Sicherheit beim Frontalaufprall:
Die Ergebnisse früherer Tests haben sich auch 2011 bestätigt: sieben der mit Bestnoten in dieser Kategorie bewerteten Sitze werden entgegen der Fahrtrichtung montiert. "Das ist die beste Methode, um ein Kleinkind im Auto zu sichern. Da der gesamte Körper beim Aufprall von der Sitzschale abgestützt wird, erfolgt keine Relativbewegung zwischen Kopf und Oberkörper", betont Kerbl. Eine Ausnahme bildet der Kiddy Energy Pro 2, der als erster vorwärtsgerichteter Kindersitz beim Fronatlaufprall mit "sehr gut" bewertet wurde, in der Gesamtwertung jedoch nur ein "befriedigend" erhielt. Generell empfiehlt der ÖAMTC, den Wechsel von der Babyschale in einen nach vorne gerichteten Kindersitz so spät wie möglich durchzuführen.
Sicherheit beim Seitenaufprall: Zehn Produkte konnten in diesem Bereich die Note "sehr gut" erreichen. "Eine durchaus positive Bilanz, vor allem, wenn man bedenkt, dass für die Zulassung von Kindersitzen nach wie vor kein Seitenaufprallschutz verpflichtend ist", zeigt sich der ÖAMTC-Techniker erfreut. Starken Verbesserungsbedarf in diesem Bereich gibt es beim einzigen mit "nicht genügend" bewerteten Sitz. Der GRACO Junior Maxi, gleichzeitig Schlusslicht aller getesteten Produkte, ermöglicht eine Abnahme der Rückenstütze für ältere Kinder. Ohne die Stütze wird kein ausreichender Schutz geboten und das Verletzungsrisiko ist sehr hoch.
Bedienung:Bei der Bedienung leisten sich die meisten Modelle keine gravierenden Schwächen, lediglich beim CHICCO Eletta ist der Sitzeinbau relativ aufwendig, was zu einer vergleichsweise schlechteren Beurteilung führte.
Ergonomie: Kein Produkt konnte in diesem neuen Testkriterium ein "sehr gut" erreichen, 16 immerhin ein "gut". "Die drei mit 'genügend' beurteilten Modelle sind trotz Ausrichtung gegen die Fahrtrichtung für ältere Kinder gedacht. Sie bieten relativ wenig Platz für ihre Insassen, benötigen aber sehr viel Raum im Fahrzeug", erklärt der ÖAMTC-Techniker. Wer die Anschaffung eines solchen Sitzes erwägt, sollte ihn vor dem Kauf probeweise im eigenen Auto einbauen, um die Passung zu überprüfen.
Schadstoffüberprüfung: In ungefähr der Hälfte der getesteten Kindersitze wurden keine oder nur sehr geringe Schadstoffspuren gefunden, weshalb es entsprechend gute Bewertungen in dieser Kategorie gab. In einigen Produkten wurden jedoch erhöhte Mengen an schädlichen Stoffen festgestellt, was zu einem "genügend" in der Schadstoffwertung und einem "befriedigend" im Gesamturteil führte. Erfreulich ist, dass mittlerweile in jeder Gewichtsklasse eine Anzahl an guten Kindersitzen zur Auswahl steht. Grundsätzlich ist es aber nach wie vor so, dass hochpreisige Produkte den günstigeren Varianten in beinahe allen Belangen überlegen sind. "Aber auch der beste Sitz bietet nur optimalen Schutz, wenn das Kind bequem und wie vom Hersteller vorgesehen sitzt", mahnt der ÖAMTC-Experte zu ordnungsgemäßem Einbau und Einsatz der Gurte und Seitenwangen und fügt hinzu: "Selbstverständlich ist der Kindersitz auch bei kurzen Fahrten zu verwenden, damit er seinen Zweck erfüllen kann."