"Puuuh“, stöhnt Isabella, „jetzt tut es weh!“ Der Sportwissenschafter in Gestalt eines Muskelmanns hatte der auf dem Behandlungstisch liegenden Mittvierzigerin den gestreckten Arm zuerst nach oben bewegt und dann so weit es geht über die Schulter nach hinten. Sofort lässt er davon ab, legt seine Hände in ihren Nacken: „Lass den Kopf fallen.“ Sie tut es – so lange, bis sie ein Ziehen in ihrer Wirbelsäule spürt. Noch ein paar weitere Tests, um Verspannungen aufzuspüren, dann darf sie runter vom Tisch, muss sich mit gestreckten Beinen auf den Boden setzen und ihre gestreckten Arme nach vorne bewegen – so weit es nur geht. 28,5 Zentimeter, dann gibt sie auf. Alles wird penibel notiert, auch dass sie 176,5 cm groß ist und der Umfang ihrer Unterschenkel 20,4 cm beträgt. Erst jetzt darf sie ins Auto steigen, um zwei Mal zwei Stunden am Stück zu fahren. All das lassen Isabella und fünf weitere Testpersonen dreier Altersstufen (unter 25, 40–50 und 60plus) über sich ergehen, um Klarheit zu bekommen, wie sehr lange Autofahrten den Rücken beanspruchen. Deshalb wird es am Ziel zum Vergleich für alle noch einmal die gleichen Untersuchungen geben. Daraus sollen Erkenntnisse gewonnen werden, was man tun kann, um Schmerzen zu vermeiden.
Rückenschmerzen spüren 69% aller Östereicher/-innen, 23% leiden chronisch an ihnen, 46% öfter. Schuld an dieser Volkskrankheit ist eigentlich die Wirbelsäule, eine Verbindung raffiniert angeordneter Knochen, die den Kopf ausbalanciert und den Oberkörper stützt. Stabilisiert wird diese bewegliche Säule durch ein perfekt eingespieltes System von Bändern, Muskeln und Bandscheiben. „Gerät dieses Gefüge aus dem Gleichgewicht, kommt es zu Beschwerden“, erklärt öamtc-Verkehrsmediziner Heimo Vedernjak. Was recht rasch passiert, denn das Skelett des Menschen ist für langes Sitzen nicht geschaffen. Um schon einmal bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen, erklärt er den Testpersonen, wie sie zu einer optimalen Sitzposition gelangen (Kasten rechts). Denn neben den einseitigen Belastungen der Muskeln beim Gasgeben oder Kuppeln ist vor allem die schlechte Sitzhaltung für Verspannungen verantwortlich. Nach diesem Exkurs wird die Startflagge zur simulierten Urlaubsreise geschwenkt und die drei identischen Chevrolet Cruze verlassen das Gelände der Therme Wien Fitness.
Weiche Sitze mögen zwar beim ersten Hinsetzen einen komfortablen Eindruck machen – für den Rücken jedoch sind sie Gift. Die Mediziner der deutschen Aktion Gesunder Rücken (AGR) definieren Wohlbefinden am Steuer gesäßtechnisch mit straffem Schaumstoff, einer Lehne mit stabiler, wirbelsäulengerechter Struktur, die den Oberkörper in Verbindung mit einer ergonomischen Polsterung optimal abstützt, und einem aufwändig konstruiertem Unterbau des Sitzes. Das alles soll die Schwingungen während der Fahrt möglichst dämpfen. Denn nicht nur deutlich spürbare Fahrbahn-Unebenheiten schlagen sich bis zu Hintern und Wirbelsäule durch, sondern auch kaum wahrnnehmbare Motorvibrationen oder Reifen-Unwuchten.
Entscheidend ist, so Verkehrsmediziner Vedernjak, die individuelle Einstellbarkeit des Sitzes: „Nicht nur die Lehne sollte sich anpassen lassen, sondern auch die Sitzhöhe, die Sitzneigung und vor allem die Länge der Sitzfläche.“ Ausgeprägte Seitenführungen an Lehne und Sitzfläche verhindern zudem das Verrutschen des Körpers, was für eine aufrechte und entspannte Haltung sorgt. „Eine fest in die Lehne integrierte verstellbare Lordosenstütze kann ich nur empfehlen“, sagt Vedernjak und rät: „Es ist auf alle Fälle sinnvoller, in gute Sitze zu investieren als in die Optik seines Autos.“
Fahren, fahren, fahren. Währenddessen kreisen die drei Testautos auf dem Autobahnnetz rund um Wien. Die Testpersonen sind angehalten, während der zweistündigen Fahrt nicht auszusteigen. Das ist erst in der Pause erlaubt – und auch nur jenen, die am Steuer saßen. Diese müssen dann unter der Anleitung des Mediziners spezielle Übungen machen, die die Muskeln lockern und die Durchblutung fördern, um Venen- und Lymphstaus vorzubeugen. Die Beifahrer/-innen müssen bis zu einer Stunde lang sitzen bleiben, weil Videoaufnahmen von den Übungen gemacht werden. Dann geht es wieder für zwei Stunden auf die Piste.
