02.02.2011

ÖAMTC-Sicherheitstipps für die Schipiste

Schihelm und das Einhalten der Pistenregeln helfen, Unfallfolgen zu mindern

© ÖAMTC
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Für die ÖAMTC-Notarzthubschrauber bedeutet der Ansturm auf die Pisten während der Semesterferien wieder verstärkten Einsatz in den Schigebieten. Schon seit Jahren beobachten die Notärzte eine Zunahme von schweren bis schwersten Schiunfällen. Immer besseres Material verleitet zu schnellem Fahren, was zu mehr Stürzen führt. Neben dem "klassischen Beinbruch" müssen die Christophorus-Crews zunehmend schwerste Verletzungen versorgen. Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen sowie bedrohliche Schnittwunden sind kein Einzelfall mehr. Ein Schihelm und das Einhalten der Pistenregeln helfen, Unfallfolgen zu mindern.

Die ÖAMTC-Sicherheitstipps für die Schipiste:

* Eine angepasste und vor allem beherrschbare Geschwindigkeit fahren: Umsichtige Schifahrer fahren immer auf Sicht und passen ihre Geschwindigkeit dem Können und auch den Schneeverhältnissen an. Glattgewalzte Pisten, extrem harter Schnee und vor allem immer besseres Material führen vielfach zu weit überhöhtem Tempo.
* Die eigene Kondition richtig einschätzen und Alkohol vermeiden: Ein Sechs-Stunden Schitag ohne längere Pause ist für viele Hobbysportler zuviel. Aus langjähriger Erfahrung wissen die Crews der ÖAMTC-Notarzthubschrauber, dass die meisten Schiunfälle in der Zeit zwischen 14 und 16 Uhr passieren. Neben Müdigkeit ist dabei vielfach auch allzu heftiger Alkoholkonsum mit im Spiel.
* Der ÖAMTC empfiehlt, Rücksicht auf andere Schifahrer zu nehmen: Besonders beim Überholen (seitlicher Abstand), beim Hintereinanderfahren (Sicherheitsabstand zum Vordermann) und beim Einfahren in eine Piste (immer Blick nach oben) muss man auf andere Wintersportler achten. Anhalten sollte man nur an gut einsehbaren Stellen und immer am Pistenrand. Speziell bei fahrenden Pistenraupen muss man extrem große Sicherheitsabstände einhalten.
* Die Pistenmarkierungen beachten: Leichte Abfahrten sind zumeist blau beschildert, etwas anspruchsvollere Pisten sind rot markiert und auf schwere Abfahrten weisen schwarze Schilder hin. Unbedingt ernst genommen werden müssen vor allem die Lawinenwarnhinweise.
* Abfahrten abseits der markierten Strecken unbedingt vermeiden: Dort lauern nicht nur alpine Gefahren. Diese Strecken werden zumeist auch nur sporadisch von den Pisten- und Rettungsdiensten betreut und kontrolliert. Auch die Bergung aus unwegsamem Gelände gestaltet sich in der Regel schwierig. Da der ÖAMTC-Notarzthubschrauber selten direkt an der Unfallstelle landen kann, muss in den meisten Fällen eine Taubergung durchgeführt werden.
* Der ÖAMTC rät, innerhalb der kontrollierten Zeiten zu fahren: Die oft verhängnisvolle "letzte" Abfahrt ins Tal unbedingt bei Tageslicht und vor der letzten Kontrollfahrt des Pistendienstes durchführen. Schon kleine Unfälle in der Dämmerung oder gar bei Dunkelheit können durch die Wartezeit auf den Pistendienst dramatische Folgen haben.
* Richtige Bekleidung wählen: Gerade im Gebirge kommt es häufig zu sehr raschen Witterungsveränderungen. Jeans und Pullover allein sind für den Wintersport ungeeignet.
Basis der ÖAMTC-Schitipps sind die zehn Pistenregeln des ÖSV und der FIS, dem internationalen Schiverband. Diese Pistenregeln werden bei österreichischen Gerichten auch zur Klärung von Unfallursachen und Schadenersatzansprüchen herangezogen. Übrigens: Auch auf Schipisten gilt, wie im Straßenverkehr, bei Unfällen die Verpflichtung zur Hilfeleistung sowie die Ausweispflicht.