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16.11.2011

Aktion "Schatten, wir wollten leben"

Jetzt in der Berufsschule Vöcklabruck zu Gast

In den vergangenen Jahren konnten die Unfallzahlen bei jungen Lenkern durch Maßnahmen wie Mehrphasen-Führerschein, Probezeit und Null-Promille signifikant gesenkt werden. Trotzdem ist das Risiko, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, bei jungen Fahranfängern bedeutend höher als bei anderen Verkehrsteilnehmern:
  • Fast ein Drittel aller im Straßenverkehr Verunglückten stammen aus dieser Altersgruppe.
  • Im Jahr 2010 gab es in Österreich bei den 15- bis 24-Jährigen 14.069 Verletzte, 129 junge Lenker verunglückten tödlich.
  •  In Oberösterreich starben 32 Jugendliche im Straßenverkehr und 3046 wurden verletzt.
Mit der Aktion "Schatten", die am 11. Mai in sieben Landeshauptstädten gleichzeitig gestartet wurde, beschreitet der ÖAMTC einen neuen Weg für präventive Verkehrssicherheit bei Jugendlichen.

Wir wollten leben - sieben Schicksale, sieben Schatten

Im Mittelpunkt der Ausstellung "Schatten" stehen sieben lebensgroße Figuren. Jede Silhouette steht für einen jungen Menschen aus Österreich, der in den vergangenen Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Betroffen macht, dass all diese Fälle wirklich passiert sind. Die Texte, die sich auf den Schattenfiguren befinden, erzählen die Schicksale der verunglückten Jugendlichen und wurden von den Angehörigen selbst verfasst. Dadurch werden die Schattenfiguren vom anonymen Opfer zum Gleichaltrigen für die Ausstellungsbesucher.

Sieben Schicksale sollen zum Nachdenken anregen

Die Schicksale von Alterskollegen sollen junge Verkehrsteilnehmer persönlich ansprechen. "Ziel ist es, den Jugendlichen den Sicherheitsaspekt im Straßenverkehr bewusst zu machen. Meist hat man selbst als Verkehrsteilnehmer sein Schicksal in der Hand. Diese Aktion soll Jugendliche anregen, ihr Verhalten im Straßenverkehr zu überdenken", erklärt ÖAMTC-Landesdirektor Ing. Josef Thurnhofer, selbst dreifacher Vater.
Eingebettet ist das Projekt "Schatten" in die "Decade of Action for Road Safety". Dieser Zehn-Jahres-Aktionsplan wurde im Jahr 2010 von der UNO (Vereinte Nationen) auf Betreiben von WHO (Weltgesundheitsorganisation) und FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) ausgerufen. Ziel ist es, weltweit die Zahl der Verkehrstoten zu reduzieren. "Es geht darum, endlich das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Verkehrssicherheit uns alle betrifft. Mit den richtigen Maßnahmen könnten von 2010 bis 2020 Millionen Todesopfer und Schwerverletzte im Verkehr verhindert werden", betont ÖAMTC-Präsident Werner Kraus. Er ist als FIA-Präsident der Region 1 für Europa, Afrika und den Nahen Osten verantwortlich.

Wanderausstellung „Schatten – Wir wollten leben“ noch bis 21. November in der Berufsschule Vöcklabruck zu besichtigen

Noch bis 21. November ist die Schattenausstellung in der Berufsschule Vöcklabruck, Engelweg 1 zu besichtigen. Für den Direktor der Schule, Dipl. Päd. OSR Gerhard Hattenberger, gibt es meherer Gründe, die Wanderausstellung an seiner Schule zu zeigen. „Zum Einen steht der Jugendliche als Verkehrsteilnehmer, im Lehrplan der Berufsschule. Zum Anderen sind unsere Schüler/innen bereits mit 15 Jahren Verkehrsteilnehmer/innen (Rad, Moped und ältere Schüler mit Auto). Sie benützen ihr Fahrzeug zum Arbeitsplatz und auch zur Schule. Unsere Aufgabe sehen wir darin, sie auf die Gefahren im Straßenverkehr vorzubereiten und Berufsschüler/innen zu vorbildlichen Verkehrsteilnehmern zu erziehen. Denn sie übernehmen Verantwortung für ihr eigenes Leben und für das Leben anderer mit der Inbetriebnahme eines Kraftfahrzeuges. Daher bemühen wir uns mit Projekten, wie der Schatten-Ausstellung, um Bewusstseinsbildung“, so der engagierte Pädagoge.

Unterrichtsbegleitung und Eigeninitiative zum Projekt „Schatten“

Angedacht ist, dass parallel zur Ausstellung der Schattenfiguren Themen, wie Unfall, Unfallursache, Unfallprävention und Eigenverantwortung von den Lehrkräften im Unterricht aufgenommen werden. Die Jugendlichen selbst können auf der dafür eingerichteten Homepage sowie auf Facebook die Aktion kommentieren und posten, wie diese Art der "Konfrontation" bei ihnen ankommt, oder auch Verbesserungsvorschläge einbringen.
Die ÖAMTC-Aktion "Schatten" kann von Schulen angefragt werden und steht den Schulen kostenlos zur Verfügung. Ansprechpersonen für die einzelnen Bundesländer sowie nähere Infos und Termine entnehmen Sie bitte dem Internet.