Kürzer geworden sind danach alle in allen Altersgruppen, wie das Sportwissenschafter-Team bei den abschließenden Vergleichsmessungen feststellt. Denn lange Autofahrten lassen die Insassen schrumpfen. Die Fahrer, die in den Pausen Übungen machten, im Schnitt um einen halben Zentimeter, die Beifahrer, die immer saßen, um bis zu 1,2 cm. Der Muskeltest am Behandlungstisch zeigte kaum Änderungen bei den Fahrern, aber deutliche Verspannungen bei den Beifahrern, die auch im Flexibilitätstest weit zurück fielen. Den größten Unterschied gab es in der eigenen Einschätzung des Befindens: Die Versuchsgruppe mit der aktiven Pause fühlte sich kaum müde und wenig verspannt, die Sitzenbleiber klagten über Müdigkeit, bleischwere Beine und ein Gefühl genereller Steifigkeit. Das Fazit des Mediziners: Pausen mit Übungen alle zwei Stunden sind unbedingt zu empfehlen, viel trinken verbessert Blutfluss, Sauerstofftransport und Konzentration und beugt Venenstau, Ermüdung und Muskelspannungsschmerz vor.
Rückenschmerzen spüren 69% aller Östereicher/-innen, 23% leiden chronisch an ihnen, 46% öfter. Schuld an dieser Volkskrankheit ist eigentlich die Wirbelsäule, eine Verbindung raffiniert angeordneter Knochen, die den Kopf ausbalanciert und den Oberkörper stützt. Stabilisiert wird diese bewegliche Säule durch ein perfekt eingespieltes System von Bändern, Muskeln und Bandscheiben. „Gerät dieses Gefüge aus dem Gleichgewicht, kommt es zu Beschwerden“, erklärt öamtc-Verkehrsmediziner Heimo Vedernjak. Was recht rasch passiert, denn das Skelett des Menschen ist für langes Sitzen nicht geschaffen. Um schon einmal bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen, erklärt er den Testpersonen, wie sie zu einer optimalen Sitzposition gelangen (Kasten rechts). Denn neben den einseitigen Belastungen der Muskeln beim Gasgeben oder Kuppeln ist vor allem die schlechte Sitzhaltung für Verspannungen verantwortlich. Nach diesem Exkurs wird die Startflagge zur simulierten Urlaubsreise geschwenkt und die drei identischen Chevrolet Cruze verlassen das Gelände der Therme Wien Fitness.
Weiche Sitze mögen zwar beim ersten Hinsetzen einen komfortablen Eindruck machen – für den Rücken jedoch sind sie Gift. Die Mediziner der deutschen Aktion Gesunder Rücken (AGR) definieren Wohlbefinden am Steuer gesäßtechnisch mit straffem Schaumstoff, einer Lehne mit stabiler, wirbelsäulengerechter Struktur, die den Oberkörper in Verbindung mit einer ergonomischen Polsterung optimal abstützt, und einem aufwändig konstruiertem Unterbau des Sitzes. Das alles soll die Schwingungen während der Fahrt möglichst dämpfen. Denn nicht nur deutlich spürbare Fahrbahn-Unebenheiten schlagen sich bis zu Hintern und Wirbelsäule durch, sondern auch kaum wahrnnehmbare Motorvibrationen oder Reifen-Unwuchten.
Entscheidend ist, so Verkehrsmediziner Vedernjak, die individuelle Einstellbarkeit des Sitzes: „Nicht nur die Lehne sollte sich anpassen lassen, sondern auch die Sitzhöhe, die Sitzneigung und vor allem die Länge der Sitzfläche.“ Ausgeprägte Seitenführungen an Lehne und Sitzfläche verhindern zudem das Verrutschen des Körpers, was für eine aufrechte und entspannte Haltung sorgt. „Eine fest in die Lehne integrierte verstellbare Lordosenstütze kann ich nur empfehlen“, sagt Vedernjak und rät: „Es ist auf alle Fälle sinnvoller, in gute Sitze zu investieren als in die Optik seines Autos.“
Fahren, fahren, fahren. Währenddessen kreisen die drei Testautos auf dem Autobahnnetz rund um Wien. Die Testpersonen sind angehalten, während der zweistündigen Fahrt nicht auszusteigen. Das ist erst in der Pause erlaubt – und auch nur jenen, die am Steuer saßen. Diese müssen dann unter der Anleitung des Mediziners spezielle Übungen machen, die die Muskeln lockern und die Durchblutung fördern, um Venen- und Lymphstaus vorzubeugen. Die Beifahrer/-innen müssen bis zu einer Stunde lang sitzen bleiben, weil Videoaufnahmen von den Übungen gemacht werden. Dann geht es wieder für zwei Stunden auf die Piste.
Kürzer geworden sind danach alle in allen Altersgruppen, wie das Sportwissenschafter-Team bei den abschließenden Vergleichsmessungen feststellt. Denn lange Autofahrten lassen die Insassen schrumpfen. Die Fahrer, die in den Pausen Übungen machten, im Schnitt um einen halben Zentimeter, die Beifahrer, die immer saßen, um bis zu 1,2 cm. Der Muskeltest am Behandlungstisch zeigte kaum Änderungen bei den Fahrern, aber deutliche Verspannungen bei den Beifahrern, die auch im Flexibilitätstest weit zurück fielen. Den größten Unterschied gab es in der eigenen Einschätzung des Befindens: Die Versuchsgruppe mit der aktiven Pause fühlte sich kaum müde und wenig verspannt, die Sitzenbleiber klagten über Müdigkeit, bleischwere Beine und ein Gefühl genereller Steifigkeit. Das Fazit des Mediziners: Pausen mit Übungen alle zwei Stunden sind unbedingt zu empfehlen, viel trinken verbessert Blutfluss, Sauerstofftransport und Konzentration und beugt Venenstau, Ermüdung und Muskelspannungsschmerz vor.



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