Modellvorstellungen
23.03.2012
Autor:
Alexander Fischer I Fotos: Werk

Fahrbericht: Seat Ibiza

Erste Kilometer im frisch gebügelten und geglätteten Spanier.

04 2012 seat ibiza a © Archiv
Ibiza neu heißt: Markantere Kanten, weniger Rundungen, innen und außen. Auf Wunsch auch LED-Tagfahrlicht. Zu haben ab März, Einstiegspreis: 10.990 Euro.
Man könnte ja behaupten: Besonders viel Mühe haben sich die Spanier bei der Überarbeitung des Ibiza nicht gegeben – der sieht ja aus wie der Alte. Im Gegenzug könnte aber auch argumentiert werden, dass mehr Aufwand gar nicht notwendig war. Der Ibiza verkauft sich nach wie vor gut, das Design beweist Beständigkeit und technisch sorgt sowieso der Mutterkonzern VW für Nachschub. Die Wahrheit liegt in der Mitte. Wie ein T-Shirt das frisch aufgebügelt wird, bekam der neue Ibiza lediglich ein paar zusätzliche Ecken und Kanten. Das ändert nichts an der bewährten Basis, reicht aber für einen feschen, zeitgemäßen Auftritt. Angenehmer Nebeneffekt: Weniger Wertverfall für die älteren Modelle sowie ein gleich gebliebener Einstiegspreis von 10.990 Euro.

„Wir sind spanisch und deutsch“, trällert das Seat-Marketing, „vereinen Emotion und Qualität.“ Auch eine passende Wortschöpfung ist parat „Enjoyneering“. Stimmt schon. Ein Ibiza haftet nach Sichtung eher im Gedächtnis an, als ein vergleichbarer VW Polo. Unterm Blech hingegen wird oftmals die gleiche Technik angeboten. Im Falle des Ibiza sind das fünf Benzin- (60 bis 150 PS)  bzw. vier Dieselmotorisierungen (75 bis 143 PS). Kleiner Wermutstropfen: Das famose Doppelkupplungsgetriebe DSG ist nur in Kombination mit dem stärksten Benziner erhältlich. Toll hingegen: Das Fassungsvermögen des Handschuhfaches wurde mehr als verdoppelt, um genau zu sein: 10,7 Liter Kapazität sind es nun.

Und noch einmal O-Ton Seat: „Wir haben das Design präzisiert. Die Kanten nachgeschärft und die Rundungen reduziert.“ Stimmt auch. Im Innenraum hat das zur Folge, dass beispielsweise die Oberfläche der Mittelkonsole überraschend flach und angenehm schnörkellos geriet. Der einzig verbliebene Drehregler (zuständig für die Lautstärke) ragt dabei empor wie ein Hemdknopf auf der Brusttasche. Sonst: Wohlfühl-Atmosphäre, alles da, wo es sein soll. Ausreichend Platz für zwei, Platz für vier nach Vereinbarung.

Auf der Straße keine Überraschung. Der Ibiza rollt recht kommod, agiert auch bei forscher Gangart tadellos, die Lenkung könnte ein wenig präziser sein – die Kritik daran ist allerdings der Rubrik „Nörgeln auf hohem Niveau“ zuordenbar. Tipp: Falls es das Budget zulässt wäre der 1,2-l-TSI (105 PS) ein feine Wahl, die Dieselmodelle sollten ob ihrer üppigen Preisdifferenz hingegen genau kalkuliert werden. Obacht auch beim Basismodell – Klimaanlage und Radiovorbereitung fehlen, können aber mittels Österreichpaket recht kostengünstig (rund 1.000 Euro) erworben werden. Der neue Ibiza ist ab März erhältlich, die ersten beide Monate gibt es das Österreichpaket gratis dazu.