Die steigende Anzahl an Elektro- und Hybridautos bringt auch Änderungen für Techniker oder Einsatzkräfte bei Überprüfungen, Reparaturen oder Unfällen mit sich. In modernen Elektro- oder Hybridfahrzeugen werden Gleichspannungen von über 400 Volt für den Antrieb des Kfz und von Nebenaggregaten verwendet. "Eine falsche Handhabung kann unter Umständen lebensgefährlich sein", weiß ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. "Nur bei Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften sind Reparaturen ungefährlich." Der ÖAMTC ergriff deshalb die Initiative und lud zum zweitägigen Seminar ins ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum Teesdorf. Unter dem Motto "Train the Trainer" trafen rund 40 Personen vom Fach zusammen – vorgetragen und diskutiert wurden verschiedene Aspekte wie der aktuellste Stand der Technik, zu erwartende und bestehende gesetzliche Regelungen, Brandbekämpfung und gefährliche Chemikalien, Erste Hilfe-Maßnahmen sowie bisherige Erfahrungen mit E-Fahrzeugen, z. B. bei Crashtests. Den Seminar-Abschluss bildete die Besichtigung des am ÖAMTC-Stützpunkt Baden neu eingerichteten "Elektro-Arbeitsplatzes", Praxisvortrag inklusive.
ÖAMTC-Initiative: "Train the Trainer" für Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge (+Foto)
Club präsentiert ersten "Elektro-Arbeitsplatz"
In Österreich fehlen noch gesetzliche Regelungen
In manchen EU-Ländern bestehen bereits gesetzliche Regelungen für die Arbeit an Elektro- oder Hybridfahrzeugen, auch in Österreich wird daran gearbeitet. "Derzeit können aber nur allgemeine Elektronormen herangezogen werden, die wenig praxistauglich sind", so der ÖAMTC-Cheftechniker. Verbindliche Regelungen sind wichtig, da für Techniker und Einsatzkräfte besondere Sicherheitsvorkehrungen sowie entsprechende Schulungen notwendig sind. Reparaturen dürfen in diesen Bereichen nur von speziell dafür ausgebildeten Personen durchgeführt werden.
ÖAMTC als Vorreiter – 70 Prozent der Techniker auf Elektro- und Hybridfahrzeugen geschult
Beim ÖAMTC wurde bereits vor mehr als zwei Jahren mit der Ausbildung auf diesem Gebiet begonnen. Mittlerweile sind rund 70 Prozent der Techniker speziell für den Umgang mit Elektro- und Hybridfahrzeugen geschult. Die Technikspezialisten des Clubs testen und prüfen laufend die neuen Technologien auf Herz und Nieren, wie auch auf sicheren Umgang und Hilfe bei möglichen Pannen. Einen Elektroarbeitsplatz, wie er nun am Stützpunkt Baden eingerichtet wurde, soll es künftig an allen ÖAMTC-Standorten geben. Dieser unterscheidet sich von einem herkömmlichen Arbeitsplatz vor allem durch die Fluchtwege und den Platz rund um das Auto, durch Bodenmarkierungen, die Kennzeichnung des Fahrzeugs und einen gekennzeichneten Schrank, in dem spezielles Werkzeug und Schutzausrüstung enthalten sind.
AVISO an die Redaktionen:
Bildmaterial zur Aussendung ist online unter www.oeamtc.at/presse verfügbar.
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