit scheinbar unlösbaren Problemen konfrontiert: Aufdringliche Händler, bettelnde Kinder und der typische Geruch der Armut.
"Ram, Ram, Ram…"
(Oh mein Gott!)
Mahatma Ghandis letzte Worte
Wem indische Geschichte am Herzen liegt, dem sei ein Besuch des Birla-Hauses empfohlen. Im Garten dieses Anwesens wurde am 30. Jänner 1948 Mahatma Ghandi, "Indiens große Seele", von einem radikalen Hindu-Fanatiker erschossen. Fußabdrücke dokumentieren "Bapus" letzte Schritte und Indiens Abschied von der Gewaltlosigkeit.
Glanzlichter der Mogul-Herrschaft: Agra, 200 km südlich von Delhi, verdankt seine Stellung als Touristenmagnet ausschließlich dem Taj Mahal. Ob das Grabmal wirklich ein Denkmal unvergänglicher Liebe war, sei dahingestellt. Unbestritten ist die perfekte Harmonie der Architektur. Weißer Marmor spiegelt sich in den Wasserläufen des symmetrisch angelegten Gartens, dahinter der blaue Himmel - es ist zurecht das meistfotografierte Bauwerk der Welt.
Dem Tiger auf der Spur. Der Ranthambore-Nationalpark gilt als wichtigstes Reservat der Großkatzen in Indien. Alte Tempel- und Festungsanlagen, die langsam vom Dschungel zurückerobert und von den riesigen Wurzeln der Banyan-Bäume verschlungen werden - man könnte meinen, hier sei die Idee zu Ruyard Kiplings "Dschungelbuch" entstanden. Wer die Licht- und Schattenspiele nach Sonnenaufgang erlebt, weiß intuitiv, daß hier der Tiger unumschränkter Herrscher ist.
Warnrufe des Sambar-Hirschen und der Affen lassen die Spannung in unserem Jeep steigen. "Shirkan" erscheint auf der Bildfläche - das einsetzende Stakkato der Kameraverschlüsse stört ihn wenig - er verschwindet so lautlos wie er gekommen war.
Übernachtet wird im direkt an den Park angrenzenden "Tiger Moon Resort": einfache, aber saubere Bungalows, intakte Natur und Vogelwelt - Safari-Romantik pur.
Gott sei dank nicht farbenblind. Die wenigen Farbtupfer in der von Braun- und Violett-Tönen dominierten Halbwüste Rajasthans sind die Kleider der Menschen: Frauen, die Wassertöpfe aus Messing auf dem Kopf nach Hause balancieren, stolze Hirten mit knalligen Turbans. Im Vorbeifahren erleben wir dieses ländliche Leben Indiens und erreichen schließlich Jaipur, das aufgrund der dominierenden Fassadenfarbe auch "Pink City" genannt wird.
Im Stadtpalast, wo der Maharaja noch heute residiert, werden opulenter Luxus, der Sinn für Wissenschaften und die schönen Künste offenbar. Zu teuer war den Rajputen-Königen nichts: Spiegel aus Belgien, Kronleuchter aus Murano-Glas, Teppiche mit höchster Knotenzahl und die hohe Kunst der Miniaturmalerei. Man kann hier seinen Namen freihändig auf ein Reiskorn schreiben lassen.
Der Palast der Winde ist das Wahrzeichen Jaipurs. Er ist jedoch kein Gebäude, sondern nur eine Fassade mit zahlreichen Erkern, die den Haremsdamen das unbemerkte beobachten der Festumzüge ermöglichten.
Der Ausflug nach Amber ist das absolute Highlight. Auf bunt bemalten Elefanten erklimmt man diese Festung. Der Gipfel der Sinnlichkeit sind die mit tausenden kleinen konkaven Spiegeln ausgestatteten Schlafzimmer. Das Entzünden einer einzigen Kerze verwandelt den Raum in einen Sternenhimmel - einfach romantisch.
In einem Palast wohnen? - Kein Problem. Mit einer Glocke werden eintreffende Gäste des Palasthotels in Mandawa begrüßt. Auch wenn die Zimmer unterschiedlich sind - hier ist Atmosphäre angesagt. Bei einem Glas Scotch genießt man in der Lobby das prachtvolle Ambiente, vom Turm hat man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und die angrenzende Wüste.
Schon das einfache Überqueren einer Straße ist in Nepal ein Schritt Jahrhunderte zurück. Uralte Schreine, Tempel und Plätze, jeder Stein ein Stück exotische Geschichte. Und die drei Königsstädte Kathmandu, Patan und Bhaktapur präsentieren sich nun im Vergleich zu früher renoviert und in ungewohnter Sauberkeit. Aber leider auch mit neuer Sorge, dem Smog. Wie gut, daß man im Shangrila-Hotel wohnt: herrliche Küche, Swimming-Pool, Fitness-Center und der Garten - eine Oase im turbulenten Kathmandu.
Everest für jedermann: Das größte Kapital Nepals sind seine Berge. Und da der Höchste, der Mount Everest (8.848 m), ein bisserl weit weg ist, lohnt sich ein Himalaya-Rundflug allemal. Die Maschinen sind mit Panorama-Fenstern ausgestattet, jeder Passagier hat einen Fensterplatz. Der Everest wird direkt überflogen und Gipfelfotos gelingen ganz ohne Anstrengung.
Pokhara liegt am pittoresken Phewa-See und man muß den Kopf schon in den Nacken legen, um das sich bietende Panorama zu betrachten. Ein perfekter Ort, um auszuspannen und mit der Seele zu baumeln oder zu trekken.
Die Annapurnas (8.091 m), allen voran der Machapuchare, das Matterhorn Nepals, und im Westen der Dhaulagiri (8.126 m) spiegeln sich nicht nur im See, sondern auch im morgendlichen Tee-Häferl.
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