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    21.12.2010

    Lieber nicht nackt

    Warum die Kawasaki Z1000 SX im Vergleich zu ihrer unverschalten Schwester wohl die bessere Wahl ist.

    Besteht die Möglichkeit, fällt die Wahl gerne auf ein scharf gezeichnetes, durchaus flott zu bewegendes Zweirad. Oder auf ein Eisen mit aufrechter Sitzposition und aktivem Handling. Gerne darf es auch ein quirliger Roller für die verstauten Straßen der Bundeshauptstadt sein. Aber eine vollverkleidete Tourenmaschine, womöglich mit Koffern und verstellbarem Windschild? Nein, das muss nicht sein. Oder vielleicht doch? Nach der Präsentation der neuen Kawasaki Z1000 SX ist die Stimmungslage jedenfalls nicht mehr ganz so klar: Können solch prädes­tinierte Kofferträger vielleicht doch Spaß machen?

    Von allem ein wenig. Ja, die neue Kawasaki kann. Vor allem deswegen, weil sie ein besonders universelles Bike ist. Egal, ob mit ihr die Hausstrecke überprüft, in der Mittagspause der Lieblingswirt angesteuert, oder am Wochenende die 700-Kilometer-Runde in Angriff genommen wird sie macht einfach überall Spaß. Ihr Vorteil ist die gelungene Mischung: Die Z1000 SX ist weder typischer Tourensportler (dazu mangelt es an Platz für den Sozius und an Komfort im Allgemeinen) noch Sportbike (denn: dreifach manuell verstellbares Windschild, aufrechte Sitzposition, Koffer-tauglich). Vielmehr nimmt der Lenker auf einer Maschine Platz, die viele Vorteile vereint, andererseits auch einiges vermissen lässt. Eine Ganganzeige beispielsweise, oder einen Bordcomputer, der mehr als nur zwei Tageskilometerstände anzeigen kann. Auch ein wenig mehr Komfort für gelegentliche Beifahrer wäre nett keine breite Sitzbank, bloß noch ein wenig mehr Schaumgummi. Mögen Motor und Fahrwerk lange Ausfahrten ermöglichen, ein leidender Sozius tut dies nicht.

    Der Rest jedoch ist pures Fahrvergnügen. arke Reihen-Vierzylinder mit 138 PS (Drehmoment maximal 110 Nm) seidiger Motorlauf bei niedrigen Drehzahlen und ab rund 7.000/min ein Schub, der Lachfalten garantiert zumindest beim Fahrer. Gerne lauscht man in diesen Drehzahlregionen auch dem Fauchen aus der Airbox. Herrlich. Dazu gibts radial montierte Vierkolben-Bremssättel, deren Beläge sich präzise und gut dosierbar in Stellung bringen lassen, darüber hinaus bei Bedarf auch sehr ordentlich verzögern. Zur Sicherheit: Eine ABS-Variante wird nachgereicht. In einer weiteren Nebenrolle: der Tank. Die Z1000 SX verfügt über vier Liter mehr Tankvolumen als das nackte Schwestermodell Z1000. Dieser 19 Liter-Spritvorrat ist positiv zu sehen. Daher nicht an das Mehrgewicht oder den voluminöseren Tank denken (der weder spürbar mehr Platz kostet noch die Bewegungsfreiheit einschränkt), sondern an die längere Nettofahrzeit. Der Preis: rund 14.500 Euro (ohne ABS).

    PLUS: Komfortables Fahrwerk, bequeme Sitzposition, kräftiger Motor.
    MINUS: Windschutz trotz verstellbarem Windschild nur mäßig, keine Ganganzeige.