03.05.2012

ÖAMTC: Zu wenige Autofahrer desinfizieren ihre Klimaanlage – Gesundheitsgefahr (+Foto)

Nur "cool" bei richtiger Wartung, Überprüfungen im Zwei-Jahresrhythmus empfohlen

Im Jahr 2011 wurden an den ÖAMTC-Stützpunkten rund 12.500 Klimaanlagen überprüft, 2.300 Ultraschall-Verdampfer-Desinfektionen und 4.305 Mal eine Kombination aus den beiden durchgeführt. Insgesamt eine geringe Anzahl in Anbetracht der Tatsache, dass mittlerweile mehr als 90 Prozent der österreichischen Autofahrer mit Klimaanlage unterwegs sind und derartige Überprüfungen im Zwei-Jahrestakt durchgeführt werden sollten. "Das Problem ist, dass viele Autofahrer die negativen Auswirkungen mangelnder Wartung unterschätzen", weiß Rudolf Brauch, Technischer Leiter beim ÖAMTC. "Darüber hinaus glauben viele, diese Leistung sei im herkömmlichen Service inbegriffen, ist sie jedoch nicht." Grundsätzlich gibt es zwei typische Mängel, die bei jeder schlecht oder gar nicht gewarteten Klimaanlage im Laufe der Zeit auftreten: Erstens die Leistung nimmt ab und zweitens es stinkt.

Kältemittel-Füllmenge kontrollieren - Klimaanlagen sind undicht

"Es ist vollkommen normal, dass bei Klimaanlagen jährlich bis zu 15 Prozent des Kältemittels durch die beweglichen Schläuche entweichen. Das ist konstruktionsbedingt so", erklärt der Technische Leiter des ÖAMTC. Deshalb sollte man die Kältemittelmenge im Zwei-Jahresintervall kontrollieren lassen. Bei einer Klimaanlagen-Überprüfung wird das vorhandene Kältemittel abgesaugt, die Anlage entfeuchtet und anschließend mit der richtigen Menge Kältemittel wieder befüllt. Wer dieses Prozedere regelmäßig durchführt, erspart sich gleich mehrere Probleme:
* Fehlt Kältemittel, verschlechtert sich auch die Kühlleistung der Anlage.
* Bei schlechterer Kühlleistung muss die Klimaanlage mehr arbeiten – der Spritverbrauch steigt.
* Es kommt zu einem erhöhten Verschleiß der Bauelemente einer Klimaanlage, Folgeschäden sind möglich.

Bei modrigem Geruch sollten die Alarmglocken schrillen

Von der Klimaanlage ausgehende, unangenehme Gerüche werden meist von einem verunreinigten Verdampfer verursacht. Der Verdampfer ist für die Abkühlung der Luft zuständig. Vereinfacht gesagt, wird warme Frischluft durch ihn durchgeleitet, abgekühlt und in den Innenraum des Autos geblasen. Dabei bildet sich im Inneren des Verdampfers Kondenswasser. Stellt man nun den Motor ab, bleibt es dort feucht – denn es kommt keine Frischluft mehr nach. "Das sind natürlich ideale Voraussetzungen für gesundheitsschädigende Bakterien und Pilze", weiß Brauch. Viele realisieren die Pilzbildung erst, wenn die Klimaanlage zu stinken beginnt. Aber den wenigsten ist bewusst: "Sobald es riecht, ist es zu spät und eine einfache Verdampfer-Desinfektion reicht oft nicht mehr aus", erklärt der Technische Leiter des ÖAMTC. Um hartnäckige Rückstände zu entfernen, braucht es zwei bis drei Desinfektionsdurchgänge in kurzen Abständen. "Gerade deshalb sollte man in regelmäßig vorbeugend desinfizieren", rät der ÖAMTC-Experte.
Ein abschließender ÖAMTC-Techniktipp: Der häufig gebrauchte Ratschlag, die Klimaanlage fünf Minuten vor Fahrtende abzuschalten, hilft tatsächlich. Im Verdampfer bildet sich nach Abschalten kein neues Kondenswasser und die bestehende Feuchtigkeit wird durch die Frischluft getrocknet.

Klimaanlagen-Überprüfung und Verdampfer-Desinfektion beim Club

Alle Details zur Klimaanlagen-Überprüfung und zur Ultraschall-Verdampfer-Desinfektion des ÖAMTC findet man online unter www.oeamtc.at/pruefdienste. Diese können auch in Kombination gebucht werden, dazu am besten direkt am nächstgelegenen Stützpunkt nachfragen. Ein Verzeichnis aller ÖAMTC-Stützpunkte gibt es online unter www.oeamtc.at/standorte. Die Vereinbarung eines Prüftermins ist für Mitglieder ebenfalls online unter www.oeamtc.at/termine möglich.
AVISO an die Redaktionen:
Bildmaterial zur Aussendung findet man im ÖAMTC-Fotoservice unter www.oeamtc.at/presse.