Etwas unglücklich waren die Versuche von Renault, im SUV-Segment zu punkten, von Anbeginn. Zuerst waren die Franzosen zu früh dran: Bevor das Segment Stadtgeländewagen zu boomen begann, verkaufte Renault seinen Scénic RX4 (hochgestellte Karosserie, Allrad und an der Heckklappe angebrachtes Reserverrad) gar nicht so schlecht. Trotzdem wurde der RX4 2003 eingestellt. Dann klaffte im SUV-Angebot von Renault eine Fünf-Jahres-Lücke. Erst 2008 – andere Hersteller verkauften währenddessen ihre Stadtgeländewagen bereits wie die warmen Semmeln – erfolgte mit dem Koleos der zweite Anlauf. Den Aufwand wollten die Franzosen möglichst gering halten – eigentlich ist der Renault ein modifizierter Samsung und wird auch in Südkorea produziert.
Zumindest in Österreich wurden die Autokäufer mit dem südkoreanischen Franzosen nie so richtig warm. Während etwa VW vergangenes Jahr knapp 6.000 Tiguan verkaufte, fanden nur 393 Koleos einen neuen Besitzer. Eine Frischzellenkur soll dem Renault-SUV jetzt bessere Verkaufschancen verschaffen. Die neue Front mit schmäleren Scheinwerfern und verchromtem Kühlergrill tut dem von Haus aus etwas pummeligen Erscheinungsbild auf jeden Fall gut. Ein zusätzliches Feature sind die LED-Blinker in den Außenspiegeln. Im Cockpit kommen hochwertigere Materialien zum Einsatz, das Design von Tacho und Drehzahlmesser wurde überarbeitet, die Ablesbarkeit ist einwandfrei.
Motorisch hat man die Wahl zwischen Diesel und Diesel – eine Benzinmotorisierung wird gar nicht mehr angeboten. Das 2-Liter-Aggregat kann mit 150 oder 173 PS geordert werden. Bei den Ausstattungsstufen ist die Auswahl ebenfalls auf zwei Möglichkeiten beschränkt: auf „sehr gut“ (Bose-Edition) oder „alles drin“ (Exception). Der Einstiegspreis beginnt bei 29.990 Euro, dafür gibt es allerdings nur Frontantrieb. Allrad beginnt bei 32.490 Euro, und die Top-Motorisierung gibt es nur mit Top-Ausstattung und Sechsgang-Handschaltung um 38.390 Euro. Eine ziemlich happige Zahl – aber die überkomplette Ausstattung relativiert den hohen Preis. Ein Auszug: TomTom-Navi, Handsfree Entry & Drive (Schlüssel in Scheckkartenform kann einfach eingesteckt werden, Zentralverriegelung öffnet und schließt automatisch, gestartet wird per Knopf), 2-Zonen-Klimaautomatik, Bose-Radio, Tempomat, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, Einparkhilfe, elektrisches Glasdach oder Lederpolsterung. Die einzigen nennenswerten Optionen sind Xenon-Lackierung und Metallic-Lack. Ordert man diese Serienausstattung bei einigen der Koleos-Konkurrenten, kommt schnell der Preis eines Kleinwagens zu Stande.
Beim Fahren liebt es der koreanische Renault weiterhin gemütlich. Die sehr leichtgängige und etwas unpräzise Lenkung und die Seitenneigung in flott gefahrenen Kurven lassen einem schnell die Lust auf sportliche Fortbewegung vergehen. Dazu passend auch die hohe Sitzposition, die jedoch eines der Pro-SUV-Argumente darstellt. Der Motor gefällt mit ordentlichem Durchzug, wird bei höheren Drehzahlen aber überraschen kernig – das kennt man von den formidablen Renault-Diesel eigentlich nicht. Aber anscheinend wurden beim Samsung-Ableger auch weniger Dämmmaterial verbaut. Zwar sind die Fahrleistungen des 173 PS starken Koleos mehr als nur ausreichend, diese werden jedoch mit einem zu hohen Verbrauch erkauft – 8,6 Liter Diesel für 100 Kilometer sind nicht mehr zeitgemäß.
