Der VW Passat ist ein gutes Auto, ohne Zweifel. Sein vielleicht größtes Manko ist seinem Erfolge geschuldet: An jeder Straßenecke kommen einem mindestens zwei Passat entgegen. Das ist nicht jedermanns Autokäufer Geschmack. Neben Opel Insignia und Ford Mondeo – ebenfalls Bestseller ihrer Marken – können Individualisten auf den Honda Accord ausweichen, ohne das Risiko eines absoluten Exoten einzugehen. Trotzdem: Nach den bislang vorliegenden Verkaufszahlen 2011 gesehen, sind einem schon mehr als 41 Passat begegnet, bis man auf einen Accord trifft. Das ist aber nicht das einzige Argument für den Accord.
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Wer nicht in der Masse von Passat & Co mitschwimmen will, kann zum Honda Accord Tourer greifen.
AUSSEN & INNEN
Mit einem Facelift hat Honda seine Mittelklasse für die nächsten Jahre geschärft. Etwas mehr Chrom ins Gesicht, Klarklas-Blinker – nur absoluten Accord-Fans werden die Unterschiede auf den ersten Blick auffallen. Beim Accord Tourer in der Type S-Version (nur mit der jeweils stärksten Benzin- oder Dieselmotorisierung kombinierbar) kommt noch ein dezentes Spoilerpaket mit seitlichen Schürzen dazu.
Nach dem Einsteigen kommt man sich auf den ersten Blick leicht überfordert vor – eine Unmenge an Tasten, Knöpfen und ein mit Bedienelementen beinahe schon überfrachtetes Lenkrad verlängern die Kennenlern-Phase. Hat man sich aber einmal mit der Bedienung vertraut gemacht (und das ein oder andere Mal die Bedienungsanleitung konsuliert), funktioniert das Zusammenleben mit dem Japaner friktionslos. Bei den Materialien ist das Bemühen um Hochwertigkeit auf den ersten Blick erkennbar, die Verarbeitung befindet sich auf hohem Niveau.
Je weiter man nach hinten kommt, wird es immer enger. Schon die Passagiere in der zweiten Reihe müssen sich bei Bein- und Kopffreiheit etwas einschränken (ohne aber wirklich leiden zu müssen). Besonders knapp geht es dann im Gepäckraum zu – der sportlichen Linie des Kombis mit der abfallenden Dachlinie muss Tribut gezollt werden. Lediglich 406 Liter passen in Grundstellung der Sitze in das Heckabteil. Das entspricht nicht viel mehr als beim kleinen Honda Jazz. Dass der Accord Tourer kein Lastesel ist, wird nach dem Umlegen der Rücksitze klar. Da blamiert der Jazz (1.320 Liter) den großen Accord (1.183 Liter) sogar. Auch bei der Zuladung schlägt der Kleine den Großen: 461 Kilogramm dürfen in einen Jazz gepackt werden, nur 406 Kilo in den Accord Tourer. Noch dazu stören die tief in den Innenraum ragenden Radkästen im Gepäckabteil des großen Honda. Man muss sich also bewusst sein: Der Accord Tourer ist alles andere als ein Lastesel – dafür ist er aber ausnehmend fesch.
Nach dem Einsteigen kommt man sich auf den ersten Blick leicht überfordert vor – eine Unmenge an Tasten, Knöpfen und ein mit Bedienelementen beinahe schon überfrachtetes Lenkrad verlängern die Kennenlern-Phase. Hat man sich aber einmal mit der Bedienung vertraut gemacht (und das ein oder andere Mal die Bedienungsanleitung konsuliert), funktioniert das Zusammenleben mit dem Japaner friktionslos. Bei den Materialien ist das Bemühen um Hochwertigkeit auf den ersten Blick erkennbar, die Verarbeitung befindet sich auf hohem Niveau.
