Modellvorstellungen
23.10.2012
Autor:
Alexander Fischer I Fotos: Werk

Fahrbericht: Fiat Panda 4x4

Klein, geländegängig, kultig.

10_2012_fiat_panda_4x4_b © Archiv
Almauf, Almab, dafür ist der Panda 4x4 prädestiniert. Und weil er so wunderbar kompakt ist, kommt der Zwergkraxler sogar noch dorthin, wo große SUV stecken bleiben. Wir sind überrascht, wohin die Ausfahrt dank fünfzehn Zentimeter Bodenfreiheit und permanentem Allradantrieb (inklusive zweier Differenziale) führen kann.
Höhergelegte Dinge sind heutzutage in. Der Stöckelschuh beispielsweise (wieder einmal). Oder das Motorrad mit langen Federwegen. Vor allem aber das hochgestellte Auto. Nicht jene für’s grobe Gelände, sondern jene für Stadt und Autobahn, für den Wochenendausflug ins Ländliche. Es gibt sie in kompakter bis großer Größe – und von Fiat auch in klein. Seit 1983 übrigens schon. Damit verfügt der Panda 4x4, so heißt der Zwergkraxler, über eine bemerkenswert lange Historie, deren drittes Kapitel eben erst begonnen hat.

Für Ostösterreicher ist der Allrad-Panda ein Auto mit Seltenheitswert. Allerdings bedarf es keiner weitreichenden Analyse um die Ursache zu eruieren, sondern nur eines ordentlichen Rundumblicks: Es mangelt an der passenden Umgebung. In den steileren Regionen Mitteleuropas hingegen hat der Panda 4x4 eine treue Fangemeinde, die diesen einzigartigen Mix aus Allradantrieb, ein bisserl mehr Bodenfreiheit und Wendigkeit sehr schätzt. Ja, der Zwergkraxler ist ein Unikum am Markt. Nach wie vor. Ein Bestseller im klassischen, stückzahlorientierten Sinne hingegen war er nie, wird er vermutlich auch nie sein. Was er dagegen sehr wohl ist: Ein charmanter, überraschend geländetauglicher Sonderling.

Ins Gelände? Ja, gern. Die kurzen Überhänge, respektable Anschluss- bzw. Böschungswinkel (21 bzw. 36 Grad), rund fünfzehn Zentimeter Bodenfreiheit sowie der permanente Allradantrieb ermöglichen einen erstaunlich großen Aktionsradius. Dabei ist der technische Unterbau nicht sonderlich aufwendig: Eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung mit zwei Differenzialen verteilt die Antriebskraft zwischen Vorder- und Hinterachse, sorgt für den notwendige Grip. Spätestens dort, wo es dann auch noch eng und winkelig wird, erfährt der wendige Panda seine volle Berechtigung. Wo ein SUV aufgrund seiner Größe nicht mehr vorbeikommt, passt ein Panda locker durch. So einfach ist das. Positiv vermerkt haben wir zudem, dass bei all dem Gehopse und Geschunkel im Gelände nichts auffällig geklappert oder gescheppert hat, kaum ein Kunststoffteil knackste. Überhaupt wirkte der kleine Allradler bei einer ersten Probefahrt überraschend solide, stämmig und robust.

Allrad-Pandafahren kostet in Österreich zumindest 16.950 Euro. Motorisch wird dann der 0,9-l-TwinAir Turbo mit 85 PS geboten, für einen Tausender mehr gibt’s den 1,3-l-Diesel mit 75 PS. Serienmäßig sind zumindest die wichtigsten Sicherheits- und Komfort-Features an Bord. Allerdings müssen Dinge wie eine geteilt umklappbare Rückbank, ein höhenverstellbarer Fahrersitz, ein dritter Sitzplatz hinten extra geordert werden.

Als Alternative zum 4x4 wird übrigens auch der Panda Trekking angeboten. Der ist gewissermaßen das Missing Link zwischen On- und Offroad-Panda, sprich: selbes rustikales Aussehen, aber kein Allradantrieb, Preis ab: 14.950 Euro.