13.09.2012

Alkohol zählt zu größten Risikofaktoren

September gefährlichste Zeit für Alkounfälle

September ist die gefährlichste Zeit für Alkounfälle.

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Im Jahr 2011 war Alkohol bei 6,4 Prozent aller Unfälle die Unfallursache. Insgesamt ereigneten sich im Vorjahr 2.241 Alkounfälle in Österreich. 3.032 Personen wurden verletzt, 51 Personen getötet. "Vor allem die kommenden Herbstmonate sind eine gefährliche Zeit", warnt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Die meisten Alkounfälle im Vorjahr gab es im September (234), die höchste Anzahl an Getöteten bei Alkounfällen im Oktober (11). (Quelle: Statistik Austria)
Heuer ereigneten sich bis zum 7. September 17 tödliche Alkounfälle. Dabei wurden 18 Personen getötet, die meisten als Pkw-Lenker oder Pkw-Insassen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres gab es 26 tödliche Alkounfälle mit 29 getöteten Personen. "Einerseits gibt es verstärkte Kontrollen der Exekutive. Andererseits findet eine immer stärkere Bewusstseinsbildung zur Gefahr 'Alkohol am Steuer' statt", begründet die ÖAMTC-Expertin diesen Rückgang. 88 Prozent aller Unfallverursacher waren Männer. "Insbesondere junge Männer sind sehr risikobereit und wollen sich in Gruppen beweisen", so Seidenberger. (Quelle: BMI)

Steiermark und Oberösterreich als Spitzenreiter

Die meisten durch Alkounfälle Getöteten gab es bis zum 7. September 2012 in der Steiermark und in Oberösterreich (jeweils 4). Es folgen die Bundesländer Niederösterreich (3), Kärnten, Salzburg und Tirol (jeweils 2) sowie Wien und Salzburg (jeweils 1). Im Burgenland und in Vorarlberg sind in diesem Jahr noch keine Personen durch Alkounfälle tödlich verunglückt. (Quelle: BMI)

Betrunkene vom Autofahren abhalten

Problematisch erweist sich immer wieder der Gruppendruck unter Freunden. "Alkohol enthemmt, steigert das Selbstvertrauen und mindert das Verantwortungsbewusstsein", weiß die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Im alkoholisierten Zustand verlängert sich die Reaktionszeit massiv. Insbesondere im Straßenverkehr kann das verheerende Auswirkungen haben. Das Gesichts- und Blickfeld ist stark eingeschränkt, es kommt zum sogenannten Tunnelblick. Zudem werden Geschwindigkeiten und Abstände falsch eingeschätzt, das Unfallrisiko steigt.
"Freunde sollten dann aufeinander aufpassen und Verantwortung füreinander übernehmen", sagt Seidenberger. Wenn jemand Alkohol getrunken hat, muss man ihn daran hindern, sich ans Steuer zu setzen. In solchen Situationen gilt es, Zivilcourage zu zeigen. Noch besser ist es natürlich, bereits vor einer Feier abzuklären, wer trinkt und wer fährt. Oder man organisiert vorab die Übernachtung vor Ort, einen gewerblichen Taxidienst oder die Abholung durch einen befreundeten 0-Promille-Lenker.

Restalkohol baut sich nur langsam ab

Selbst nach mehreren Stunden sind Aufmerksamkeitsleistung und Reaktionsvermögen noch stark eingeschränkt. Etwa 0,15 Promille werden pro Stunde abgebaut. Entgegen mancher Mythen gibt es keine Tricks, um den Alkoholabbau zu beschleunigen. Die einzig wirksame Methode, um wieder nüchtern zu werden, ist abwarten. Auch am Tag nach einer durchzechten Partynacht sollte das Auto unbedingt noch stehen gelassen werden.