Je weiter man nach hinten kommt, wird es immer enger. Schon die Passagiere in der zweiten Reihe müssen sich bei Bein- und Kopffreiheit etwas einschränken (ohne aber wirklich leiden zu müssen). Besonders knapp geht es dann im Gepäckraum zu – der sportlichen Linie des Kombis mit der abfallenden Dachlinie muss Tribut gezollt werden. Lediglich 406 Liter passen in Grundstellung der Sitze in das Heckabteil. Das entspricht nicht viel mehr als beim kleinen Honda Jazz. Dass der Accord Tourer kein Lastesel ist, wird nach dem Umlegen der Rücksitze klar. Da blamiert der Jazz (1.320 Liter) den großen Accord (1.183 Liter) sogar. Auch bei der Zuladung schlägt der Kleine den Großen: 461 Kilogramm dürfen in einen Jazz gepackt werden, nur 406 Kilo in den Accord Tourer. Noch dazu stören die tief in den Innenraum ragenden Radkästen im Gepäckabteil des großen Honda. Man muss sich also bewusst sein: Der Accord Tourer ist alles andere als ein Lastesel – dafür ist er aber ausnehmend fesch.
FAHREN & SICHERHEIT
Für Diesel-Freunde gibt es den bekannten 2,2-Liter-Selbstzünder jetzt in zwei Leistungsstufen. Neben der bekannten 150 PS-Version gibt es jetzt auch eine geschärfte Variante mit 180 PS. Die Laufkultur des modernen Triebswerks ist hervorragend, und die gute Geräuschdämmung des Innenraums trägt das weitere dazu bei, dass viele Beifahrer gar nicht auf die Idee kommen, in einem Kombi mit Selbstzünder zu sitzen.
Was dem Fahrer sehr wohl auffällt, ist die Anfahrschwäche. Unter 2.000 Umdrehungen, bei denen das erste Mal das volle Drehmoment von 380 Newtonmetern zur Verfügung stehen, agiert der Leichtmetall-Motor nur sehr verhalten, um dann um so druckvoller zuzulegen. Diese Charakteristik benötigt einiges an Gewöhnung – aber man stellt sich darauf ein.
Keine Probleme hat das Fahrwerk mit der Leistung. Grundsätzlich sportlich-straff ausgelegt, bügelt es Unebenheiten aus, ohne die Insassen über den Straßenzustand im Unklaren zu lassen. Angenehm direkt die Lenkung, außerdem mit ausreichend Rückmeldung. Sehr gut die Schaltung: kurze Wege, exaktes Einrasten der einzelnen Gänge und immer den richtigen Anschluss parat.
Thema Sicherheit: Beim EuroNCAP-Crashtest erreicht der Honda Accord das Top-Ergebnis von fünf Sternen. Das ESP inkludiert auch ein Anhänger-Stabilisierungsprogramm – allerdings darf man bei einem ungebremsten Anhänger lediglich 500 Kilogramm an den Haken hängen. Als Option kann man um 2.640 Euro ein Sicherheitspaket ordern. Dafür bekommt man einen adaptiven Tempomat (hält selbstständig den einstellbaren Sicherheitsabstand zum Vordermann und beschleunigt wieder auf das eingestellte Tempo, wenn die Fahrbahn wieder frei ist), den aktiven Spurhalteassistenten (mit Lenkeingriff) und CMBS (Collision Mitigation Brake System), das den Fahrer vor einer möglichen Kollision warnt, und beim menschlichen Nicht-Reagieren selbsttätig bremst.
Was dem Fahrer sehr wohl auffällt, ist die Anfahrschwäche. Unter 2.000 Umdrehungen, bei denen das erste Mal das volle Drehmoment von 380 Newtonmetern zur Verfügung stehen, agiert der Leichtmetall-Motor nur sehr verhalten, um dann um so druckvoller zuzulegen. Diese Charakteristik benötigt einiges an Gewöhnung – aber man stellt sich darauf ein.
