Trinkgeld-Sitten im Urlaub: Bakschisch, Geschenke oder "Have a drink"
ÖAMTC-Touristikexpertin Jacqueline Bauer lotst durch den weltweiten „Trinkgeld-Dschungel“
Die Höhe des richtigen Trinkgelds variiert je nach Urlaubsland. "Was in einem Land gern gesehen ist, kann andernorts beleidigend wirken", weiß Jacqueline Bauer, ÖAMTC Touristikexpertin aus Linz. Denn: Andere Länder, andere Sitten! In Europa wird praktisch in allen Ländern Trinkgeld erwartet. Bei der Höhe gibt es länderspezifische Unterschiede. Kleinstbeträge wie etwa fünf Cent werden jedoch überall als unhöflich betrachtet.
In England dem Barkeeper lieber einen Drink spendieren
In Italien sind beispielsweise zehn Prozent üblich. Zusätzlich ist das Tischgedeck "Coperto" fixer Bestandteil der Essensrechnung. In Griechenland, Kroatien und der Türkei werden ebenfalls rund zehn Prozent erwartet. Im skandinavischen Raum ist ein Bedienungszuschlag meistens bereits inbegriffen. "Bei gutem Service ist es üblich, dem Personal trotzdem noch eine Extra-Zuwendung zu geben", erklärt Bauer. Bei einem Pub-Besuch in England oder Irland braucht man keinen "tip" zu geben. Ein freundlicher Barkeeper wird stattdessen gerne ab und zu auf ein Getränk eingeladen ("Have a drink").
Außerhalb Europas gibt es sehr unterschiedliche Trinkgeld-Sitten:
Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es in der ÖAMTC-Länderdatenbank unter www.oeamtc.at/laenderinfo in der Kategorie "Aufenthaltskosten".
In England dem Barkeeper lieber einen Drink spendieren
In Italien sind beispielsweise zehn Prozent üblich. Zusätzlich ist das Tischgedeck "Coperto" fixer Bestandteil der Essensrechnung. In Griechenland, Kroatien und der Türkei werden ebenfalls rund zehn Prozent erwartet. Im skandinavischen Raum ist ein Bedienungszuschlag meistens bereits inbegriffen. "Bei gutem Service ist es üblich, dem Personal trotzdem noch eine Extra-Zuwendung zu geben", erklärt Bauer. Bei einem Pub-Besuch in England oder Irland braucht man keinen "tip" zu geben. Ein freundlicher Barkeeper wird stattdessen gerne ab und zu auf ein Getränk eingeladen ("Have a drink").
Außerhalb Europas gibt es sehr unterschiedliche Trinkgeld-Sitten:
- In den nordafrikanischen Destinationen wie Ägypten, Tunesien oder Marokko geht nichts ohne "Bakschisch". Im Restaurant sind zehn Prozent üblich, die Taxirechnung wird aufgerundet und jede noch so kleine Dienstleistung kostet ein paar Münzen. Das Trinkgeld ist Bestandteil des Lebensunterhaltes. "Es sollte nicht zu großzügig, aber dennoch gern gegeben werden. Bei Reisegruppen übernimmt dies häufig der Reiseführer mit einem Pauschalbetrag", so die Touristikexpertin.
- Wer in Kenia auf Safari geht, sollte auch an das Begleitpersonal denken. Das Trinkgeld ist für die Safari-Begleiter eine wichtige Einnahmequelle. Ungefähr drei Euro pro Person und Tag sind üblich. In den Hotels und Restaurants werden in der Regel fünf bis zehn Prozent Bedienungszuschlag berechnet. Falls kein Zuschlag eingerechnet ist, sollte ein Trinkgeld gegeben werden.
- In den USA sind Mitarbeiter der Restaurants, Hotels und anderer Dienstleister auf das Trinkgeld angewiesen. "Tipping" ist somit Pflicht. Bauer: "In Restaurants werden 15 bis 20 Prozent des Rechnungsbetrages als Trinkgeld erwartet, falls die Servicegebühr nicht schon auf der Rechnung angeführt ist". Übrigens: Personal, das einen zum Tisch begleitet, lebt ausschließlich vom Trinkgeld.
- In China ist in einfachen Restaurants und Hotels kein Trinkgeld üblich. In den Touristenzentren hat es sich jedoch mittlerweile eingebürgert, dass die Rechnungen einen Bedienungszuschlag erhalten.
- In Japan wird generell kein Trinkgeld gegeben. Hier kann man seine Dankbarkeit mit kleinen Geschenken ausdrücken, die man immer diskret und nicht vor den Augen anderer überreichen sollte. "Andernfalls könnte es als Beleidigung aufgefasst werden", erklärt Clubexpertin Bauer.
- In Thailand wird Trinkgeld unter zehn Baht (ca. 20 Cent) als Beleidigung empfunden. "In den meisten Hotels kommt ein Bedienungszuschlag von zehn bis 15 Prozent auf die Rechnung. In Restaurants werden zehn Prozent erwartet."
- In Australien war es bis vor einigen Jahren unüblich, Trinkgeld zu geben. Das hat sich inzwischen geändert. Bei gutem Service sind fünf bis zehn Prozent angemessen. "Manchmal trifft man jedoch immer noch Menschen an, die kein Trinkgeld annehmen wollen. Das sollte man als Urlauber auch akzeptieren", rät Jacqueline Bauer.
- Bei Kreuzfahrten sollte man sich vorab informieren, ob und wie viel Trinkgeld gegeben wird. Bei vielen Reedereien hat es sich eingebürgert, dass automatisch acht bis zehn Euro pro Tag und Person als Servicepauschale auf die Rechnung gesetzt werden. "Ist man damit nicht einverstanden, kann man als Reisender Einspruch erheben und einen neuen Betrag nennen", erklärt Touristikexpertin Bauer.
Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es in der ÖAMTC-Länderdatenbank unter www.oeamtc.at/laenderinfo in der Kategorie "Aufenthaltskosten".