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25.04.2012

Gartenteiche und Biotope müssen kindersicher sein

Tod durch Ertrinken zweithäufigste Todesursache bei Kleinkindern

Tod durch Ertrinken ist nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache bei Kleinkindern. Offene Wasserflächen im eigenen Garten werden leider immer noch von vielen Eltern als potenzielle Gefahrenquelle unterschätzt.

Bereits beringe Wassertiefe gefährlich

"Kinder können schon bei geringer Wassertiefe ertrinken", warnt ÖAMTC-Notarzt Herbert Heissenberger. "Die Halsmuskulatur ist noch nicht kräftig genug, um den relativ schweren Kopf über Wasser zu halten."

Hinzu kommt, dass der Schock beim Eintauchen ins kalte Wasser die Atmung blockieren kann. Alleine 2011 Jahr mussten die Crews der ÖAMTC-Flugrettung zwölf Kinder nach derartigen Notfällen versorgen.

Maßnahmen & Verhaltensregeln

Einige einfache Maßnahmen und Verhaltensregeln können das Risiko eines Unfalls drastisch senken.

  • Zunächst einmal sollte jeder Garten, auch jene in der unmittelbaren Nachbarschaft, genau in Augenschein genommen werden.
    Sind Wasserflächen vorhanden, die Kleinkindern gefährlich werden könnten, sorgt beispielsweise eine zusätzliche Umzäunung für mehr Schutz.
  • Auch kindersichere Schwimmbadabdeckungen erhöhen die Sicherheit, genauso wie das Entfernen von Einstiegsleitern, so sie gerade nicht gebraucht werden.
  • Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr, die von Regentonnen ausgeht. Eine Schutzabdeckung verhindert, dass aus diesen Fässern eine tödliche Falle für Kinder wird.
  • Zu den Vorsichtsmaßnahmen zählt ebenfalls, dass sich Kleinkinder niemals unbeobachtet oder alleine in der Nähe von Wasser aufhalten.
    Auch ältere Geschwister eignen sich nur bedingt als Aufsichtspersonen.

Rasche Hilfe kann Leben retten

Für den Fall, dass es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einmal zu einem gefährlichen Sturz ins Wasser kommt, ist gerade die rasche Hilfe in den ersten Minuten besonders wichtig. Sie kann letztlich über Leben oder Tod entscheiden.

"Ein Kind, das bewusstlos ist, befindet sich in Lebensgefahr", erklärt der ÖAMTC-Notfallmediziner. "Es muss so schnell wie möglich aus dem Wasser geborgen werden." Bereits während der Bergung aus dem Wasser sollte mittels eines Notrufs über 144 professionelle Hilfe angefordert werden.

Drei bis fünf Minuten

Maximal drei bis fünf Minuten kommt das Hirn ohne Sauerstoff aus, danach kann eine dauerhafte Schädigung nicht mehr ausgeschlossen werden. "Daher muss sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden, wenn das Kind keine Lebenszeichen mehr zeigt", sagt der ÖAMTC-Notarzt. 

Wiederbelebungsmaßnahmen

Die notwendige Erstmaßnahme ist eine Kombination aus Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund bzw. Mund-zu-Nase-Beatmung.
  • Bei Kindern werden zunächst fünf Beatmungen durchgeführt.
  • Darauf folgen abwechselnd jeweils 15 Herzdruckmassagen und zwei Atemspenden.
  • Dieser Ablauf muss ohne Unterbrechung bis zum Eintreffen der Rettung durchgeführt werden, um eine Minimalversorgung des kindlichen Gehirns mit Sauerstoff zu ermöglichen."