Keine Probleme hat das Fahrwerk mit der Leistung. Grundsätzlich sportlich-straff ausgelegt, bügelt es Unebenheiten aus, ohne die Insassen über den Straßenzustand im Unklaren zu lassen. Angenehm direkt die Lenkung, außerdem mit ausreichend Rückmeldung. Sehr gut die Schaltung: kurze Wege, exaktes Einrasten der einzelnen Gänge und immer den richtigen Anschluss parat.
Thema Sicherheit: Beim EuroNCAP-Crashtest erreicht der Honda Accord das Top-Ergebnis von fünf Sternen. Das ESP inkludiert auch ein Anhänger-Stabilisierungsprogramm – allerdings darf man bei einem ungebremsten Anhänger lediglich 500 Kilogramm an den Haken hängen. Als Option kann man um 2.640 Euro ein Sicherheitspaket ordern. Dafür bekommt man einen adaptiven Tempomat (hält selbstständig den einstellbaren Sicherheitsabstand zum Vordermann und beschleunigt wieder auf das eingestellte Tempo, wenn die Fahrbahn wieder frei ist), den aktiven Spurhalteassistenten (mit Lenkeingriff) und CMBS (Collision Mitigation Brake System), das den Fahrer vor einer möglichen Kollision warnt, und beim menschlichen Nicht-Reagieren selbsttätig bremst.
GELD & UMWELT
Ein Testverbrauch von 6,9 Liter Diesel/100 km für einen Wagen dieser Größe mit guten Fahrleistungen – das ist absolut akzeptabel. Preislich liegt der starke Diesel in Type S-Ausstattung knapp unter der 40.000 Euro-Marke. In Anbetracht der übervollen Ausstattungsliste ein gutes Angebot – bis hin zur elektrischen Heckklappenbetätigung, Teilleder-Sitzen, Premium-Soundanlage oder Bi-Xenon-Scheinwerfern ist alles Bord. Als Extras gibt es nur noch das Sicherheitspaket, Metallic-Lack und um prohbitive 2.570 Euro das eingebaute Navi. Motorisch kann man ohne große Verluste downgraden – auch die 150 PS-Variante des Diesels ist von den Fahrleistungen her vollkommen ausreichend. Damit lässt sich der Einstiegspreis in der Grundausstattung S auf 31.950 Euro drücken.
FAZIT
PLUS: Verarbeitung, Materialien, laufruhiger Motor.
MINUS: Für einen Kombi kleiner Kofferraum, Zuladung, Bremsleistung verbesserungsfähig.
MINUS: Für einen Kombi kleiner Kofferraum, Zuladung, Bremsleistung verbesserungsfähig.
Honda Accord Tourer
| Honda Accord Tourer Type S i-DTEC 180 | |
| Preis | 39.680 EUR |
| Motor: | 4-Zylinder-Reihe, 2.199 cm3 |
| Leistung: | 132 kW (180 PS) |
| Drehmoment: | 380 Nm bei 2.000/min |
| Antrieb: | Front-Antrieb, 6-Ganggetriebe |
| L/B/H: | 4.750/1.840/1.470 mm |
| Radstand: | 2.705 mm |
| Leer-/Gesamtgewicht: | 1.715/2.125 kg |
| Kofferraum min/max: | 406/1.183 l |
| Beschleunigung 0-100: | 9,3 sec |
| Höchstgeschwindigkeit: | 217 km/h |
| Norm-Verbrauch (l/100 km): | |
| Überland/Stadt/gesamt 4,9/7,2/5,7 | |
| CO2-Emission (Norm): | 150 g/km |
| Test-Verbrauch: | 6,9 l/100 km Diesel |
| Steuer, Versicherung (jährl. Bezahlung): | |
| Kfz-Steuer | 712,80 EUR |
| SK/Kfz-Haftpflicht/Stufe 0 | ab 337,62 EUR |
| Generali/Bonus-Kasko/SB 400 | ab 1.002,53 EUR |



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