Am vergangenen Wochenende passierten in Österreich einige schwere Verkehrsunfälle, bei denen mehrere Menschen ums Leben kamen. Unter den Getöteten war auch eine 22-Jährige Studentin, die bei einem Unfall mit Fahrerflucht in Oberösterreich ums Leben gekommen ist. "Egal aus welchen Gründen, Flucht ist auf keinen Fall eine Option. Im Gegenteil, die richtige Reaktion kann für ein Unfallopfer lebensrettend sein", stellt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger klar.
ÖAMTC: Fahrerflucht ist nach einem Unfall immer die falsche Reaktion
Drei Prozent aller 2011 im österreichischen Straßenverkehr Getöteten starben bei Fahrerflucht-Unfällen
2011 gab es in Österreich laut Statistik Austria 1.795 Unfälle mit Fahrerflucht. Dabei wurden 2.047 Personen verletzt, 16 kamen ums Leben. "Das sind drei Prozent aller 2011 im Straßenverkehr getöteten Menschen", erklärt die ÖAMTC-Expertin. "Heuer kamen laut BMI bisher zwei Personen bei Fahrerfluchtunfällen ums Leben."
Warum Autofahrer nach Unfällen flüchten
Warum Unfalllenker nach einem von ihnen verursachten Crash nicht anhalten, kann verschiedene Ursachen haben. "Unfälle stellen für Autofahrer generell eine extreme Stresssituation dar. Darauf reagiert jeder Mensch anders", erklärt die ÖAMTC-Expertin. Manche geraten in Panik, reagieren mit Verdrängung oder Verleugnung und fahren davon. Andere treffen die Entscheidung ganz rational und flüchten aus Angst vor strafrechtlichen und persönlichen Konsequenzen.
Auch die Einnahme von Drogen oder Alkohol vor der Fahrt führt aus Furcht vor den Folgen oft zu einer Fluchtreaktion. "Vor allem bei jüngeren Menschen kommen Fahrerfluchtunfälle oft nach dem vorherigen Besuch einer Party vor", schildert die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Die meisten Unfalllenker, die vom Unfallort flüchten, sind in der Altersgruppe der 15 bis 24-Jährigen zu finden. Außerdem ist Fahrerflucht offenbar ein männliches Problem: nur 20 Prozent der Betroffenen sind Frauen (Quelle: Statistik Austria, 2008).