FAHREN & SICHERHEIT
Alle drei Testkandidaten stemmen jeweils exakt 204 PS auf die Kurbelwelle. Die Triebwerke, aus denen die Limousinen ihre Kraft schöpfen, könnten aber unterschiedlicher nicht sein. Audi und BMW verfügen über Dreiliter-Sechszylinder-Diesel, die Zylinder sind beim A6 im V-Stil, beim 5er der Reihe nach angeordnet. Mercedes setzt dagegen auf einen Vierzylinder-Diesel mit lediglich 2,2 Liter Hubraum. Ergebnis: Der BMW besticht mit der besten Laufkultur. Der Audi geht ebenfalls kultiviert zu Werke, allerdings kerniger als das seidenweiche 5er-Triebwerk. Hörbar abgeschlagen, jedoch keineswegs unangenehm im Geräusch: der bei höheren Drehzahlen brummige Drehmoment-Star Mercedes.
Sortiert werden die Gänge ebenfalls unterschiedlich. Audi setzt auf das stufenlose und nur beim Anfahren träge ansprechende Automatikgetriebe „multitronic“ (in der Allradversion kommt übrigens das harmonischere Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe DSG zum Einsatz). Im BMW wechselt eine sanfte und hervorragend abgestufte Achtgang-Automatik die Gänge. Im Mercedes wiederum übernimmt eine länger übersetzte Fünfgang-Automatik – wie im BMW eine konventionelle Wandler-Automatik – das Kommando. Zukünftig kommt auch im E 250 CDI die harmonische und aus den stärkeren Modellen bereits bekannte Siebengang-Automatik zum Zug. Diese war zum Zeitpunkt des Vergleichstests noch nicht verfügbar. Mit dem neuen Getriebe würde der Mercedes seinen Rückstand zum Zweitplatzierten Audi um einiges verringern – niedrigerer Verbrauch (Start-Stopp-System Serie), etwas bessere Fahrleistungen und ein reduzierter Geräuschpegel des Motors sind die Vorteile des Siebengang-Getriebes. Preislich wird sich übrigens nichts ändern.
Beim Fahrkomfort liegt die Latte generell hoch. Die weich abgestimmte Mercedes E-Klasse federt am souveränsten, der kaum weniger komfortable 5er BMW jedoch spürbar straffer. Ähnliches gilt für den Audi A6. Er stolpert aber gelegentlich aufgrund seiner großen 19-Zoll-Bereifung über Querfugen. Bei allen drei Kandidaten auf der sicheren Seite: das gutmütige und tückenfreie Fahrverhalten. Der überaus agile Audi lässt sich aber am einfachsten durch Kurven dirigieren. Stichwort Lenkung: exakt und zielgenau im A6, präzise, aber etwas schwergängiger im 5er, sehr indirekt und um die Mittellage schwammig in der E-Klasse.
Jeweils fein dosierbar und auch nach mehreren Vollbremsungen aus 100 km/h immer noch standfest sind die Bremsanlagen der drei Premium-Limousinen. In Sachen Sicherheit fühlt man sich in allen drei Testkandidaten bestens aufgehoben. Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie ESP sind bei allen drei Modellen serienmäßig an Bord, Mercedes spendiert zusätzlich einen Knieairbag für den Fahrer.