Bestens gelöst ist das Umlegen der Rücksitze – einfach im Kofferraum an einem Hebel ziehen und die Sitzflächen schnappen hoch, die Lehnen legen sich flach. Zweigeteilter Meinung kann man über die geteilte Heckklappe sein. Manche Tester fanden sie praktisch („ordentliche Ablagefläche auf dem unteren Teil“), vor allem kleingewachsene Personen müssen aber in das Heck klettern, um Gegenstände Bereich der Rücksitzlehnen im Kofferraum zu erreichen.
Fazit: tolle Ausstattung und etwas mehr markanterer Auftritt – ob das aber für einen Turboboost des Renault Koleos reicht, bleibt sehr fraglich.
Zumindest in Österreich wurden die Autokäufer mit dem südkoreanischen Franzosen nie so richtig warm. Während etwa VW vergangenes Jahr knapp 6.000 Tiguan verkaufte, fanden nur 393 Koleos einen neuen Besitzer. Eine Frischzellenkur soll dem Renault-SUV jetzt bessere Verkaufschancen verschaffen. Die neue Front mit schmäleren Scheinwerfern und verchromtem Kühlergrill tut dem von Haus aus etwas pummeligen Erscheinungsbild auf jeden Fall gut. Ein zusätzliches Feature sind die LED-Blinker in den Außenspiegeln. Im Cockpit kommen hochwertigere Materialien zum Einsatz, das Design von Tacho und Drehzahlmesser wurde überarbeitet, die Ablesbarkeit ist einwandfrei.
Motorisch hat man die Wahl zwischen Diesel und Diesel – eine Benzinmotorisierung wird gar nicht mehr angeboten. Das 2-Liter-Aggregat kann mit 150 oder 173 PS geordert werden. Bei den Ausstattungsstufen ist die Auswahl ebenfalls auf zwei Möglichkeiten beschränkt: auf „sehr gut“ (Bose-Edition) oder „alles drin“ (Exception). Der Einstiegspreis beginnt bei 29.990 Euro, dafür gibt es allerdings nur Frontantrieb. Allrad beginnt bei 32.490 Euro, und die Top-Motorisierung gibt es nur mit Top-Ausstattung und Sechsgang-Handschaltung um 38.390 Euro. Eine ziemlich happige Zahl – aber die überkomplette Ausstattung relativiert den hohen Preis. Ein Auszug: TomTom-Navi, Handsfree Entry & Drive (Schlüssel in Scheckkartenform kann einfach eingesteckt werden, Zentralverriegelung öffnet und schließt automatisch, gestartet wird per Knopf), 2-Zonen-Klimaautomatik, Bose-Radio, Tempomat, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, Einparkhilfe, elektrisches Glasdach oder Lederpolsterung. Die einzigen nennenswerten Optionen sind Xenon-Lackierung und Metallic-Lack. Ordert man diese Serienausstattung bei einigen der Koleos-Konkurrenten, kommt schnell der Preis eines Kleinwagens zu Stande.
Beim Fahren liebt es der koreanische Renault weiterhin gemütlich. Die sehr leichtgängige und etwas unpräzise Lenkung und die Seitenneigung in flott gefahrenen Kurven lassen einem schnell die Lust auf sportliche Fortbewegung vergehen. Dazu passend auch die hohe Sitzposition, die jedoch eines der Pro-SUV-Argumente darstellt. Der Motor gefällt mit ordentlichem Durchzug, wird bei höheren Drehzahlen aber überraschen kernig – das kennt man von den formidablen Renault-Diesel eigentlich nicht. Aber anscheinend wurden beim Samsung-Ableger auch weniger Dämmmaterial verbaut. Zwar sind die Fahrleistungen des 173 PS starken Koleos mehr als nur ausreichend, diese werden jedoch mit einem zu hohen Verbrauch erkauft – 8,6 Liter Diesel für 100 Kilometer sind nicht mehr zeitgemäß.
Bestens gelöst ist das Umlegen der Rücksitze – einfach im Kofferraum an einem Hebel ziehen und die Sitzflächen schnappen hoch, die Lehnen legen sich flach. Zweigeteilter Meinung kann man über die geteilte Heckklappe sein. Manche Tester fanden sie praktisch („ordentliche Ablagefläche auf dem unteren Teil“), vor allem kleingewachsene Personen müssen aber in das Heck klettern, um Gegenstände Bereich der Rücksitzlehnen im Kofferraum zu erreichen.
Fazit: tolle Ausstattung und etwas mehr markanterer Auftritt – ob das aber für einen Turboboost des Renault Koleos reicht, bleibt sehr fraglich.



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