• Auto-Tests
    Ausgabe: Mai 2012
    21.05.2012
    Autor:
    Alexander Fischer I Fotos: Heinz Henninger

    Comeback-Versuch

    Mit dem Korando wagt SsangYong in Europa einen Neuanfang – ein mutiger Schritt.

    05_2012_ssangyongKorando_b © Archiv
    Mit dem Korando wagt der koreanische Hersteller SsangYong erneut den Einstieg am europäischen Markt., Startpreis: 24.990 Euro.
    Nach der bewegten Vorgeschichte von SsangYong in Europa ein kurzes Update: Man wurde finanziell gerettet, befindet sich mittlerweile unter indischer Eigentümerschaft, konkret: Mahindra. Ähnliches passierte ja auch den Traditionsmarken Jaguar/Land Rover, die dank des Tata-Engagements mittlerweile sogar wieder festen finanziellen Boden unter den Füßen spüren. Ob dem koreanischen Hersteller nun ein ähnlicher Aufschwung bevorsteht, hängt auch vom Erfolg des Korando ab.

    Interesse sollte dem Korando gewiss sein, schließlich steigt er in eine Klasse ein, die sich nach wie vor steigender Nachfrage erfreut – wir sind bei den kompakten SUVs. Die Konkurrenz ist zahlreich, gut etabliert, oftmals schon in der zweiten Generation: VW Tiguan, Nissan Qashqai, Dacia Duster, Ford Kuga, Mazda CX-5, Hyundai ix 35, Kia  Sportage. Punkten kann hier nur, wer ein faires Preis-/Leistungsverhältnis sowie ordentliche Qualität bietet. Es ist kein leichtes Umfeld, zumal der Korando mit einem kleinen Mangel startet: Er ist vorläufig nur mit einem durchzugsstarken 175 PS starken 2-l-Diesel zu haben.Mehr Auswahl haben Käufer in Antriebs- und Schaltungs-Fragen. Sowohl Zweirad- als auch Allrad-Antrieb können entweder mit Automatik oder Sechs-Gang-Handschaltung kombiniert werden.

    Wenig Auswahl hingegen gibt wiederum bei der Ausstattung. Zwischen zwei Varianten (Plus und Premium) stehen zur Wahl, das war’s schon fast. Eine Metallic-Lackierung wäre optional noch verfügbar. Dann ist aber wirklich Schluss. Bravo: Bereits die Plus-Ausstattung ist sehr komplett, also inklusive aller Annehmlichkeiten wie Klimaanlage, USB-Anschluss, Bluetooth-Verbindung, Einparkhilfe, getönten Scheiben etc. All die passenden Knöpfe und Schalter sind übrigens auch recht gut arrangiert und platziert, zu kritisieren gibt’s da nichts. Über die Qualität des Leders kann hingegen diskutiert werden, vielleicht auch über das kostengünstige, geradlinige Innenraumdesign.

    SUVs dieser Größe sind meist straff gefedert – so auch der Korando. Im automobilen Alltag bedeutet dies, dass kleinere Unebenheiten wie z.B. Kanaldeckel eher ungefiltert spürbar sind. Auf der Autobahn oder bei schneller gefahrenen Kurven hingegen stört das weniger. Generell wäre es wünschenswert, wenn die Lenkung direkter wäre, der Korando somit gezielter navigiert werden könnte. Apropos Wunsch: Der 2-l-Diesel hat eine kleine Anfahrschwäche, gefällt aber ab ca. 2.000/min mit wirklich ordentlichem Durchzug – vielleicht wäre das Drehmoment ja ein bisserl feiner verteilbar?

    Technische Daten SsangYong Korando Premium AWD

    Preis EUR 29.290,-
    Motor 4-Zyl.-Diesel, 1.998 cm3
    Leistung 129 kW (175 PS) 4.000/min
    Drehmoment 360 Nm bei 2.000-3.000/min
    Spitze 179 km/h
    Normverbr. 7,9/5,5/6,4 l/100 km
    Innerorts/außerorts/gesamt
    CO2-Ausstoß 169 g/km
    Antrieb Allrad, 6-G.-Handschaltung
    L/B/H 4.410/1.830/1.675 mm
    Radstand 2.650 mm
    Gewicht 1.672/588 kg (leer/Zuladung)
    Kofferraum 486/1.312 l (min/max)
    Tankinhalt 57 l
    Steuer, Versicherung (jährl. Bezahlung)
    Kfz-Steuer EUR 693,-
    Kfz-Haftpfl. ab EUR 326,92 SK, Stufe 0
    Bonus-Kasko ab EUR 602,82 Generali, SB 500
    auto touring Messwerte
    Beschleunig. 11,1 s (0-100 km/h)
    Verbr. im Test 7,7 l/100 km
    Reichweite 740 km