Sicherheit
03.09.2012

Größte VBA Österreichs

Verkehrsbeeinflussungsanlage auf der A23 in Betrieb

vba_a23_10 © Archiv
Am 03.09.2012 ging die größte Verkehrsbeeinflussungsanlage Österreichs in Betrieb. Neben Tempolimits werden auch Infos über Wetter und Straßenverhältnisse weiter gegeben.

Aktivierung der VBA auf der A23 (Abschnitt Inzersdorf - Kaisermühlen)

Mit 03.09.2012 geht nun eine neue, 17 Mio. Euro teure Verkehrsbeeinflussungsanlage (kurz VBA) in Betrieb. Diese auf der A23 – Südosttangente zwischen Inzersdorf und Kaisermühlen situierte Anlage ist mit 49 Metern Riegellänge und 38 Tonnen Riegelgewicht Österreichs größte VBA. Die rund 250 Sensoren zur Messung der Verkehrsstärke und weiterer Parameter wie etwa Niederschlag sollen dabei Beitragen, den Verkehrsfluss am Streckenabschnitt zu verbessern, eine Harmonisierung des Verkehrs im Bereich der stark frequentierten Knotenbereiche herbeizuführen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Hauptanlage umfasst dabei fünf Anschlussstellen und drei Knotenbereiche im Zulauf der A23, beinhaltet 35 Anzeigenquerschnitte, 180 elektronische Verkehrszeichen sowie weitere 20 Videokameras. Derzeit ist allerdings der Bereich zwischen Hanssonkurve und der gesperrten Ausfahrt Simmering weiterhin durch statische Verkehrszeichen beschildert. Aufgrund der bis August situierten Baustelle war es bislang nicht möglich in diesem Bereich Anzeigequerschnitte zu errichten. Bis Jänner 2013 sollen in diesem Bereich in beiden Fahrtrichtungen die letzten Anzeigequerschnitte errichtet und in Betrieb gehen und die A23 schließlich im gesamten Verlauf mit einer VBA ausgerüstet sein. Durch die erfolgte Inbetriebnahme auf der A23 sowie den bereits bestehenden Anlagen auf der A2 und A4 ist der Großraum Wien nun mit einer modernen Verkehrstelematik mittels Verkehrslenkung und –information ausgestattet.

Generelle Ziele, Wirkungen und Nutzen von VBA

VBA haben zum Ziel, einen effektiven Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu leisten, die Verkehrsqualität für den Benutzer zu erhöhen und die vorhandene Infrastruktur optimal zu nutzen. Als primäre Wirkungen werden die Verbesserung der Verkehrssicherheit und die effizientere Ausnutzung der Netzkapazität betrachtet. Überdies kann durch Stauvermeidung auch eine Reduktion der Umweltbelastungen erzielt werden. Als Hauptnutzen einer derartigen Anlage sind eine Verringerung von volkswirtschaftlichen Unfallfolgekosten infolge einer Minimierung von Unfällen und Reisezeiten zu sehen.

Drei Anlagearten von VBA

VBAs lassen sich prinzipiell in drei Anlagearten unterscheiden. Dazu zählen zum einen Streckenbeeinflussungsanlagen, welche über verkehrs- und situationsabhängige Anordnung von fahrstreifenbezogenen Wechselverkehrszeichen über Geschwindigkeitsvorgaben für eine Geschwindigkeitsharmonisierung und situationsangepasste Fahrweise sorgen. Zu den wesentlichen Funktionen zählen dabei vor allem Geschwindigkeitsbeschränkung, Warnung vor besonderen Gefahren, Stauwarnung, Überholverbot oder Warnung vor witterungsbedingten Gefahren. Des weiteren können Knotenbeeinflussungsanlagen mit verkehrsabhängiger Fahrstreifenzuteilung zur Erleichterung des Ein- und Ausfädelns starker Verkehrsströme an Knoten eingerichtet werden. Als dritte Variante können Netzbeeinflussungsanlagen (mittels Wechselwegweisung oder Information) zum Einsatz kommen. Durch Wechselwegweisung können dabei beispielsweise gestörte Netzabschnitte entlastet und Alternativrouten (mit Angabe überregionaler Ziele) angeführt werden um Teilverkehrsströme auf Ausweichrouten zu verlagern. Alle drei Anlagenvarianten verfolgen die eingangs erwähnten Zielsetzungen.

Kollektive Beeinflussung

Generell dienen VBA ausschließlich der kollektiven Beeinflussung aller Verkehrsteilnehmer durch Hinweise und Verkehrszeichen (im Gegensatz zu individuellen Verkehrsinformationen wie Web-Cams, Internet, Navigationsgeräte und dergleichen). Der Verkehr wird dabei in Abhängigkeit der aktuell vorliegenden Verkehrsverhältnisse situationsangepasst gesteuert und somit auf das Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer Einfluss genommen. Über die einzelnen Streckenstationen werden dabei Verkehrsdaten wie Fahrzeuggeschwindigkeit, Fahrtrichtung oder Spurbelegung erfasst. Überdies werden mittels Wetterstationen und Fahrbahnsensoren Umfelddaten (Gefriertemperatur, Luft- und Fahrbahntemperatur, Salzkonzentration, Windrichtung und -stärke, Sichtweite, Wasserfilmdicke, usw.) erhoben. Daraus resultierend werden dann die entsprechenden Informationen an den jeweiligen Anzeigequerschnitten der Anlage angezeigt.