Im Vorjahr kamen laut BMI und Statistik Austria 523 Personen auf Österreichs Straßen ums Leben. Gegenüber dem Jahr 2010 (552 Todesopfer) ist die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Personen somit um 5,3 Prozent gesunken.
Sicherheit
Unfallstatistik 2011
Links zum Thema
Mehr getötete Kinder und Radfahrer
Beste Statistik seit 1950
Es handelt sich um die beste Unfallstatistik seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1950. Die Anzahl der getöteten Pkw-Lenker sowie Pkw-Insassen war im Jahr 2011 mit 282 so gering wie noch nie. Im Vergleich zu 2010 (288) gab es im Vorjahr einen Rückgang um knapp 2 Prozent. Insbesondere durch verbesserte Fahrzeugtechnik wurde hier viel bewirkt. Immer mehr Autos verfügen über Fahrerassistenzsysteme. Diese tragen maßgeblich zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer bei. Die Entwicklung der Unfallstatistik ist grundsätzlich positiv zu beurteilen. Allerdings zeigt die Statistik auch einige Problemfelder auf.
13 Kinder im Straßenverkehr ums Leben gekommen
Besonders alarmierend sieht der ÖAMTC den zahlenmäßigen Anstieg der tödlich verunglückten Kinder. Insgesamt sind im Vorjahr 13 Kinder im Straßenverkehr ums Leben gekommen - die meisten davon als Pkw-Insassen. Im Jahr 2010 waren es 10 Kinder. Ein Grund für diese dramatische Entwicklung liegt in der mangelnden Kindersicherungsmoral vieler Eltern. Eine ÖAMTC-Erhebung vom März dieses Jahres hat ergeben, dass 16 Prozent der Kinder völlig ungesichert im Auto sitzen. Weitere 24 Prozent sind ungenügend, also nur mit einem Fahrzeuggurt, gesichert. Hier besteht deutlicher Aufholbedarf.
Radfahrer
Ein Anstieg ist auch bei der Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrer zu verzeichnen. Kamen 2010 32 Radfahrer ums Leben, waren es im Vorjahr mit 42 Todesopfern erschreckende 31 Prozent mehr. Knapp 60 Prozent sind dabei durch ihr eigenes Fehlverhalten tödlich verunfallt. Für ein konfliktfreies Miteinander aller Verkehrsteilnehmer ist gegenseitiges Verständnis und eine zurückhaltende, vorsichtige Fahrweise unbedingt notwendig.
Fußgänger
Bei den tödlich verunglückten Fußgängern (87) gab es im Vergleich zum Jahr 2010 zwar einen Rückgang um rund 7,4 Prozent. Allerdings ist auch hier ein großer Teil der Unfälle (41 Prozent) auf eigenes Fehlverhalten zurückzuführen - etwa durch Ablenkung.
Risikofaktor Ablenkung, aber weniger tödliche Unfälle durch Raser
Prinzipiell ist eine Zunahme von durch Unachtsamkeit bzw. Ablenkung verursachten Unfällen festzustellen. Im Vorjahr wurden 13,6 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle durch Ablenkung verursacht. Im Jahr 2010 lag der Wert bei 11 Prozent. Besonders auffällig ist der Anstieg der Vorrangverletzungen mit tödlichem Unfallausgang. Im Vorjahr lag der Wert bei 17,7 Prozent, im Jahr 2010 bei 14,3 Prozent.
Risiko Sekundenschlaf
Auch hier liegt die Vermutung nahe, dass die Fahrer abgelenkt waren. Erst vor kurzem rief der ÖAMTC in einer Bewusstseins-Kampagne zu verstärkter Konzentration im Straßenverkehr auf. Das Risiko Sekundenschlaf wird häufig unterschätzt. Für alle Verkehrsteilnehmer gilt: Ablenkungen minimieren. Die volle Konzentration sollte dem Verkehrsgeschehen gewidmet werden. Bei Müdigkeit ist es ratsam, aufs Lenken eines Fahrzeugs zu verzichten.
Weniger Raser
Der Anteil der durch nicht angepasste Geschwindigkeit verursachten Unfälle lag 2011 bei 29,5 Prozent. 2010 lag der Anteil von Raserunfällen noch bei 36,2 Prozent. Offenbar kam es hier zu einer Bewusstseinsänderung.
Alkounfälle
Von den insgesamt 523 Todesopfern verunglückten 51 in Folge von Alkounfällen. Im Vorjahr waren es 33 Personen. Der Anstieg der tödlichen Alkoholunfälle ist sehr bedauerlich. Hier besteht definitiv noch weiterer Informationsbedarf.
Gefahren im Straßenverkehr
Mit der Verkehrssicherheitskampagne "Sieben Schicksale - 7 Schatten" zeigt der ÖAMTC seit dem Vorjahr insbesondere für Jugendliche die Gefahren im Straßenverkehr auf. Dabei wird auch das Risiko "Alkohol am Steuer" thematisiert.
Gute Prognosen für 2012
Im Großen und Ganzen zeigt die Unfallstatistik eine positive Entwicklung. Und auch für das laufende Jahr 2012 können positive Ergebnisse erwartet werden. Von 1. Jänner bis einschließlich 9. April 2012 gab es 105 Todesopfer auf Österreichs Straßen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 111. Dennoch: jedes Todesopfer ist eines zu viel. Deshalb wird sich der ÖAMTC auch weiterhin für mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen einsetzen.
![[1308305625_1.jpg]](/media/image/2011.06.17/1308305625_1.jpg?1308304718)